Partnerschaftsarbeit postkolonial unter die Lupe genommen
10. November, 17 Uhr bis 12. November, ca. 13 Uhr im Ludwig-Harms-Haus in Hermannsburg
Für gelingende Partnerschaft sind die Kunst der Selbstreflexion und das kritische Hinterfragen liebgewordener Gewohnheiten heilsam. Das lässt sich in Partnerschaften zwischen zwei Menschen, aber auch zwischen Partnerschaftsgruppen erfahren. Das, was unseren Blick auf uns selbst und auf die „Anderen“ geprägt hat, ist uns oft nicht bewusst. Es entscheidet aber darüber, wie wir wahrnehmen, denken, fühlen und handeln. Durch welche Brille sehen wir uns und die Anderen? Dieser Frage wollen wir am Samstag mit verschiedenen Methoden unter der Leitung von Britta Hemshorn de Sánchez auf die Spur kommen.
Hintergrund: Postkoloniale Theorien und Praktiken
Postkoloniale Theorien und Praktiken sind nicht in einer einheitlichen Definition zu erfassen, sondern speisen sich aus verschiedenen Strömungen. Gemeinsam ist ihnen, dass sie koloniale Verhältnisse offenlegen und alternative, widerständige Ansätze erarbeiten. Dabei ist es notwendig, die Erkenntnisse verschiedener Disziplinen, wie etwa der Geschichts-, Sprach- oder Kulturwissenschaft einzubeziehen. Diese transdisziplinäre Bearbeitung findet auf zwei Feldern statt: Einerseits geht es um die kritische Aufarbeitung ehemaliger Kolonialgeschichte – für Theologie, Religionspädagogik und Partnerschaftsarbeit ist dies insbesondere die Missions- und Theologiegeschichte. Andererseits geht es darum bis heute bestehende koloniale Denkformen und hegemoniale Verhältnisse in lokalen Formen der Wissensproduktion, der Sprache, oder der Art wie Kontakte gestaltet werden aufzudecken und zu transformieren.
Neben dem thematischen Schwerpunkt am Samstagvormittag geht es nachmittags um die Frage der Kulturellen Vielfalt: Dr. Joe Lüdemann fragt, wie wir zusammen zu einem differenzierteren und relevanteren Kulturbegriff kommen können - und wie der unsere interkulturellen Begegnungen bereichern kann.
Ausführliche und aktuelle Informationen aus Südafrika und der ELCSA (Ev.-luth. Kirche im Südlichen Afrika) teilen mit uns am Sonntagvormittag Pastor Dr. Joe Lüdemann und Pastorin Anne Matthys, Referentin für Internationale Ökumene des ELM und Pastorin der ELCSA/Südafrika.
Wir wollen gemeinsam Andachten feiern, unsere Erfahrungen in der Partnerschaftsarbeit austauschen und Kontakte pflegen und knüpfen. Eine gute Zeit miteinander haben.
Referent*innen
Britta Hemshorn de Sánchez ist 1959 geboren und seit 1987 mit einem Peruaner verheiratet. Ihre zwei Töchter sind bilingual und bikulturell aufgewachsen. Sie hat Theologie (Magister 1986) und Inklusive Pädagogik und Kommunikation (Master of Arts 2014) studiert, in Peru und Südafrika geforscht und an Universitäten in Lima, Durban und Kapstadt gelehrt und Vorträge gehalten. Seit 2000 ist sie am Pädagogischen Institut der Nordkirche als Studienleiterin für Globales Lernen und Inklusion tätig.
Dr. Joe Lüdemann ist Referent Globale Kulturelle Vielfalt und Ökumenische Zusammenarbeit Südafrika, Botsuana, Eswatini beim ELM. Bevor der erfahrene Missionstheologe 2022 seinen Dienst in der ELM-Zentrale in Hermannsburg antrat, war er 20 Jahre mit unterschiedlichen Aufgaben in der Evangelisch-lutherischen Kirche im Südlichen Afrika (ELCSA) - einer Partnerkirche des ELM - tätig. Er ist verheiratet und hat mit seiner Ehefrau drei Söhne.
Kontakt
Aktuell: Möchten Sie mit uns in den Kontakt treten? Wenden Sie sich bitte an Kornelia (Konni) Pufal. Marlene Altebockwinkel ist zur Zeit nicht im Haus.
Teamassistentin
Zamida Chamberlain
Telefon +49 (0)5052 69-251
z.chamberlain(at)elm-mission(dot)net
Referentin Internationale Partnerschaften
Schwerpunkt Südafrika, Äthiopien, Zentralafrikanische Republik
Marlene Altebockwinkel
Telefon +49 (0)5052 69-344
m.altebockwinkel(at)elm-mission(dot)net