Matheus Lubki: Der Austauschpastor

Er kam mit dem ELM mitten aus Brasilien - "Dem Ende der Welt", wie er sagt.

Er ist Pastor der Evangelische Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien (IECLB) und nimmt am Programm „Kirche gibt's auch anderswo“ teil. Dabei handelt es sich um ein Austauschprogramm des Ev.-luth. Missionswerks in Niedersachsen (ELM), das Mitarbeitenden der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers die Möglichkeit bietet, für vier bis sechs Wochen in einer Partnerkirche zu leben und zu arbeiten. Seit drei Wochen ist Pastor Lubki nun bei seiner Partnerin, Pastorin Anke Orths aus dem Kirchenkreis Syke/Hoya, zu Gast. Im Oktober wird sie den Gegenbesuch antreten.

Lubki arbeitet in Querência im Bundesstaat Mato Grosso und hat deutsche Wurzeln: Seine Vorfahren wanderten im 19. Jahrhundert aus Pommern aus. Über seine Familie kam er auch zur deutschen Sprache.

Motiviert durch den gemeinsamen lutherischen Glauben und die bestehende Partnerschaft zwischen den Kirchen wollte er die Arbeit der Kirche in Deutschland kennenlernen. „Ich wollte sehen, wie Kirche hier lebt und arbeitet – und etwas für meine Gemeinde mitnehmen“, sagt er.

Viele Gemeinsamkeiten stellte er in den Gottesdiensten fest: Liturgie und Lieder sind ähnlich. Unterschiede gibt es vor allem in der Praxis: In Brasilien sind Gottesdienste oft spontaner und deutlich besser besucht. Auch die musikalische Begleitung ist dort schwieriger zu organisieren.

Ein Detail aus der Kirche vor Ort hat ihn besonders beeindruckt: die vier Kerzen, die für die vier Evangelisten stehen. In Brasilien sind häufig drei Kerzen üblich, die die Dreieinigkeit symbolisieren. Solche Unterschiede machen für ihn sichtbar, wie vielfältig kirchliche Traditionen gelebt werden.

Ein großer Unterschied zeigt sich auch in der Finanzierung: Während die Kirche in Deutschland durch Kirchensteuern getragen wird, lebt die Gemeinde in Brasilien von Spenden und Aktionen wie Gemeindefesten oder Pizza-Verkäufen.

Besonders beeindruckt zeigte sich Lubki zudem von der Geschichte und Gestaltung deutscher Kirchen sowie von der Organisation kirchlicher Arbeit.

Auch für Pastorin Orths ist der Austausch bereichernd: „Ich verstehe meine eigenen Erfahrungen aus Brasilien jetzt noch einmal ganz anders. Der persönliche Kontakt vertieft die Partnerschaft enorm.“

Im Oktober wird Orths zum Gegenbesuch nach Brasilien reisen. Beide sind sich einig: Solche Begegnungen bauen Brücken, vertiefen den Glauben – und schaffen neue Perspektiven.

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