Evangelisch-lutherische Partnerkirche in Brasilien (IECLB) wählt neue Leitung

Auf dem Konzil in Florianópolis Ende August 2026 hat unsere Partnerkirche IECLB ihr neues Leitungsteam gewählt: Pfarrer Dr. Mauro Batista de Souza wird neuer Kirchenpräsident.

Gemeinsam mit Pfarrer Luis Henrique Sievers als 1. Vizepräsidenten und Pfarrerin Iraci Wutke als 2. Vizepräsidentin bilden die drei das Leitungsteam, das in den kommenden vier Jahren die IECLB leiten wird.

Pfarrer Dr. Mauro Batista de Souza ist bisher verantwortlich für Globale Mission und Ökumene und dem ELM langjährig vertraut und verbunden. Sievers und Wutke werden ihre Funktion als Synodalpfarrer im Vale do Taquari/Teutonia und als Synodalpfarrerin in Espirito Santo/Belem in Kombination mit der Vizepräsidentschaft weiterhin wahrnehmen. Pfarrer Sievers hat vor einigen Jahren in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck als ökumenischer Mitarbeiter Dienst getan.
Das Team steht für einen progressive, ökumenische und missionarische Ausrichtung. Ihre Aufgabe wird sein, die Kirche auch über die großen räumlichen Distanzen in Brasilien zu gestalten und die IECLB in ihrer Weiterentwicklung zu fördern. Zugleich wird es darum gehen, den internen Dialog zwischen Regionen, Traditionen und Ausrichtungen zu befördern.
Bis Dezember wird noch das bisherige Team mit Pfarrerin Sílvia Genz und Pfarrer Odair Braun noch im Amt bleiben, um einen guten Übergang zu gewährleisten.

Persönlich konnten Direktor Holger Siebert und unser Referent Ökumenische Zusammenarbeit Südamerika Pastor Kurt Herrera auf dem Konzil bereits die herzlichsten Glück- und Segenswünsche überbringen. Auch an dieser Stelle gratulieren wir als ELM nochmals herzlich und wünschen Gottes Frieden, Geist und Segen für die Arbeit des neuen Leitungsteams.

Gott sendet uns in die Welt

Botschaft des 35. Konzil der Evangelischen Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien (August 2026)

„Kirche in Mission – das Evangelium verkünden“ erinnert daran, dass die Kirche von Gott berufen ist, Gottes Mission in der Welt zu bezeugen, ihr zu dienen und sie in Wort und Tat zu verkünden.

Vom 26. bis 30. August wurde die blau-orange Bildwelt des 35. Konzils der Evangelischen Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien (IECLB) lebendig. Inspiriert von der Insel und dem Meer rund um Florianópolis löste sich das Schiff gleichsam aus dem Bild, nahm Kurs auf den Synodalverband Centro-Sul Catarinense und ging bei der Vollversammlung des Konzils vor Anker.

Wie das Wasser, das in den verschiedenen Regionen Brasiliens entspringt und unermüdlich dem Meer entgegenfließt, kamen auch Menschen aus allen 18 Synodalverbänden der IECLB zusammen: aus unterschiedlichen Quellen, aber mit einem gemeinsamen Ziel.

Die Klöppelspitze, die auf dem Bild über dem Wasser liegt, verwandelte sich in Wege des Dialogs, in Gottesdienste und Feiern, gemeinsam gesungene Lieder und Umarmungen, die keine Adresse brauchten.

Das gelbe Kreuz, das im Bild als Mast aufragt, wies den Weg: Christus ist die Mitte unseres Glaubens und lädt uns ein, in See zu stechen. Diese Einladung ist nun nicht mehr nur ein Bild, sondern lebendige Gegenwart: Christus begleitet alle Teilnehmenden des Konzils bei der Mission des Schiffes der Kirche.

Vier Tage lang ermutigten die Worte des auferstandenen Christus an seine Jünger – „Friede sei mit euch“ (Johannes 20,21) –, die Menschen, gemeinsam unterwegs zu sein. In einer Einheit, die Vielfalt einschließt, wird der gemeinsame Weg schöner und demokratischer.

