Editorial
Liebe Lesende und Genderinteressierte,
auf dem Kirchentag 2025, wo auch das Ev.-luth. Missionswerk in Niedersachsen (ELM) mit einem Stand vertreten war, wurde ich als Referentin für Gender International mehrfach auf ein Heft mit Beiträgen zum Thema Gender in der weltweiten Kirche angesprochen. So wurde die Idee geboren, ein Genderheft 2.0 herauszugeben. Das erste Genderheft Nr. 4 in der Reihe Gerechtigkeit, wo alle neuen Themen des ELM vorgestellt wurden, gab 2021 mit dem Titelmotiv des Gendersternchen noch Anlass zur Kontroverse.
Auch heute gibt es die meiste Resonanz auf ELM-Publikationen oder Podcasts bei Artikeln und Beiträgen, wo es um das Thema Gender geht. Manche Leser und Leserinnen oder Hörer*innen sind positiv überrascht, manche reiben sich daran oder finden es gar anstößig.
Aber eines ist klar, die Genderthemen berühren immer schnell das eigene Persönliche und Private und sie sind immer relevant! Denn „das Private ist politisch“ wie es schon der Slogan der feministischen Bewegung der 1960/70er Jahre war. Da geht es um Verteilung der Aufgaben in der Care-Arbeit in Vereinbarung mit dem Beruf, um gerechte Bezahlung, um den Stopp von Femiziden oder um einseitige Vermarktung des weiblichen Körpers in der Werbung. Alles auch heute noch Themen, wo bei uns und weltweit sehr viel Geschlechterungerechtigkeit erlebbar ist.
In dieser Ausgabe haben wir Beiträge aus der lokalen Landschaft Niedersachsens und weltweit aus unseren Partnerkirchen und darüber hinaus. Es gibt Artikel aus und über Äthiopien, Brasilien, Indien, Malawi, Myanmar, Russland und Südafrika. Und es geht um Themen wie den Stopp von Gewalt gegen Frauen, Frauenordination, Priesterinnenweihe, Queere Seelsorge oder feministische Außenpolitik. Es geht um Frauen als Pionierinnen und Heldinnen des Alltags. Und um vieles mehr! Eine Ankündigung zum Schluss: Demnächst werden Sie von unserer brasilianischen Kollegin Cristina Scherer Texte über Frauen in der Bibel auf der Webseite www.frauen-in-der-bibel.de lesen, die dann auch in einer Printversion erscheinen sollen.
Ihre
Referentin Gender International/
Ökumenische Zusammenarbeit Äthiopien
Gabriele De Bona
Telefon +49 (0)5052 69-280
g.debona(at)elm-mission(dot)net
Inhalt
Winter, Weite und lebendige Gemeinde:
Als Pastorin in Sibirien
Zwischen Berufung und Realität
Als Studierende am Missionsseminar Hermannsburg
„Ich konnte nicht mehr schweigen“
Der lange Weg einer katholischen Theologin zur Priesterweihe
Seelsorge in Äthiopien:
Beratung von Frauen für Frauen
„Hätte ich Flügel, gleich der Taube …“
Gewalt beginnt dort, wo Menschen innerlich fliehen möchten
„Wir sollten unsere Stimme erheben“
Die Forderungen des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen gelten das ganze Jahr.
„Die Dunkelziffer ist hoch“
Interview mit Gabriele De Bona, Referentin Gender international im ELM.