Argentinien: Andacht gegen Gewalt
Kirche in Paraná beteiligt sich an 16-Tage-Kampagne gegen Gewalt an Frauen.
Am 27. November 2025 veranstaltete die Methodistenkirche in Paraná (Entre Ríos, Argentinien) im Rahmen der 16 Tage-Kampagne "Orange the World" gegen Gewalt an Frauen eine ökumenische Gedenkfeier mit dem Titel „Wir dürfen nicht wegsehen“. Sie beinhaltete auch digitale Demonstrationen, die dieses Jahr unter dem globalen Slogan „#NoExcuse für online abuse“ stattfanden. Frauen und Männer aus der Evangelischen Kirche des Río de la Plata (IERP), Methodisten, Waldenser und andere Konfessionen nahmen daran teil. Die IERP ist seit diesem Jahr Partnerkirche des Ev.-luth. Missionswerks in Niedersachsen (ELM).
Die biblische Reflexion konzentrierte sich auf Lukas 10,38-42 (Maria und Martha), gelesen aus einer Gender- und Gerechtigkeitsperspektive. In kleinen Gruppen stellten sich die Teilnehmer*innen die Geschichte im Kontext der heutigen sozialen Netzwerke vor und diskutierten über Rollen, unsichtbare Belastungen und Machtverhältnisse. Sie zündeten eine Kerze an und schrieben die Worte „Hoffnung, Gerechtigkeit und Erinnerung“ auf gezeichnete Hände als sichtbares Zeichen ihres Engagements, ihrer Fürsorge und Solidarität.
„Wir arbeiten ökumenisch, in gemeinsamen Projekten mit verschiedenen christlichen Glaubensrichtungen, wobei die Begegnung immer im Vordergrund steht. Deshalb stärken wir heute unsere Beziehungen um zu feiern und uns auszutauschen. Gemeinsam teilen wir Lesungen und Gespräche, in denen die Geschlechterperspektive im Mittelpunkt steht und die uns helfen, unsere Realität gerechter und gemeinschaftlicher zu betrachten”, sagte Mariela Weiss, eine engagierte Laiin, Teilnehmerin und eine der Förderinnen dieser Räume, die Teil der IERP-Gemeinde in der Stadt ist.
Die Kirche, die die Gemeinschaft mit Gebeten, Gesängen und Besinnung beherbergte, war von Symbolen der Erinnerung und des Lebens begleitet: leere Stühle zum Gedenken an Frauen, die Opfer von Femiziden geworden sind, lebende Pflanzen, eine Schale mit Wasser, Kerzen, schwarze Kleidungsstücke aus der Kampagne „Schwarzer Donnerstag“, gezeichnete Hände, eine offene Bibel und ein Kreuz, neben anderen Zeichen. Die Feier endete mit einem Schlussgebet, der Verteilung von orangefarbenen Bändern und Informationsmaterialien, um Schwestern und Brüdern in Gewaltsituationen zu helfen.
Die Paraná-Gemeinde der IERP bekräftigt damit gemeinsam mit anderen christlichen Gemeinschaften der Stadt ihr Engagement, ihren Glauben mit sozialer Verantwortung zu leben, keine Form von Gewalt zu dulden und diejenigen, die am meisten leiden, mit Liebe und Gerechtigkeit zu begleiten: „Im Namen Gottes: keine Gewalt mehr, kein Tod mehr!“.
Von Eugenio Albrecht, Journalist der IERP