ELCSA feiert 50-jähriges Bestehen
Dr. Joe Lüdemann ist als Vertreter des Ev.-luth. Missionswerks in Niedersachsen nach Thlabane gereist.
50 Jahre ELCSA – Jubiläum voller Hoffnung und Gemeinschaft
Mit einem mehrtägigen Fest feiert die Evangelical Lutheran Church in Southern Africa (ELCSA) ihr 50-jähriges Bestehen. Rund um den 18. Dezember 2025 kamen Tausende von Menschen in Thlabane bei Rustenburg zusammen, um dankbar auf die Geschichte der Kirche zu blicken und hoffnungsvoll in die Zukunft zu schauen. Thlabane ist dabei ein geschichtsträchtiger Ort: Hier wurde die Kirche am 18./19. Dezember 1975 gegründet – und sogar das Mobiliar der damaligen Versammlung ist bis heute erhalten.
Von regionalen Kirchen zur gemeinsamen Kirche
Die ELCSA entstand, als sich mehrere lutherische Regionalkirchen Südafrikas zusammenschlossen und sich eine gemeinsame Verfassung gaben. Dieses Ereignis markierte einen wichtigen Schritt hin zu kirchlicher Einheit und prägt die Identität der Kirche bis heute. Das Jubiläum wurde bereits das ganze Jahr über in verschiedenen Gemeinden begangen; Höhepunkt sind nun die viertägigen zentralen Feierlichkeiten in Thlabane.
Der leitende Bischof der ELCSA, Nkosinathi M. Myaka, eröffnete die Jubiläumswoche mit dem Blasen eines traditionellen afrikanischen Horns, das Menschen zu wichtigen Anlässen zusammenruft. In seiner Auslegung verwies er auf das biblische Jubeljahr – ein Jahr der Befreiung, des Neuanfangs und der Hoffnung.
Rückblick, Gegenwart und Zukunft der Kirche
Wie bei solchen Jubiläen üblich, richteten sich die Blicke sowohl zurück als auch nach vorn: auf die Geschichte der Kirche, auf ihre Aufgaben und ihre Bedeutung für Gemeinschaft und Gesellschaft – und nicht zuletzt auf das gemeinsame Gebet um Gottes Segen für die kommenden Jahre.
Ein wichtiger Programmpunkt war die Vorstellung des Buches „The Road to Unity“ von Prof. Philippe Denis (University of KwaZulu-Natal), das den Weg der lutherischen Kirchen in Südafrika hin zu mehr Einheit nachzeichnet. Eine begleitende Ausstellung machte die Geschichte und vielfältige Arbeit der ELCSA anschaulich.
Internationale Partnerschaft und ökumenische Verbundenheit
An den Feierlichkeiten nehmen zahlreiche internationale Gäste teil. Dr. Joe Lüdemann, Referent für Südafrika, Botsuana und Eswatini, ist gemeinsam mit Oberkirchenrat Dirk Stelter, Leiter des Referats Mission – Ökumene – Religionen der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, als Vertreter des Evangelisch-lutherischen Missionswerks in Niedersachsen (ELM) angereist. Die ELCSA ist eine langjährige mit dem ELM verbundene Kirche.
Beim Eröffnungsgottesdienst und in vielen Begegnungen tauschten sie sich mit Besucherinnen und Besuchern aus allen Arbeitsbereichen der ELCSA aus – aus der Frauen-, Männer- und Jugendarbeit ebenso wie aus kirchlichen Leitungsstrukturen. Diese Begegnungen machten die Lebendigkeit und Vielfalt der Kirche eindrücklich sichtbar.
Ein ökumenisches Partnerschaftstreffen mit Gästen aus Europa, Afrika und den USA – darunter der neu gewählte leitende Bischof der Evangelical Lutheran Church in America (ELCA) – unterstrich die weltweite Verbundenheit. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Partnerkirchen die ELCSA künftig noch stärker gemeinsam unterstützen können, insbesondere im Blick auf die theologische Ausbildung am Lutheran Theological Seminary in Umphumulo.
Musik, Fest und großer Abschluss
Ein festliches Gala-Dinner mit hochrangigen politischen Gästen, darunter der südafrikanische Vizepräsident, bildete einen weiteren Höhepunkt der Woche. In einer Andacht stand dabei das Thema Hoffnung im Zentrum.
Der Samstag ist der kirchlichen Musik gewidmet: Chöre und Musikgruppen aus allen Diözesen gestalten ein vielfältiges Programm. Den feierlichen Abschluss bildet ein großer Gottesdienst im Stadion von Rustenburg.
Ein Zeichen der Hoffnung
Das 50-jährige Jubiläum der ELCSA ist Ausdruck tiefer Dankbarkeit für den bisherigen Weg, gelebter internationaler Gemeinschaft und der Hoffnung, dass Kirche auch in Zukunft Menschen verbindet, stärkt und Orientierung gibt.