Glauben und Lernen unterwegs
Als ELM-Referent Bradn Buerkle im Juli zu einer Reise durch Äthiopien und Malawi aufbrach, erwartete er Begegnungen, Vorträge und lange Tage. Was er vorfand, war eine Kirche voller Engagement – manchmal unter schwierigen Bedingungen, aber immer von Hoffnung geprägt.
In Addis Abeba mag das Priesterseminar der Äthiopischen Evangelischen Kirche Mekane Yesus von außen eher unscheinbar wirken – die Lehrkräfte teilen sich beengte Büros, manche davon in alten Schiffscontainern –, doch seine Studierenden haben große Träume. Bei einer Tasse Kaffee traf der "Referent für theologische Aus- und Fortbildung in Kirchen international" Stipendiaten, die sich mit den Themen Führung, Mission und Seelsorge beschäftigen. „Ihre Energie war ansteckend“, sagt er. „Sie bereiten sich darauf vor, mit Mut und Glauben zu führen, auch wenn die Ressourcen knapp sind.“
In Malawi war der Kontrast eklatant: Politische Spannungen, Armut und eine fragile Infrastruktur belasten den Alltag. Doch Buerkle entdeckte in Madisi eine andere Geschichte. Dort trafen sich 19 Evangelist*innen – darunter fünf Frauen – zu einer intensiven Schulung. Er unterrichtete gemeinsam mit Pfarrerin Bertha Munkhondya, die davon überzeugt ist, dass eine gute Ausbildung der Schlüssel zu Führungspositionen von Frauen in der Kirche ist.
Das Engagement dieser Studierenden hinterließ Eindruck. „Sie kamen, um ihr Bestes zu geben“, sagte Buerkle. „Selbst als einige die Nachricht vom Tod von Angehörigen erhielten, betete die Gruppe füreinander. Es war Kirchengemeinschaft im wahrsten Sinne des Wortes.“
Außerhalb des Unterrichts besuchte er Projekte des Evangelisch-Lutherischen Entwicklungsdienstes: Bauern probieren neue Techniken aus, Frauen legen ihre Ersparnisse zusammen, um kleine Unternehmen zu gründen, und Dörfer pflanzen Bäume für die Zukunft. „Das sind keine abstrakten Programme“, bemerkt Buerkle. „Sie ermöglichen Familien ein Leben in Würde und Hoffnung.“
Die Evangelisch-lutherische Kirche in Malawi steht vor Führungsherausforderungen und schwierigen Zukunftsfragen. Doch der Wille zu dienen ist unverkennbar. Für Buerkle war die Lehre der Reise einfach: Theologie und Alltag gehören zusammen. „Was ich lehrte, ist vielleicht weniger wichtig als die Tatsache, dass ich dort war“, überlegt er. „Zuhören, ermutigen, zeigen, dass ihr Dienst gesehen und geschätzt wird – das war vielleicht das Wichtigste.“
Von Äthiopien bis Malawi war die Botschaft dieselbe: Die Kirche Christi wächst durch Menschen, die bereit sind zu lernen, zu dienen und Seite an Seite zu gehen