Treffen der Beauftragten für Mission, Ökumene und Partnerschaft
Alle seien dazu aufgerufen, für jede Form von Rassismus aufmerksam zu werden und dagegen vorzugehen, sagte Dr. Emmanuel Kileo in Emden. Der Direktor des Evangelisch-lutherischen Missionswerkes in Niedersachsen war in das Regionalbischöfliche Büro des Sprengels Ostfriesland-Ems zum Treffen der Beauftragten für Mission, Ökumene und Partnerschaft gekommen, um sich dort vorzustellen.
Zweimal im Jahr lädt Regionalbischöfin Sabine Schiermeyer gemeinsam mit dem zuständigen Referenten aus dem Evangelisch-lutherischen Missionswerk in Niedersachsen (ELM) die Kirchenkreisbeauftragten und ehrenamtlich Engagierten für Mission, Ökumene und Partnerschaft ein. Vom Missionswerk in Hermannsburg angereist waren Pastor Kurt Herrera, Referent für Kirchenentwicklung und internationale ökumenische Zusammenarbeit mit Brasilien und Peru, und Direktor Dr. Emmanuel Kileo. Vom ELM per Zoom zugeschaltet war die Referentin für Partnerschaftsarbeit, Marlene Altebockwinkel.
Wenn Mission und Kolonialismus in früheren Zeiten Hand in Hand gingen, dann sei das auf Grundlage von Rassismus geschehen, hob Dr. Kileo in seinem Vortrag hervor. Aus seiner Sicht wirke die Geschichte der mit der Kolonialzeit einhergehenden Missionierung in manchen südlichen Ländern immer noch nach. Der Kolonialismus stehe für ein Gefälle und Rassismus sei eine Ideologie, die von der Annahme ausgehe, dass sich Menschen von Natur aus in einer Hierarchie befänden. Entstanden sei sie aus wirtschaftlichen Gründen: Die einen haben Zugang zu Ressourcen, die anderen, hierarchisch Untergeordneten, nicht. Über verdeckten Rassismus, auch in der kirchlichen Partnerschaftsarbeit, hat Kileo an der Augustana Hochschule der bayerischen Landeskirche in Neuendettelsau seine Doktorarbeit geschrieben.
Die Missionswerke in Deutschland haben heute den Anspruch, auf Augenhöhe mit ihren Partnern in aller Welt zusammenzuarbeiten. „Dafür steht auch die Ökumenische Partnerschaftsarbeit im Sprengel Ostfriesland-Ems, die in ihrer Vielfalt etwas Besonderes ist“, sagte Regionalbischöfin Sabine Schiermeyer.
Gewandeltes Missionsverständnis
Seit November 2023 leitet Dr. Emmanuel Kileo (48) als neuer Direktor das Evangelisch-lutherische Missionswerk in Niedersachsen (ELM). Mit ihm steht erstmals ein Pastor aus einem afrikanischen Land an dessen Spitze. In der 175-jährigen Geschichte des Missionswerkes in Hermannsburg ist Kileos Wahl ein Zeichen eines gewandelten Missionsverständnisses. Der promovierte Theologe ist am Fuße des Kilimandscharo in Tansania aufgewachsen. Dort besuchte er ebenso wie seine sieben Geschwister eine Missionsschule. Zuletzt lehrte er an der Universität in der Stadt Moshi.
Acht Jahre lang, von 2007 bis 2014, war Kileo als Pastor in Kaufbeuren in Bayern und bei Mission Eine Welt tätig. Das Ev.-luth. Missionswerk in Niedesachsen, wo Kileo seit November 2023 Direktor ist, entsendet keine Mitarbeitenden mehr ins Ausland, sondern finanziert Stellen und Projekte in den selbstständigen Partnerkirchen und bietet Austauschprogramme an.