„Wir sind uns ähnlicher, als wir denken“

Was für ein besonderer Tag - das ELM auf der LaGa 2026.

Jugendpartnerschaft mit Südafrika auf der Landesgartenschau

Was verbindet Jugendliche aus Niedersachsen und Südafrika? Dieser Frage widmete sich eine Gesprächsrunde des Evangelisch-lutherischen Missionswerks in Niedersachsen (ELM) auf der Landesgartenschau 2026 in Bad Nenndorf. Im Kirchenpavillon der Landeskirche Hannovers ging es um die Jugendpartnerschaft zwischen dem Kirchenkreis Hoya-Pyrmont und dem Kirchenkreis Kalahari in Südafrika.

Zu Gast war Peggy Zawilla, Diakonin mit Schwerpunkt Jugendarbeit in Bad Münder. Seit mehr als 30 Jahren ist sie mit der Partnerschaft verbunden. Mit 17 Jahren reiste sie erstmals nach Südafrika. Heute begleitet sie Jugendliche bei ihren eigenen Begegnungen. Interviewt wurde sie auf dem Podium von Dr. Vera Pabst, Pastorin und neue Leiterin der Abteilung Globale Gemeinde des ELM.

Begegnung statt Klischees

„Das Wichtigste an der Begegnung mit den Menschen vor Ort ist, dass man lernt, dass das genauso Menschen sind wie du und ich“, sagte Zawilla. Die Jugendlichen erleben einen anderen Alltag, eine andere Gesellschaft und eine andere kirchliche Kultur. Zugleich entdecken sie Gemeinsamkeiten: Familie, Freundschaften, Glaube und die Frage, was Menschen im Leben trägt und glücklich macht.

Die Vorbereitung auf eine Reise beginnt deshalb lange vor dem Abflug. Ein Jahr lang beschäftigen sich die Jugendlichen mit Geschichte und Gegenwart Südafrikas, der Apartheid und ihren Folgen, aber auch mit den Lebensbedingungen und der Kultur ihrer Partnerinnen und Partner. „Man muss die Menschen darauf vorbereiten“, betonte Zawilla. Die persönliche Begegnung helfe, vereinfachte Vorstellungen über ein Land und seine Menschen zu hinterfragen.

Freundschaften, die bleiben

Besonders wichtig sind die Beziehungen, die während der Begegnungen entstehen. Über WhatsApp und Videotelefonie bleiben die Jugendlichen auch zwischen den Reisen in Kontakt. So wachsen Freundschaften über Jahre. Nach dem Besuch der südafrikanischen Jugendlichen im vergangenen Jahr steht für die deutsche Gruppe bereits die nächste Reise nach Südafrika an.

Dass eine solche Partnerschaft weit über eine einzelne Reise hinauswirken kann, zeigen auch die heutigen Teamerinnen und Teamer. Einige waren selbst als Konfirmandinnen und Konfirmanden dabei und geben ihre Erfahrungen nun an die nächste Generation weiter.

„Ohne Maske“

Wie nachhaltig Begegnungen sein können, zeigen Porträts, die Zawilla mit zum Gespräch gebracht hatte. Deutsche und südafrikanische Jugendliche hatten gemeinsam mit einem Fotografen Bilder von sich gestaltet. Ihre Aufgabe: ein Foto zu finden, das die eigene Persönlichkeit zeigt – „ohne Maske“. Die dazugehörigen Texte ließen sich später kaum eindeutig den Bildern zuordnen.

Für Zawilla wurde darin sichtbar, wie ähnlich sich Menschen trotz unterschiedlicher Hautfarbe, Lebensbedingungen und wirtschaftlicher Möglichkeiten sind. Auch die Kirchen können voneinander lernen. Die südafrikanischen Gemeinden erlebt sie als Orte großer gegenseitiger Unterstützung und einer selbstverständlich gelebten Spiritualität.

Begegnungen wie diese brauchen deshalb auch in Zukunft persönliche Nähe: 

„Es ist etwas ganz anderes, wenn ich mit dir losgehe und wir erleben gemeinsam ein Abenteuer.“

Die Veranstaltung im Kirchenpavillon zeigte, wie aus einer kirchlichen Partnerschaft persönliche Beziehungen entstehen können – und wie Jugendliche dabei zu Brückenbauerinnen und Brückenbauern zwischen Kontinenten und Kulturen werden.

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