Forderung: Wer betroffen ist, muss mitentscheiden
Rohstoffabbau in indigenen Gebieten
Mehr als die Hälfte der Rohstoffvorkommen für Zukunftstechnologien liegen in den Lebensräumen bzw. Territorien indigener Völker. Umso wichtiger ist es, dass wirtschaftliche Interessen nicht über ihre Rechte gestellt werden: Mitbestimmung ist die Grundlage für einen gerechten und nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen.
Dennoch wird insbesondere das Recht indigener Völker auf freie, vorherige und informierte Zustimmung (FPIC) bei Bergbauprojekten häufig missachtet. Daher fordert das Ev.-luth. Missionswerk gemeinsam mit über 30 Umwelt-, Menschenrechts- und Entwicklungsorganisationen, den Zugang zu Informationen, wirksame Beteiligung und wirksame Beschwerde und Abhilfeverfahren für betroffene Bevölkerungsgruppen sicherstellen. Die Rechte indigener Völker, insbesondere FPIC, verbindlich umsetzen.
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Zum Hintergrund:
Der Arbeitskreises ILO 169 - Rechte indigener Völker umsetzen
Das Ev.-luth. Missionswerk in Niedersachsen ist Teil des Arbeitskreises ILO 169 - Rechte indigener Völker umsetzen. Der Arbeitskreis ist ein Zusammenschluss aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Aktivismus. Gemeinsam engagiert er sich für die Rechte indigener Völker – auf Basis der ILO-Konvention 169, dem zentralen Abkommen zum Schutz indigener Rechte.
Die ILO 169
Die ILO 169 Konvention von 1989 erkennt die eigenständigen Merkmale und Lebensentwürfe eines indigenen Volkes an. Die insgesamt 44 Artikel sollen indigenen Völkern eine Entwicklung ermöglichen, die ihren jeweiligen eigenen Prioritäten als indigenes Volk Rechnung trägt. Herzstück der ILO-Konvention 169 sind die Konsultations- und Partizipationsverfahren, um Beteiligung und Mitsprache indigener Völker an Projekten zu gewährleisten, die sie betreffen.
Rohstoffe und Menschenrechte
Bergbau, Öl- und Gasförderung sowie große Infrastrukturprojekte greifen häufig tief in indigene Territorien ein. Sie bedrohen Wälder, Gewässer und die Lebensgrundlagen der Menschen, die diese Gebiete seit Generationen schützen und bewirtschaften. Der Schutz indigener Rechte ist deshalb untrennbar mit einer verantwortungsvollen Rohstoffpolitik verbunden.
Mitbestimmung ist ein Recht
Die ILO-Konvention 169 stärkt die Mitbestimmung indigener Gemeinschaften bei der Nutzung natürlicher Ressourcen. Betroffene Völker müssen frühzeitig informiert, umfassend konsultiert und an Entscheidungen beteiligt werden. Projekte in ihren Gebieten sollen nur mit ihrer freien, vorherigen und informierten Zustimmung umgesetzt werden – nicht über ihre Köpfe hinweg.
Globale Verantwortung
Auch Deutschland trägt Verantwortung: Der hohe Bedarf an Rohstoffen beeinflusst weltweite Lieferketten und erhöht den Druck auf indigene Lebensräume. Eine nachhaltige Zukunft gelingt nur, wenn der Schutz von Menschenrechten, biologischer Vielfalt und echter Mitbestimmung zusammen gedacht wird.
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Kontakt:
Referent Advocacy International/
Ökumenische Zusammenarbeit Malawi
Tobias Schäfer-Sell
Telefon +49 (0)511 1215-292
t.schaefer(at)elm-mission(dot)net