Herausforderungen für die Jugendarbeit - in Indien und Deutschland
„Three in One“: Zwei deutsche Organisationen und eine indische Kirche haben eine weitere Online-Veranstaltung durchgeführt.
Das spannende Thema „Jugend in einer sich wandelnden Gesellschaft: Herausforderungen und Chancen für die Kirche“ beschäftigte das Leipziger Missionswerk, die Ev.-luth. Tamilkirche (TELC) und das Ev.-luth. Missionswerk in Niedersachsen (ELM). Als Fachleute waren Sarah Kling, Kirchenkreisjugendwartin in Gifhorn der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers, und Pastor Joshua Nimalan Manson, Generalsekretär der Jugendarbeit in der TELC, der Einladung gefolgt.Während Joshua Manson in seiner Arbeit die Altersgruppe der 18- bis 35-Jährigen erreicht, konzentriert sich Sarah Kling auf die Arbeit mit Konfirmand*innen, Jugendlichen und Teamer*innen.
Die Gesellschaft verändert sich, sei es in Indien oder in Deutschland. Diese Auswirkungen konnten in beiden Kontexten festgestellt werden. Vieles hat sich nach der Corona-Pandemie verändert. Junge Leute sind oft „mehr für sich“, konnten beide bestätigen. Auch die Belastung durch Kriege führt zu Verunsicherung. „Manchmal biete ich spannende Veranstaltungen an, aber niemand oder nur wenige kommen“, berichtet Kling. Nimalan kennt das: „Unsere Kirche ist stark im ländlichen Kontext vertreten. Junge Menschen migrieren in die Städte, wir haben dort nicht genug Angebote. Dann verlieren wir sie.“ Alte Traditionen der Kirche können auch ein Hinderungsgrund sein.
Anschließend berichten beide von ihrer lebendigen Jugendarbeit. Kling erzählt von der wichtigen Jugendleiterschulung, von der politischen Arbeit in Gremien und Konventen sowie von wunderbaren Sommercamps.
Nimalan ergänzt mit Angeboten aus dem geistlichen Bereich: Freizeiten, Gebetsgruppen, Seelsorge, Besuche, Online-Seelsorge, Gremienarbeit sowie Gemeinwesenprojekte wie beispielsweise Bäume pflanzen und Blut spenden.
Am Ende werden beide zu einem Erlebnis befragt, bei dem ihr Herz aufgegangen ist. Joshua Nimalan berichtet von einem einschneidenden Erlebnis. Ein junger Mann hatte sich immer mehr zurückgezogen und war depressiv geworden. Rev. Joshua war in dieser Zeit mit vielen anderen Dingen beschäftigt. Schließlich hat sich der junge Mann erhängt. Diese Erfahrung war für Nimalan traurig, aber auch wichtig, um junge Menschen mehr zu begleiten.
Sarah Kling bietet mit Teamer*innen regelmäßig Summercamps an. Bei einem Summercamp in Frankreich haben die Jugendlichen einen intensiven Gottesdienst allein vorbereitet und durchgeführt. Da sei “ein Stück Himmel aufgegangen“.
Die nächste Veranstaltung findet am 23. September 2026 zum Thema Landwirtschaft statt.