Jugendpreis der Ökofilmtour für "Beni Youth"

„Manchmal gibt es diese Filme, die nicht einfach nur über den Bildschirm flimmern, sondern die sich leise und eindringlich ins Herz und in den Kopf schleichen ...

Diese Worte fand die Jugendjury der 20. Ökofilmtour (Brandenburgisches Festival des Natur- und Umweltfilms) in ihrer Laudatio auf den Kurzfilm „Beni Youth“. Er erhielt den mit 3000 Euro dotierten Preis für den besten Kinder- und Jugendfilm über 14 Jahre. Die Preisverleihung fand am 9. Mai im Potsdamer Hans Otto Theater statt.

2024 haben die beiden Berliner Filmemacher Raphael Schanz und Philipp Seifert (Produktionsfirma panther reh) im Auftrag des Ev.-luth. Missionswerks in Niedersachsen (ELM) in Beni /Malawi gedreht. Im Fokus des Films stehen Menschen, die trotz schwieriger Lebensbedingungen - die sich durch den Klimawandel noch verstärken - nicht aufgeben und weiterhin das Land rund um ihr Heimatdorf Beni bewirtschaften. Die Ev.-luth. Kirche in Malawi (ELCM) ist eine der Partnerkirchen des ELM und unterstützt vor Ort die Menschen.

„Beni Youth“ ist einer von drei „Fluchtfilmen“ des ELM, die sich mit Flucht – oder wie hier dem Bleiben – in verschiedenen afrikanischen Ländern und vor dem Hintergrund des Klimawandels und ethnischer Konflikte beschäftigen. „Wir wollten diese komplexen Themen Flucht und Migration greifbar und nahbar machen und menschliche Geschichten erzählen, so dass es nicht immer nur um Zahlen geht. Und nicht darum, wie das hier in Deutschland immer wahrgenommen wird: Halb Afrika bricht auf und will nach Europa. Die meisten Menschen, die fliehen, bleiben in ihrem eigenen Land oder fliehen ins Nachbarland“, formulierte Raphael Schanz im Interview mit ELM-Redakteur Dirk Freudenthal den Anspruch der beiden Filmemacher. Mit der aktuellen Auszeichnung sind er und Philipp Seifert gemeinsam mit dem ELM auf ihrem Weg wieder einen Schritt weiter gekommen.

Laudatio auf den Kurzfilm „Beni Youth“:

"Manchmal gibt es diese Filme, die nicht einfach nur über den Bildschirm flimmern, sondern die sich leise und eindringlich ins Herz und in den Kopf schleichen. Filme, die nicht laut schreien müssen, um etwas zu sagen. Filme, die dich für einen Moment still werden lassen und danach mit umso mehr Fragen, Gedanken und Gefühlen zurücklassen. „Beni Youth“ ist für uns genau so ein Film.

Als wir uns als Jugendjury mit den verschiedenen Beiträgen der Ökofilmtour auseinandergesetzt haben, war dieser Film für mich von Anfang an etwas Besonderes. Nicht, weil er große Effekte oder dramatische Musik brauchte sondern weil er ehrlich ist. Nahbar. Mutig. Und weil er die Geschichten erzählt, die viel zu oft überhört werden.

Uns hat beeindruckt, wie es den Filmemachern gelingt, uns direkt mit nach Beni zu nehmen, ohne dabei einen Filter zwischen uns und die Menschen vor Ort zu legen. Die Kamera kommt ganz nah, ohne zu bedrängen. Sie beobachtet, ohne zu bewerten. Sie schenkt Raum für Worte, für Blicke, für Stille. Und genau diese Nähe macht etwas mit einem.

In einer Welt, in der uns die Schlagzeilen über Klimakrise, Armut und Migration täglich begegnen und dabei oft abstrakt und fern wirken, schafft dieser Film das Gegenteil: Er macht das Große greifbar. Er zeigt uns die Gesichter hinter den Zahlen. Die Stimmen hinter den Statistiken. Die Hoffnung hinter der Katastrophe.

Was uns besonders berührt hat, ist die Kraft, mit der die Jugendlichen in Beni ihrer Situation begegnen. Sie resignieren nicht. Sie gehen nicht weg. Sie bleiben. Sie kämpfen. Sie pflanzen Bäume, bauen eine Gemeinschaft, die sich gegenseitig stärkt. Und das in einer Umgebung, in der Hoffnung oft ein rares Gut ist.
Technisch und ästhetisch ist der Film dabei ebenso überzeugend: Die ruhigen Bilder, die feinen Details, das Zusammenspiel von Licht, Bewegung und Stille, all das trägt dazu bei, dass „Beni Youth“ nicht nur gesehen, sondern gespürt wird. Er lässt uns nicht unberührt. Er regt zum Nachdenken an. Und er stellt die unbequeme Frage, was wir tun, während andere handeln.

Deshalb haben wir uns als Jugendjury entschieden, diesem Film heute den Preis zu verleihen. Nicht nur, weil er uns beeindruckt hat, sondern weil er uns daran erinnert, dass Mut und Veränderung überall beginnen können, auch in den kleinsten Dörfern dieser Welt. Herzlichen Glückwunsch und danke für diesen wichtigen Film."

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