Im Tiefental: Spaziergang zu den Anfängen

Die Mitarbeiterin für internationale Ökumene des ELM, Cristina Scherer, hat am Randes des Missionsfestes das Tiefental erkundet. Die Heidefläche am Rande Hermannsburgs, wo die ersten Missionfeste mit Ludwig Harms gefeiert wurden.

Wir feierten das Fest der Mission. Hermannsburg war voll mit Gästen aus allen Ecken Deutschlands und der Welt. Dafür gab es viele Gründe: 175 Jahre Geschichte des ELM. 175 Jahre Mission, die Menschen, Kirchen und Projekte unterstützt. Gefeiert wurde vom 21. bis 23. Juni 2024.

Am Samstagnachmittag lag die Hauptfeier des Tages hinter uns. Was sollten wir in Hermannsburg tun, während wir auf den nächsten Termin am Abend warteten? Wir hatten die Idee, einen Spaziergang auf den schönen Wegen der typischen Heidevegetation zu machen. Mein Mentor, Pastor Friedel Fischer, der Student am Missionsseminar war, schlug mir und meiner Familie vor, eine Wanderung zu dem Ort zu machen, an dem alles begann. Die Temperatur war angenehm, und so starten wir unter Friedels Führung auf den 7 Kilometer langen Weg. Wir erreichten das Tiefental, in dem Pastor Ludwig Harms zahlreiche Versammlungen abhielt und wo das Missionsfest vor 175 Jahren seinen Ursprung hatte.

Was für ein Erlebnis: Zwei Pastor*innen – eine aus Brasilien, einer aus Deutschland, standen nun an dem Ort, an dem alles begann. Wir machten Fotos, hielten den Moment fest, versuchten, uns die Menschen vorzustellen, die dort, in diesem Tal saßen, auf das Wort Gottes hörten, beteten, feierten, zusammenlebten, mit ihren Familien, Freunden, der Gemeinschaft. Alles ohne große Technik und Struktur, aber mit dem wichtigstem, mit dem besten Teil, der niemandem genommen werden kann, vgl. Lukas 10,42.

In der Tat ist die Misselhorner Heide mit dem Tiefental auch heute noch ein inspirierender Ort, der uns zum Nachdenken anregt: Ja, Mission ist immer möglich, mit den Mitteln und Gaben, die Gott uns zu jeder Zeit schenkt, mit den Menschen, die er uns in und an den Weg stellt.

Gott stärkt uns ständig mit seinem Wort, das sich nie ändert und von Generation zu Generation gleichbleibt. Gott mit uns, der so viele Menschen in der Vergangenheit angetrieben hat, lässt uns in unserer heutigen Zeit niemals hilflos zurück. Es gibt unterschiedliche Herausforderungen, Ressourcen und Menschen, aber seine Mission, die „Missio Dei“, bleibt an jedem Ort, auf jeder Straße und in jedem Tal dieselbe. Jesus hat bereits bei seiner Taufe gezeigt, zu welcher Mission er gesandt wurde: "Ich bin gekommen, um alle Gerechtigkeit zu erfüllen" (Matthäus 3,15). Lassen wir zu, dass die Gerechtigkeit, die Christus gebracht und erfahren hat, auch heute unsere Mission inspiriert, auf verschiedenen Wegen, Projekten und Tälern, in Fülle und Überfluss, Liebe und Frieden!


von Cristina Scherer, Referentin für Internationale Ökumene des ELM und Pastorin in Kirchenkreis Walsrode

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