Film und Gespräch: Das Leben der Entwurzelten
Die ev.-luth. Kirchengemeinde Wittingen und das Ev.-luth. Missionswerk in Niedersachsen (ELM) laden zu einem Filmabend mit anschließender Diskussion ein.
Die Veranstaltung findet am Donnerstag, 9. April, um 19 Uhr im Gemeindesaal der St. Stephanus Gemeinde, Gustav-Dobberkau-Str. 1, 29378 Wittingen statt.
Für den Film "Das Leben der Entwurzelten" sind die Berliner Filmemacher Philipp Seifert und Raphael Schanz im Auftrag des ELM nach Äthiopien gereist um die Situation von Binnengeflüchteten zu dokumentieren. Pastor Olaf Klein aus Wittingen war 2025 ebenfalls im Land, hat in der Umgebung von Hosaina einen Berufskollegen begleitet und die Lebensumstände der Menschen, aber auch das Gemeindeleben, kennen gelernt.
Vom ELM werden zwei Referentinnen als Gesprächsparterinnen im Anschluss an den Film dabei sein: Gabriele De Bona, Referentin Äthiopien und Gender international sowie Marlene Altebockwinkel, die als Referentin für internationale Partnerschaften unter anderem das Austauschprogramm "Kirche gibt's auch anderswo" begleitet, mit dem Olaf Klein in Äthiopien war.
Der Eintritt ist frei; gern können mit Spenden Projekte des ELM in Zusammenarbeit mit der Äthiopischen Evangelischen Kirche Mekane Yesus unterstützt werden.
Zum Film
Der Film beschreibt eindrücklich, was Binnengeflüchtete aus dem Osten Äthiopiens nach Adama führt. In bewegenden Szenen hören wir, wie Männer und Frauen unter dem Verlust ihrer Heimat, ihres Hab und Guts und ihres alten Lebens leiden. Doch mit Hilfe des Projektes, was gemeinsam mit dem diakonischen Zweig der Äthiopischen Evangelischen Kirche Mekane Yesus (EECMY DASSC), dem Ev.-luth. Missionswerk in Niedersachsen (ELM) und der großzügigen Unterstützung der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers durchgeführt wird, versuchen sie, wieder neu Fuß zu fassen. Allen voran erzählt der Protagonist Ibrahim Mohammed Hassan, wie er wieder Mut fasst und was sein Wunsch für die Zukunft ist. Ist er zunächst verzweifelt und erzählt, dass er nicht einmal genug Wasser hat, um saubere Kleidung tragen zu können oder dass er die Hauptmahlzeit auslässt, damit seine Kinder genug bekommen und ihnen sagt, er hätte schon gegessen, so schöpft er Hoffnung, dass sich mithilfe des Projektes seine Lebensumstände verbessern. Wie er sind ebenfalls einige Frauen von der unermesslichen Gewalt traumatisiert, die sie bei der Vertreibung erlebt haben, wo „Menschen mit Baggern in Gruben geschüttet wurden“ (Zitat). Nur langsam kann sich für sie etwas ändern und so sieht man auch die Frauen, die in einer Gemeinschaftsaktion dafür sorgen, dass ihr Flüchtlingscamp wieder in Ordnung gebracht und alle mithelfen aufzuräumen. Junge Männer erzählen von ihren verlorenen Träumen.
Doch am Ende berührt am meisten der Traum von Ibrahim Mohammed Hassan von einer Welt, in der alle Menschen gleich sind und in Frieden leben, unabhängig welcher Ethnie sie angehören mögen.
Dauer: 20 Min. Deutschland/Äthiopien 2024.
Teilnahme des Films an:
Return International Film & Art Festival, Deutschland (2024)
RESONANS - A Fringe of Nature & Culture, Dänemark (2024)
Kotka Human Rights Film Festival, Finnland (2024)
Africa International Human Rights Film Festival, Nigeria (2024)
Sofia MENAR Film Festival, Bulgarien (2024)
Corto Dorico Film Festival, Italien (2024)
Bamberger Kurzfilmtage, Deutschland (2025)
Zum Projekt
Das Projekt verfolgt die Strategie, die Probleme der jeweiligen Zielgruppen, Binnenvertriebene und Rückkehrerinnen, mit Schwerpunkt auf Frauen und Jugendliche durch wirtschaftliche und soziale Befähigung anzugehen. Der Ansatz der wirtschaftlichen Befähigung soll Menschen in die Lage versetzen, verschiedene einkommensschaffende Aktivitäten oder Kleinunternehmen zu betreiben. Eine Basis bildet die Bereitstellung von Schulungen zu unternehmerischen Fähigkeiten und Startkapital. Der Ansatz der sozialen Befähigung umfasst Sensibilisierungsschulungen und Maßnahmen zum Aufbau von Kapazitäten. Durch diese sollen die Entscheidungsbefugnis, die Kontrolle über Vermögenswerte, Selbstvertrauen, Geschlechterrollen und -verantwortlichkeiten usw. gestärkt werden.
Darüber hinaus soll das Projekt die Friedenskonsolidierung, Toleranz und Koexistenz zwischen den Menschen durch Seminare, Schulungsworkshops, Dialogtreffen usw. fördern. Es konzentriert sich auf unabhängige Konfliktlösungsmechanismen. Lokale Glaubensführer, Ältestenräte, traditionelle Führer, Frauen und Jugendliche, lokale Regierungsvertreter und andere interessierte Gruppen werden einbezogen.