Wir sind Partner: ELM-Direktor Holger Siebert zu Besuch in Brasilien
Wie gelingt kirchliche Partnerschaft auf Augenhöhe? Bei seiner ersten Auslandsreise für das ELM lernte ELM-Direktor Holger Siebert begleitet von Kurt Herrera die Evangelische Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien (IECLB) kennen.
Wie gelingt kirchliche Partnerschaft auf Augenhöhe? Diese und zahlreiche andere Fragen rund um die Verbindung von IECLB und ELM standen bei seiner ersten Auslandsreise für ELM-Direktor Holger Siebert zusammen mit Kurt Herrera in der Evangelischen Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien (IECLB) auf dem Programm.
Wir haben nach seiner Rückkehr mit ihm gesprochen. Begegnungen, Gespräche über die Zukunft der Kirche und bewegende Eindrücke von sozialer Ungleichheit prägen seinen Rückblick.
Eine Reise durch den Südosten Brasiliens
Zum ersten Mal war Holger Siebert (für das ELM) in Lateinamerika unterwegs. Gemeinsam mit Kurt Herrera, Referent Ökumenische Zusammenarbeit Südamerika, reiste er von São Paulo über verschiedene Stationen bis nach Porto Alegre und São Leopoldo. Anlass war unter anderem das Konzil der Evangelischen Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien (IECLB) in Florianópolis, bei dem eine neue Kirchenleitung gewählt wurde. Die Reise war zugleich ein Abschied für Kurt Herrera und ein Antrittsbesuch für ELM-Direktor Holger Siebert in seiner neuen Funktion.
Kirche zwischen Aufbruch und Herausforderungen
Holger Siebert erlebte die IECLB auf unterschiedlichen Ebenen: bei Gottesdiensten, in Gemeinden, in diakonischen Projekten und bei Gesprächen mit Verantwortlichen. Beeindruckt hat ihn, wie die Kirche geistliches, missionarisches Leben und diakonisches Handeln miteinander verbindet. Auch Fragen nach zukunftsfähigen Strukturen, theologischem Nachwuchs und dem Umgang mit gesellschaftlichen Veränderungen beschäftigen die Partnerkirche. Dazu gehört ebenso die Frage, wie Kirche angesichts erstarkender rechter politischer Strömungen Haltung zeigen kann.
Besonders bewegt Holger Siebert die sichtbare Obdachlosigkeit in São Paulo. Die große Zahl der Menschen, die auf den Straßen leben, und das Ausmaß ihrer Not hätten ihn getroffen. Zugleich nahm er in der IECLB die Herzlichkeit der Menschen und den besonderen Geist des Konzils als stärkende Eindrücke mit.
„Aber die Intensität des Elends, die große Anzahl und die sichtbare Präsenz von Menschen ohne Obdach in São Paulo, das hat mich wirklich kalt erwischt, obwohl ich Armut und Elend aus andern Zusammenhängen kenne.“
Gemeinsam in die Zukunft
Für Holger Siebert wurde deutlich, dass die IECLB das ELM als Partner auf Augenhöhe wahrnimmt.
„Es hat gutgetan zu hören, dass man uns als Partner wahrnimmt, der es sich zu Herzen nimmt, auf Augenhöhe miteinander und gemeinsam unterwegs zu sein.“
Diese vertrauensvolle Zusammenarbeit soll weitergehen. Bereits im Gespräch ist die Möglichkeiten einer internationalen Jugendbegegnung im Rahmen eines großen Jugendkogresses in Brasilien im Sommer 2027, zu dem auch das ELM eingeladen wurde; außerdem wurden Fragen zu gemeinsamen Projekten und zur künftigen Partnerschaftsarbeit sowie der Arbeit der Friedensorte besprochen.
Die Reise verband beides: Kurt Herreras Abschied als Referent für Ökumenische Zusammenarbeit Südamerika und ein Stück weit den Beginn von Holger Sieberts Wirken als ELM-Direktor im Kontext der internationalen Partnerkirchen – mit vielen wertvollen Begegnungen und dem Bewusstsein der starken gemeinsamen Grundlage im Glauben, um die Partnerschaft zwischen ELM und IECLB vertrauensvoll und im Geist der Gegenseitigkeit weiterzuführen.