#I AM-Projekt mit theologischem Wettbewerb gestartet
„Ich bin das Brot des Lebens ...“, „Ich bin das Licht der Welt ...“, „Ich bin die Tür ...“ oder „Ich bin die Auferstehung und das Leben ...“.
In den „Ich-bin-Worten“ offenbart Jesus den Kern seines Wesens. Diese Worte stehen jetzt im Mittelpunkt eines Projektes des Ev.-luth. Missionswerks in Niedersachsen (ELM). „Wir möchten damit unsere Verwurzelung im Glauben deutlich machen und zeigen, warum sie zu Aktivität führt“, erläutert Hannah Rose, ELM-Referentin für Armut und Friedensarbeit international. Sie hat gemeinsam mit ihren Kollegen Bradn Buerkle und Waldemar Rausch das Projekt „#I AM“ ins Leben gerufen.
Es ist auf mehrere Jahre angelegt und beinhaltet verschiedene Formate, in denen die „Ich-bin-Worte“ durch Menschen aus evangelisch-lutherischen Kirchen weltweit interpretiert und diskutiert werden. Sind sie vor allem als Metapher zu sehen, oder bedeuten sie ganz konkret einen Aufruf zu diakonischem Handeln, der sich auf die Versorgung mit Wasser, Lebensmitteln oder auch Energie bezieht? Beinhalten sie vielleicht sogar eine politische Komponente?
Diese Fragen haben jetzt neun Studierende der FIT wissenschaftlich fundiert reflektiert. Sie waren im Rahmen eines Wettbewerbs, den das #I AM-Team in Kooperation mit Prof. Dr. Johannes Weth von der Fachhochschule für Interkulturelle Theologie Hermannsburg (FIT) organisiert hatte, aufgerufen, zu einem von ihnen ausgewählten „Ich-bin-Wort“ eine Essay zu verfassen. Dabei wurde akademisches Bibelstudium auf einen konkreten Kontext in ihrem jeweiligen Heimatland bezogen. Im Gottesdienst zum Semesterabschluss der FIT am 8. Juli 2025 wurden diese Arbeiten mit einer Siegerehrung gewürdigt.
Bradn Buerkle, ELM-Referent für Theologische Aus- und Weiterbildung, gab den Gottesdienstbesucher*innen einen kurzen Einblick in die Inhalte der Essays, die sich mit der Lebenssituation der Menschen, unter anderem in Myanmar, Ruanda, Pakistan und Ghana befassen.
Drei der Teilnehmenden erhielten als „Die Besten der Besten“ für ihre Arbeiten eine besondere Auszeichnung:
Anmol Monisha aus Pakistan schrieb über die Verse aus Johannes 10,7-9 („Ich bin die Tür ...“). Sie sieht Jesus hier als „ein mächtiges Symbol für Schutz, gemeinschaftliche Identität und Widerstand gegen soziopolitische Unterdrückung“. Zugleich hebt sie die Stärkung marginalisierter Gläubiger in verschiedenen Kontexten durch Jesu Worte hervor.
Jean Pierre Hakizimana hat sich mit den Versen . „Ich bin die Auferstehung und das Leben“ (Johannes 11,25) beschäftigt und interpretiert sie im Rahmen einer „Theologie der Traumaheilung“ im Ruanda nach dem Völkermord. Daraus entwickelt er Projektideen zu Seelsorge und psychischer Gesundheit.
Joel Kushunu Ddrisu beleuchtet den Vers. „Ich bin das Licht der Welt ...“ (Johannes 8,12) in Bezug auf die bedeutsame Rolle der Kirche im Leben der Kopf-Trägerinnen in Kumasi/Ghana. Sie haben ein extrem hartes Leben. Ausgangspunkt der Betrachtung ist das Licht Gottes, das bereits in diesen Frauen ist, und das sie durch Sicherheit und Stärkung leuchten lassen können.
Die nächste Veranstaltung des Projektes #I AM ist schon in Vorbereitung. Vom 30. November bis 7. Dezember 2025 findet in Kooperation mit der Missionsakademie Hamburg ein Präsenz-Workshop in Hanstedt (Lüneburger Heide) und Hamburg statt. Zwölf internationale Teilnehmende aus den Partnerkirchen des ELM sprechen darüber, was Jesus‘ „Ich-bin-Worte“ aus ihrer Sicht bedeuten. Letztlich sollen aus diesem Projekt auch Materialien entstehen, die dann wiederum für Predigten, Hauskreise, Konfirmand*innenarbeit und weitere Anlässe genutzt werden können.