Beeindruckt von historischen Kirchen und Diakonie
Pastor Matheus Lubki aus Brasilien berichtete bei "Auf einen Kaffee mit ..." von seinen Eindrücken in Deutschland.
„Frühstücken Sie ruhig weiter“, lädt Ute Penzel, Referentin für den Bereich „Bildung International“, die Gäste ein, während Matheus Lubki nach vorne tritt. Im inklusiven Café „Anna Blume“ in Hannover berichtet der Brasilianer von seinen Erfahrungen in Deutschland.
Er ist Pastor der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Brasilien und nimmt am Programm „Kirche gibt's auch anderswo“ teil. Dabei handelt es sich um ein Austauschprogramm des Ev.-luth. Missionswerks in Niedersachsen (ELM), das Mitarbeitenden der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers die Möglichkeit bietet, für vier bis sechs Wochen in einer Partnerkirche zu leben und zu arbeiten. Seit drei Wochen ist Pastor Lubki nun bei seiner Partnerin, Pastorin Anke Orths aus dem Kirchenkreis Syke/Hoya, zu Gast. Im Oktober wird sie den Gegenbesuch antreten.
Pastor Lubki ist beeindruckt von den Spuren der Vergangenheit, die in Deutschland an vielen Orten sichtbar sind. Besonders begeistert ist er von den alten Kirchen. Auch die vielen Windenergie-Anlagen sind ihm aufgefallen, sie seien in Brasilien selten, sagt er. Dass Gemüse so gut schmecken kann, ist eine neue Erfahrung für ihn. In seinem Heimatland wird sehr viel Fleisch gegessen.
Auch die Gemeindearbeit hat unterschiedliche Herausforderungen in den beiden Ländern. „Bei uns gibt es keine Kirchensteuer, wir leben von Spenden“, berichtet er. So wird beispielsweise Pizza mit vielen Ehrenamtlichen gebacken und verkauft, um Einnahmen für die Gemeinde zu generieren. Pastor Lubki fällt die Verwaltung in Deutschland auf, die auch im kirchlichen Bereich eine Rolle spielt.
Auch in Brasilien nimmt der Atheismus zu. Manches erlebt der Besucher in Deutschland im kirchlichen Bereich lebendiger. Die Herausforderungen in Brasilien sind groß. Darum ist Pastor Lubki der Glaube so wichtig: Christus steht im Zentrum. Er ist von der Diakonie in der Kirche beeindruckt. Er berichtet, dass die Diakonie in der brasilianischen Kirche von nicht wenigen dem linken politischen Flügel zugeordnet wird. Das sei sehr schwierig. Eine Polarisierung finde häufig auch in der Gemeinde statt. Besonders vor dem Hintergrund, dass in diesem Jahr in Brasilien Wahlen stattfinden. Das ist eine Herausforderung für den Pastor. „Ich lebe mit dem Bibelvers: Prüft alles und behaltet das Gute“, berichtet der junge Mann.
Nach dem Input entwickelt sich eine spannende Diskussion. Mit neuen Anregungen und einem guten Frühstück findet die Veranstaltung ihren Abschluss.