Internationale Partnerschaften als Quelle der Inspiration
Das neue Veranstaltungsformat „Inspiration um 11“ beschäftigt sich damit, wie internationale kirchliche Partnerschaften über den Kreis ihrer Aktiven hinaus wirken können.
Sie bestehen teils schon seit Jahrzehnten und bereichern die Teilnehmenden im Globalen Süden ebenso wie in Deutschland: Internationale kirchliche Partnerschaften gibt es zwischen Kirchengemeinden und -kreisen. Sie ermöglichen jenen „Blick über den Tellerrand“, der sich wie ein roter Faden auch in Form von Projekten, Veranstaltungen und Austauschprogrammen durch die gesamte Arbeit des Ev.-luth. Missionswerks in Niedersachsen (ELM) zieht. Im Mittelpunkt der internationalen kirchlichen Partnerschaftsarbeit stehen für die Akteur*innen naturgemäß die gegenseitigen Besuche. Aber wie kann das, was Aktive durch ihre Partnerschaftsarbeit erleben und erfahren, auch die heimische Gemeinde oder den Kirchenkreis bereichern?
Ideen, die auf diese Fragen Antworten geben, wurden nun im Dezember 2025 erstmals per Zoom diskutiert. Die beiden Partnerschaftsreferentinnen des ELM, Marlene Altebockwinkel und Nina Roggenbuck-Bauer, hatten dazu Peter Meißner von der Ev. Agentur der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers als Gastreferent eingeladen. Er stellte das Projekt „Mitten im Stadtteil - Sommer auf dem Platz“ vor, mit dem die Christophorusgemeinde in Göttingen 2024 erstmals gezielt Kontaktflächen in den öffentlichen Raum geschaffen hat.
„Kirche im Sozialraum, das ist mein Thema und auch eines der Zukunftsthemen der Landeskirche“, erläuterte Meißner. In Göttingen wurde diesen Sommer zum zweiten Mal ein Platz vor der Kirche für einige Wochen zum Ort der Begegnung. Nach einer von der Gemeinde initiierten Beteiligungswerkstatt wurde gemeinsam mit Organisationen, Vereinen und Kulturschaffenden aus dem nachbarschaftlichen Umfeld ein buntes Programm auf die Beine gestellt, das der Referent mit „begegnen, erleben, spielen, genießen, feiern“ beschrieb. Mitgemacht haben unter anderem eine katholische Kirchengemeinde, eine muslimische und eine koreanische Gemeinde, Sportvereine, Bands und Theatergruppen.
„Und was hat das jetzt mit unseren internationalen Partnerschaften zu tun?“ mag sich der eine oder die andere Teilnehmer*in im Zoom zunächst gefragt haben. Im Laufe des anschließenden Gesprächs wurde aber immer deutlicher: Das Wirken in ihre Kirchengemeinde und den umgebenden Sozialraum hinein ist für viele Partnerschaftsaktive eine Herausforderung. „Wir sind in unserer Bubble, die Gemeinde interessiert es nicht so sehr“, wurde schon in der Vorstellungsrunde von einem Teilnehmer berichtet. „Wir müssen Kompetenzen entwickeln, unabhängig vom Reisen“, bilanzierte derselbe Teilnehmer am Ende.
Genau das wollen die beiden ELM-Referentinnen vermitteln. „Die Partnerschaftsaktiven sind oft mit ihren Gedanken im Globalen Süden, dort wo ihre Partner sind. Sie könnten sich aber auch fragen: Wo können wir hier vor Ort den Input anbringen, den wir durch unsere Partnerschaft erhalten. Welche Gruppen beschäftigen sich vielleicht hier bei uns mit den gleichen Themen?“, erläuterte Marlene Altebockwinkel. Es gehe darum, aus der Partnerschaft Inspiration zu holen für eine lebendige Gemeinde.
„Ansprechbar und sichtbar sein“, das hält Nina Roggenbuck-Bauer für essentiell in der Partnerschaftsarbeit. Hierfür bietet das Beispiel aus Göttingen viele Ideen. „Aufgabenfelder suchen, vernetzen und Partnerschaftsarbeit im Kirchenkreis gestalten“, lautet ab sofort die Devise für alle, die sich „um 11“ haben inspirieren lassen.