"Ich vermag alles durch den, der mich stark macht"
Am 6. Juli wurde Pastor Bernd Klein nach über 32 Jahren Dienst in den Ruhestand verabschiedet. Zur Feier in Osnabrück kamen viele Freund*innen und Kolleg*innen zusammen.
Zur Vorbereitung des Gottesdienstes wurde es ungewöhnlich in der Sakristei: Alle Beteiligten am Gottesdienst übten noch das erste Lied, um es als "Chor" gemeinsam zu gebärden: "Meine Hoffnung und meine Freude ...". Denn Pastor Bernd Klein war Gebärdenseelsorger und viele der Besucher*innen im Gottesdienst auf Gebärdensprache angewiesen.
Superintendent Dr. Joachim Jeska (Osnabrück) würdigte den Lebensweg von Bernd Klein: Nach der Bäckerlehre begann er sein Theologiestudium am Missionsseminar in Hermannsburg. Sein Dienst begann als Vikar in Hamburg und Fairmont (Minnesota/USA) und ging dann in Motswedi und Akasia in Südafrika weiter.
Nach der Rückkehr war Klein in Weyhausen tätig. Stationiert in Osnabrück, war er dann für einen großen Bereich Niedersachsens in der Seelsorge in Gebärdensprache zuständig. Er fühlte sich getragen von Gottes Kraft, die ihn durch viele Herausforderungen getragen hat. Der Bibelvers aus dem Philipperbrief – „Ich vermag alles durch den, der mich stark macht“ – zog sich wie ein roter Faden durch seinen Dienst.
Gebärdensprache hatte Klein in Südafrika gelernt. Um einladende Gemeinde für alle Gemeindeglieder zu sein, fehlte ein Angebot für Menschen, die der Lautsprache nicht folgen können. Sein späterer Dienst in Niedersachsen war dann eine Folge davon.
Sowohl in Motswedi wie in Akasia hat Klein nicht nur Gemeinde gebaut, sondern auch eine neue Kirche. Während die Kirche in Motswedi zu alt und klein war, gab es in Akasia noch keine. Die doppelte Herausforderung von Gemeindedienst und Kirchbau war nicht immer leicht. In einem Bericht ans ELM beschrieb er das sehr plastisch: „Der Bau selbst erinnert uns häufig an Petrus, wie er Jesu Auftrag folgte, auf dem Wasser zu ihm zu kommen. Manchmal kann einem schon mulmig werden – nicht zu wissen, ob das Wasser auch trägt, doch wir richten unseren Blick im Gebet auf Jesus und wissen, dass alles zu einem guten Ende kommen wird.“
Dass die Familie Spuren hinterlassen hat, zeigte sich sowohl daran, dass über 60 Gemeindeglieder aus Motswedi extra nach Akasia zu dem Abschied dort gekommen waren - aber auch erneut am 6. Juli bei den vielen Gästen zur Verabschiedung in den Ruhestand.
Das ELM ist dankbar für den Dienst von Bernd Klein und seiner Familie. Wir wünschen ihnen alles Gute für den nun vor ihnen liegenden Ruhestand.