Lernen von Südafrika: Interkultureller Dialog für eine starke ehrenamtliche Verkündigung
Drei Prädikant*innen der Landeskirche Hannover bereiten sich gemeinsam mit ihren Ausbilder*innen und dem Ev.-luth. Missionswerk in Niedersachsen (ELM) auf eine Begegnungsreise nach Südafrika vor – mit dem Ziel, den Prädikantendienst nachhaltig zu stärken.
Interkultureller Austausch zwischen der Landeskirche Hannover und lutherischen Kirchen in Südafrika
Der Austausch mit lutherischen Partnerkirchen soll den Prädikantendienst der Hannoverschen Landeskirche nachhaltig stärken – gerade in Zeiten knapper werdender Ressourcen.
Mit großer Erwartung bereiten sich Prädikant*innen der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und deren Ausbilder*innen auf ihre Reise nach Südafrika im April vor. Beim Vorbereitungsseminar am 07. und 08. Februar des Ev.-luth. Missionswerks in Niedersachsen (ELM) in Hermannsburg wurden Geschichte und gesellschaftliche Entwicklungen Südafrikas ebenso thematisiert wie die Situation der lutherischen Kirchen und Fragen interkultureller Kommunikation intensiv behandelt.
Organisiert und geleitet wurde das Wochenende von Bradn Buerkle, ELM-Referent für Theologische Ausbildung in internationalen Kirchenpartnerschaften, und Dr. Joe Lüdemann,ELM-Referent für Ökumenische Zusammenarbeit Südafrika, Botsuana, Eswatini, die auch die Reise begleiten werden. Ziel des Wochenende und der Reise ist es, Begegnungen sorgfältig vorzubereiten und langfristige Kooperationen und Austausch zu fördern. Beide werden die Reise begleiten.
Ziel des Vorbereitungsseminars un der Reise ist es, Begegnungen sorgfältig vorzubereiten sowie langfristige Kooperationen und einen nachhaltigen kirchlichen Austausch zu fördern.
Geplant ist der Austausch mit folgenden südafrikanischen Partnerkirchen des ELM:
- ELCSA - Ev.-luth. Kirche im Südlichen Afrika
- ELCSA (Kap) – Ev.-luth. Kirche im Südlichen Afrika (Kap-Kirche)
- NELCSA - Nordöstliche Evangelisch-Lutherische Kirche in Südafrika
Ausbildung von Prädikant*innen: Lernen vom südafrikanischen "Know-How"
Der interkulturelle Dialog soll dazu beitragen, Ausbildung, geistliche Begleitung und Praxis ehrenamtlicher Verkündigung weiter zu profilieren. Die lutherischen Kirchen Südafrikas verfügen in diesem Bereich über großes Know How.
In Südafrika leiten Lai*innen seit jeher eigenständig Liturgien und übernehmen umfassende Verantwortung für den Gottesdienst und ihre Gemeinden. Pastor*innen betreuen häufig mehrere Gemeinden gleichzeitig - eine Situation, die perspektivisch auch in Deutschland in den kommenden Jahrzehnten Realität werden könnte.
Der Austausch eröffnet damit konkrete Impulse für die Weiterentwicklung des Prädikantendienstes in der Landeskirche.
Ausbilder*innen und Prädikant*innen lernen gemeinsam
Seitens der Prädikantenausbildung nehmen Pastorin Dr. Vera Christina Pabst und Pastorin Nadia El Karsheh teil. Vera Christina Pabst ist landeskirchliche Beauftragte für den Lektoren- und Prädikantendienst und seit rund 30 Jahren ökumenisch, wissenschaftlich und persönlich mit Südafrika verbunden.
Nadia El Karsheh ist zuständig für Teilhabeförderung in der Landeskirche. Sie hofft auf ein „richtig schönes Crossculture-Geben und -Nehmen“ sowie neue Perspektiven für eine vielfältige Kirche und die Prädikant*innen der Landeskirche Hannovers.
Erwartungen an die Reise nach Südafrika
Daniel Aldag, Prädikant und Mitglied der Landessynode, spricht von „gespannter Aufregung und Vorfreude“. Ihn interessiert besonders, „wie Kirche dort [Anm. d. Red.: Südafrika] funktioniert“ und wie ehrenamtliche Verkündigung in südafrikanischen Gemeinden gestaltet wird. Auch Dr. Johanna Gronau („sehr, sehr offen“ und „super neugierig“) und Barbara Paschke („echte Horizonterweiterung“) erwarten wertvolle Impulse.
Ehrenamtliche Verkündigung als tragende Säule kirchlichen Lebens
In Zeiten sinkender Ressourcen wird deutlich: Ehrenamtliche Verkündigung ist keine Notlösung, sondern kann zu einer tragenden Säule kirchlichen Lebens werden. Damit sie qualitätsvoll und zukunftsfähig bleibt, braucht sie gezielte Förderung, strukturierte Ausbildung und internationale Lernräume, die den eigenen Horizont weiten.
Die Reise nach Südafrika versteht sich daher nicht als einmaliges Ereignis, sondern als Teil eines langfristigen Prozesses gegenseitigen Lernens und ökumenischer Zusammenarbeit.
Berichte von der Begegnung vor Ort werden folgen.