Warum wir, tun was wir tun

Zum Selbstverständnis des Evangelisch-lutherischen Missionswerk in Niedersachsen (ELM)

Die Grundlagen unserer Arbeit sind der Glaube, die Missio Dei und das Handeln.

Wir glauben an den Leben spendenden Gott, der alle Menschen zum Leben ruft und einlädt, so wie er uns im Alten und Neuen Testament bezeugt wird.

Menschen sind für diesen Auftrag zum Leben in besonderer Weise durch den auferstandenen Jesus Christus beauftragt, befähigt und gesendet (vgl. Philipper 2, 9-11; Matthäus 28,16-20).

Leben ereignet sich in Beziehungen zwischen Menschen und Gott sowie zwischen Menschen, die gelingen und scheitern können. Dieses Leben gewinnt Gestalt durch die Kraft des Heiligen Geistes. Daraus wächst die Gemeinschaft der Glaubenden.

Als Teil dieser Gemeinschaft verstehen wir die Missio Dei (Mission Gottes) als ganzheitliche Verkündigung des Evangeliums, denn …

  • eine missionarische Kirche sucht stets den Weg über ihre Grenzen hinaus. Der Aufgabenbereich der Mission liegt dort, wo der Glaube an Jesus Christus auf den Unglauben, also auf Unkenntnis, Gleichgültigkeit oder Ablehnung stößt.
    Dieser Aufgabenbereich liegt sowohl in religiösen wie auch in ideologischen, soziologischen oder geographischen Gebieten. Die missionarische Dimension als Aufgabe und im Handeln muss immer wieder neu entdeckt werden.

  • unser Auftrag lautet: Versöhnendes Handeln, das Leben schafft, als Botschafter an Christi statt (2. Korinther 5, 17 f).
    In unserem Auftrag erfahren wir Horizonterweiterung und Teilhabe an den reichen Gaben der weltweiten Kirche durch den interkulturellen Dienst, den wir im Leben und Handeln von konkreten Personen wahrnehmen, die gesendet und empfangen werden.
    Wir versehen unseren Auftrag ergänzend, stärkend und unterstützend für und mit den lokalen Kirchen.

  • aus diesem Verkündigungsdienst folgt auch die Aufgabe der Sorge um Entwicklung, Menschenrechte, Versöhnung, Gerechtigkeit, Bewahrung und Heilung der Schöpfung und ruft uns zum Handeln auf.

Dieses tun wir durch:

  • Ausbildung, Entsendung und Begleitung von Personen, die bei uns und in unseren Partnerkirchen als Zeugnis eines grenzüberschreitenden und interkulturellen Dienstes leben;

  • Qualifizierung von haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden im Dienst der weltweiten Geschwisterschaft in den Partnerkirchen und in der Ökumene vor Ort;

  • Finanzielle Beteiligung an Projekten unserer Partnerkirchen, die unserem Auftrag entsprechen;

  • Partnerschaftsarbeit und Projekte ökumenischen Lernens;

  • Politische Einflussnahme aus christlicher Überzeugung (Advocacy).

 

Daraus ergibt sich unser Leitbild:

Unsere missionarische Verantwortung ist die ganzheitliche Verkündigung des Evangeliums

  • in Wort und Tat,

  • durch Menschen und Projekte,

  • in den jeweiligen Kontexten unserer Partner- und Trägerkirchen.

Was heißt das für unsere Arbeit?

Jeder Aspekt unseres Handelns wird gemäß diesem Leitbild einer internen Aufgabenkritik unterzogen. Diese Aufgabenkritik besteht aus Fragen an die einzelnen Tätigkeiten. Werden diese Fragen positiv beantwortet, gehen wir davon aus, dass eine Aufgabe unserem Auftrag entspricht:

  • Erfüllt die Tätigkeit den Zweck der ganzheitlichen Verkündigung des Evangeliums in Wort und Tat?

  • Ist die Tätigkeit in den Kontext der Partner- oder Trägerkirche sinnvoll eingegliedert? (Können unsere jeweiligen Partner diese Aufgabe nicht allein in der notwendigen Qualität erfüllen?)

  • Nimmt keine außerkirchliche Institution die Tätigkeit ausreichend wahr?

  • Dient die Tätigkeit dem prioritären Ziel im Aufgabenbereich der Mission (also dort, wo der Glaube in ideologischen, soziologischen oder geographischen Gebieten auf Unkenntnis, Gleichgültigkeit oder Ablehnung stößt)?

  • Hilft die Tätigkeit der Kirche bei dem Weg über ihre “Grenzen“ hinaus?

In der Verantwortung gegenüber unseren Trägern und Unterstützer*innen stellen wir gleichzeitig weitere Fragen, um die Aufgabe so sparsam und effektiv wie möglich realisieren:

  • Wo ist im ELM die Federführung?

  • Wer sollte mit wem aufgrund welcher Kompetenz bei was kooperieren?

  • Wie kann die Tätigkeit effektiver und wirtschaftlicher gestaltet werden?