Re-Connect: verwurzelt - verbunden - lebendig
Ganz im Zeichen der Verbindung stand das Einkehr-Wochenende im Kloster Loccum, zu dem sich 20 Frauen auf den Weg machten.
Begrüßt wurden sie von Indra Grasekamp im Namen des Evangelisch-lutherischen Missionswerks in Niedersachen (ELM) und der Evangelischen Frauen*. Sie stellte ihr Team vor und eröffnete die Tage mit herzlichen Worten.
Schon die Vorstellungsrunde machte deutlich, wie bunt die Gruppe war: Mit Gegenständen, die eine persönliche Geschichte erzählten, stellten sich die Frauen einander vor. „Mein Rucksack hat mich immer begleitet und steht symbolisch für vieles in meinem Leben“, sagte eine. „Bei mir sind es die Lieder, die zu mir gehören“, erzählte eine andere. So sammelten sich in der Mitte des Raumes Taschenmesser, Engel, Häkelnadeln, Muscheln, Bücher, Steine und vieles mehr – kleine Symbole für die Vielfalt, die die Gruppe prägte.
Den thematischen Einstieg gestaltete ELM-Referent Waldemar Rausch. Mit Impulsen aus seinem Projekt „Waldklang – One & All“ führte er die Teilnehmerinnen in die „Spirale der Arbeit, die wieder verbindet“ von Joanna Macy ein: Dankbarkeit – den Schmerz ehren – mit neuen Augen sehen – verwandelt weitergehen. Schon beim ersten Austausch zu diesen Begriffen wurde deutlich, wie viel Lebendigkeit in der Gruppe steckte. Offen und respektvoll kamen die Frauen miteinander ins Gespräch, teilten persönliche Erfahrungen und brachten später auch Schweres gemeinsam vor Gott.
Ein weiteres Element des Wochenendes war die Ruminatio. Unter der Anleitung von Conny Müller wurde Psalm 8 in unterschiedlichen Stimmen gelesen. Die Frauen nahmen einzelne Verse für sich auf, ließen sie im eigenen Herzen nachklingen und entdeckten so die Psalmworte auf eine ganz neue Weise.
Am Samstag standen Kreativität und Naturverbundenheit im Mittelpunkt: Nach einer inspirierenden Zeit im Klosterwald gestalteten die Frauen mit Kreide, Ton und Naturmaterialien Werke, die zum Ausdruck brachten, was in ihnen bewegt und zum Klingen gekommen war.
Neben inhaltlichen Impulsen prägte die Gemeinschaft das Wochenende. So luden die abendlichen Kirchraumerkundungen dazu ein, Klosterkirche und Kreuzgang mit allen Sinnen zu erleben. Mit kleinen Aufgaben, stillen Momenten und begleitet von Saxophonklängen eröffneten sich neue Blickwinkel.
Den Abschluss bildete ein lebendig gestalteter Gottesdienst, den die Gruppe gemeinsam vorbereitete. In Kerzenlichtern, der Feier des Abendmahls und im Gesang fanden die Erfahrungen der Tage ihren Ausdruck. Die gewachsene Verbundenheit war spürbar.
Gestärkt, verwurzelt und voller neuer Eindrücke verabschiedeten sich die Teilnehmerinnen aus Loccum – und freuen sich schon jetzt auf ein Wiedersehen beim nächsten Einkehr-Wochenende.