Bild: © Cinema del Sol

Bewegender Filmabend mit Blick über den Tellerrand

Ev.-luth. Missionswerk in Niedersachsen (ELM), Nordstädter Kirchengemeinde Hannover und Deutsch-indische Gesellschaft präsentierten "Der Zopf" als Open Air-Kino.

Der Blick über den Tellerrand war an diesem Augustabend kein schweres Unterfangen. Laue Sommerluft, eine große Leinwand, eine gastfreundliche Kirche und ein bewegender Kinofilm waren die Zutaten für das ELM-Sommerkino in Hannover 2026.

Rund 120 Menschen versammelten sich am späten Abend unter der Linde auf dem Vorplatz der Nordstädter Lutherkirche. Thekla Haß, Jugendreferentin im ELM, führte stellvertretend für die verhinderte Indienreferentin Ute Penzel durch den Abend und leitete thematisch ein: "Die Lage der Frauen in Indien ist immer noch schwierig. Einerseits gibt es formale Gleichstellungsgesetze, andererseits aber auch tief verankerte patriarchale Strukturen. Das führt vor allem zu geschlechtsspezifischer Gewalt, sozialer Benachteiligung und wirtschaftlichen Hürden im Alltag der Frauen." Weiter wurde darüber informiert, wie sich die Partnerkirchen des ELM in Indien für Mädchen und Frauen einsetzen, unter anderem über besondere Programme, Kindergärten, Schulen, Hostels und Ausbildungsstätten für Mädchen und Frauen, die oft zusätzlich aus der Gruppe der Dalits  ("Unberührbare") stammen und es dadurch meist noch schwieriger haben.

In diesem Jahr waren neben der Nordstädter Kirchengemeinde und dem Solaren Wanderkino „Cinema del Sol“ auch die Deutsch-Indische Gesellschaft als Kooperationspartner beteiligt. Das gemeinsame Anliegen: Internationale Vernetzung, Begegnung und Solidarität verstehen und erfahrbar machen. Der indische Spielfilm „der Zopf“, basierend auf dem gleichnamigen Buch, ist ein spannendes Kaleidoskop über drei Frauen und ihren Wunsch nach Freiheit. In Nordindien flieht eine Frau aus der Gruppe der "Unberührbaren" (Dalits) aus ihrer Dorfgemeinschaft. Sie will ihrer Tochter ein besseres Leben ermöglichen. In Italien will eine junge Frau die Perückenwerkstatt ihres Vaters retten, die zu viele Schulden hat. In Kanada ist eine Anwältin mit einer schweren Krankheit konfrontiert.

Unterschiedliche Länder und kulturelle Kontexte, aber doch miteinander verflochten. Spannend, erschütternd, anrührend und unterhaltsam wurden die Zuschauer*innen mitgenommen in andere Kontexte.

Langer Applaus und viele positive Rückmeldungen erfüllten das Organisations-Team mit Dankbarkeit für einen gelungenen Kinoabend. Für „Cinema del Sol“ geht die Open-Air Kinosaison jetzt erst richtig los. Das ELM ist sicherlich im nächsten Jahr auch wieder dabei.

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