Wir sind ein Volk, das unterwegs ist. Seit mehr als 200 Jahren sind verschiedene Generationen auf diesem Schiff der Kirche unterwegs und schreiben die Geschichte der IECLB. Wir haben diese Geschichte übernommen und werden sie eines Tages anderen weitergeben. Es liegt an uns, den Abschnitt dieses Weges, der uns anvertraut ist, verantwortungsvoll zu gestalten. Das Schiff der Kirche ist dazu da, unterwegs zu sein und sich den Zeiten des Wandels zu stellen – nicht dazu, auf unbestimmte Zeit vor Anker zu liegen.

Die Gewässer verändern sich, die Fragen verändern sich, die Menschen verändern sich. Manchmal fahren wir durch ruhiges Wasser; ein anderes Mal haben wir keinen Grund mehr unter den Füßen und geraten in tiefes Wasser: Unsicherheit, Gewalt, Klimanotstand und gesellschaftliches Leid. Auf unserem ganzen Weg ist Christus unser Licht. Dabei halten wir an der Verheißung fest: „Wenn du durch Wasser gehst, will ich bei dir sein“ (Jesaja 43,2a).

Unser Mast, der uns die Richtung weist, ist das Kreuz; der Heilige Geist treibt als Wind das Schiff der Kirche voran und gibt ihm Kraft.

Jesus hat den Tod überwunden, doch die Wunden, ihre Spuren und Narben blieben. Sie lehren uns, dass Friede mehr ist als ein Gefühl der Ruhe. Der Friede Christi ist dort gegenwärtig, wo Schmerz herrscht: im Aufschrei des Wassers und der Erde, im Leben von Menschen, die verlassen und orientierungslos sind, die Angst haben oder Schiffbruch erlitten haben.

Als Menschen, die Jesus in die Welt sendet, haben wir den Auftrag, so zu handeln wie er. Wir sollen eine Kirche sein, die Frieden stiftet und Konflikten nicht ausweicht. Eine Kirche, die an der Seite der Leidenden bleibt, bis am Horizont Hoffnung sichtbar wird. Denn Gott ruft uns zum Dienst, wo Leben bedroht ist. Dort können wir mit Entschiedenheit und Sanftmut ein Zeichen des Friedens sein. Dabei vertrauen wir darauf, auf unserem Weg immer wieder die Stimme des Herrn zu hören: „Habt keine Angst!“ (Johannes 14,27). Frieden braucht Mut!

Zeichen dieser Hoffnung werden konkret. Wir haben den Aufschrei des Wassers gehört. Die Leitlinie für sozial-ökologische Gerechtigkeit wurde verabschiedet und unter die Worte von Psalm 24,1 gestellt: „Dem HERRN gehört die Erde und was sie erfüllt, der Erdkreis und seine Bewohner.“ Hinzu kommt ein ökologisches Gebet Martin Luthers: „(…) schenke uns die Gnade, deine Gaben so zu gebrauchen, dass sie unserem Leben dienen, die Früchte unsere Gesundheit erhalten und wir vor dir verantwortungsvoll mit ihnen umgehen.“

Das Schiff der Kirche fährt weiter über das Wasser, geführt von einem einzigen Ruder – Christus, der jede Strömung kennt. Auf diesem Konzil wurden die Personen gewählt, die das Schiff in den Jahren 2027 bis 2030 leiten werden. Das Präsidium der IECLB setzt sich künftig wie folgt zusammen: Präsident: Pastor Dr. Mauro Batista de Souza; 1. Vizepräsident: Pastor Luis Henrique Sievers; 2. Vizepräsidentin: Pastorin Iraci Wutke.

Gottes Mission ist der grundlegende Auftrag der Kirche; der Friede Jesu ist die Botschaft, die sie verkündet und in der Wirklichkeit konkret werden lässt.

Durch ruhige und stürmische Gewässer fährt unser Schiff und stellt sich den Herausforderungen unserer Zeit.

Der Glaube schließt uns nicht in eine private Spiritualität ein. Er verbindet uns miteinander und sendet uns in die Welt, in Partnerschaft und Ökumene, um das Evangelium zu verkünden.

Dieser Glaube bewegt uns: Werfen wir die Netze aus!

Florianópolis/SC, 26.–30. August 2026

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