Hoffnung über Grenzen hinweg verkünden: Kirchen lernen gemeinsam in Johannesburg

Im April 2026 trafen sich Vertreter*innen lutherischer Kirchen aus Deutschland und dem südlichen Afrika in Johannesburg zur ELM-Konferenz „Hoffnung predigen in einer sich wandelnden Welt“.

Die Konferenz fand im eMseni Christian Centre in Benoni statt und brachte rund 50 Teilnehmer*innen zusammen, darunter Prädikant*innen, Laienprediger*innen, Ausbilder*innen, Kirchenleiter*innen und Theologiepädagog*innen der Ev.-luth. Kirche im Südlichen Afrika (ELCSA), der Ev.-luth. Kirche im Südlichen Afrika (ELKSA (Kap)), der Nordöstlichen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Südafrika (NELCSA), der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers und der Lutherischen Gemeinschaft im Südlichen Afrika (LUCSA).

Dem Treffen gingen monatelange Online-Vorbereitungen und Planungen zwischen ELM und den Partnerkirchen - unter anderem der Landeskirche Hannovers - voraus. Was als Gespräch über theologische Ausbildung und Laienpredigt begann, entwickelte sich zu einem breiteren Austausch über Leiter*innenschaft, Mitwirkung und die Zukunft des Gemeindelebens in verschiedenen kirchlichen Kontexten.

Ein zentrales Thema während der gesamten Konferenz war die Rolle der Prädikant*innen und Laienprediger*innen innerhalb der Kirche. In vielen Regionen, insbesondere in ländlichen Gebieten, sind Pfarrer*innen für große geografische Gebiete zuständig und können nicht immer in jeder Gemeinde präsent sein. Prädikant*innen und Laienprediger*innen spielen daher eine wichtige Rolle dabei, den Gemeinden zu helfen, das Gottesdienstleben, die Bibelreflexion und den Dienst innerhalb ihrer Gemeinschaften fortzuführen.

Die Teilnehmenden berichteten, wie unterschiedlich das Laienpredigen in den verschiedenen Kirchen gehandhabt wird. Einige Kirchen verfügen über formelle Ausbildungsprogramme mit strukturierten Lehrplänen und Zertifizierungsverfahren, während andere flexible lokale Workshops nutzen, die von Pfarrer*innen oder regionalen Leiter*innen geleitet werden. Anstatt ein einziges Modell zu propagieren, schuf die Konferenz Raum für die Kirchen, voneinander zu lernen und sich über ihre jeweiligen Stärken und Gegebenheiten auszutauschen.

Für viele Teilnehmer*innen war eine wichtige Erkenntnis, dass Laienpredigt nicht nur als Reaktion auf einen Mangel an Pastor*innen verstanden werden sollte. Vielmehr kann sie auch als Ausdruck eines aktiven Gemeindelebens gesehen werden, in dem gewöhnliche Gemeindemitglieder ermutigt werden, sich voll und ganz an der Verkündigung des Evangeliums zu beteiligen. In einigen südafrikanischen kirchlichen Kontexten beginnen Mitglieder bereits in jungen Jahren, durch Sonntagsschule, Jugendarbeit und die Teilnahme am Gottesdienst öffentlich über den Glauben zu sprechen, wodurch eine starke Kultur des Selbstvertrauens und des Engagements entsteht.

Gleichzeitig betonte die Konferenz auch die Bedeutung theologischer Verantwortung und Tiefe. Die Teilnehmenden reflektierten gemeinsam darüber, wie Kirchen Prädikant*innen und Laienprediger*innen dabei unterstützen können, das Evangelium getreu und auf eine Weise zu vermitteln, die ihren Gemeinschaften Hoffnung, Freiheit und Ermutigung bringt.

Das Programm der Konferenz verband theologische Reflexion mit praktischen Workshops und Diskussionen. Zu den Themen gehörten lutherische Predigt, biblisches Verständnis von Hoffnung, Predigt im heutigen Südafrika, Gottesdienstpraxis und interkulturelle Predigtvorbereitung. Die Teilnehmer*innen besuchten zudem Gemeinden in Johannesburg, um verschiedene Formen des Gottesdienstes und der Seelsorge hautnah zu erleben.

Über die Vorträge und Workshops hinaus beschrieben viele Teilnehmer*innen die Atmosphäre der Offenheit und des Vertrauens als einen der bedeutendsten Aspekte der Konferenz. Interaktive Methoden, Gespräche in kleinen Gruppen und gemeinsame Reflexion halfen Menschen mit unterschiedlichem kulturellen und kirchlichen Hintergrund, sich ehrlich auszutauschen und voneinander zu lernen.

Die Konferenz eröffnete zudem Möglichkeiten für eine zukünftige Zusammenarbeit zwischen Kirchen in der LUCSA-Region und Deutschland. Das ELM plant, Ausbilder*innen und Teilnehmer*innen weiterhin durch Online-Treffen, gemeinsame Materialien und künftige Austauschprogramme zu begleiten. Es besteht die Hoffnung, dass die in Johannesburg geknüpften Beziehungen die Ausbildung von Prädikant*innen und Laienprediger*innen weiter stärken und die Zusammenarbeit über konfessionelle und kulturelle Grenzen hinweg fördern werden.

Vor allem zeigte die Konferenz, wie wertvoll es ist, wenn Kirchen zusammenkommen, um zuzuhören, zu reflektieren und gemeinsam zu wachsen. Über unterschiedliche Geschichten und Kontexte hinweg entdeckten die Teilnehmenden ein gemeinsames Engagement, Menschen zu befähigen, in einer sich wandelnden Welt Hoffnung zu verkünden.

 

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