Auf den Schatz der weltweiten Kirche geblickt
Partnerschaftsgottesdienst des Kirchenkreises Stolzenau-Loccum mit Gast aus dem Ev.-luth. Missionswerk in Niedersachsen.
Die Flagge Südafrikas, das Banner eines Partnerschaftsjubiläums und Chorusse in der Sprache isiZulu beim Warmsingen des Chores signalisierten ELM-Referent Dr. Joe Lüdemann auf den ersten Blick, dass er am "richtigen Ort" war - beim Partnerschaftsgottesdienst des Kirchenkreises Stolzenau-Loccum. Birthe Hagestedt, die Vorsitzende des Partnerschaftsausschusses, hatte er bereits als regelmäßige und aktive Teilnehmerin der Südafrika-Partnerschaftstagung des Ev.-luth. Missionswerks in Niedersachsen (ELM) kennengelernt. Nun hatte sie den ELM-Referenten für die Ökumenische Zusammenarbeit mit Südafrika, Botsuana und Eswatini eingeladen mit der Bitte um eine Predigt und einen Bericht über die Feierlichkeiten der ELCSA (Ev.-luth. Kirche im Südlichen Afrika) zu deren 50-jährigem Bestehen. Dazu war Dr. Joe Lüdemann im Dezember 2025 in nach Rustenburg / Südafrika gereist und sollte nun davon erzählen – möglichst mit Bildern.
Der Chor stimmte gleich lebendig sowohl sprachlich (isiZulu) als auch inhaltlich auf einen Gottesdienst mit international ökumenischem Fokus ein. In der Predigt nahm Lüdemann die ca 70 Mitfeiernden inhaltlich mit zu einer Begegnung mit einem Straßenjungen in Durban, der mit Drogen dealt und eines Tages mit einer älteren Frau in Kontakt kommt. Sie gehört zur Frauengruppe der Innenstadtgemeinde der ELCSA in Durban. Lüdemann lud die Hörenden ein, sich selbst in diese Erzählung einzufühlen und einen neuen Blick auf die einladenden und nicht verurteilend ausgebreiteten Arme unseres Gottes zu werfen.
Danach wurde von Mitgliedern des Partnerschaftsausschusses über den derzeitigen Stand der Partnerschaft mit dem Kirchenkreis Eastern Cape der Cape-Orange-Diözese der ELM-Partnerkirche ELCSA berichtet und auf einen mehr als 40-jährigen gemeinsamen Weg zurückgeblickt. Ein Grußwort des Superintendenten des Eastern Cape-Kirchenkreises wurde vorgelesen.
Besonders bewegend gestaltete sich der Rückblick eines der Gründungsmitglieder dieser Kirchenkreispartnerschaft auf deren Anfänge und seine persönlichen Beweggründe, sich von Anfang an dabei zu engagieren. Der 94-Jährige erzählte, dass er noch während des Zweiten Weltkrieges konfirmiert wurde und damals der Hitlerjugend angehört hätte. Er berichtete, wie das Nazi-Regime alles „Andersartige“ als minderwertig deklariert hatte. Nun wurde ihm einige Jahrzehnte später in den 1970er Jahren durch die Partnerschaftsarbeit des ELM und der Landeskirche Hannovers ein Blick auf die weltweite Kirche geschenkt, die eine ganz andere Botschaft ausstrahlte: „Ich begegnete zum ersten mal Christen mit einer anderen Kultur, ja, einer anderen Hautfarbe! …und sie feierten den Glauben an denselben Gott wie ich. …und ich konnte sie kennenlernen und sie besuchen und sie besuchten mich. Das war etwas ganz Besonderes!“
Die Feier wurde in ihrer Gänze zum Blick auf den reichen Schatz, den Gott uns durch die Einladung zum Mitwirken in der weltweiten Kirche schenkt – ein ermutigender Abend!