Von der Verzweiflung zur Hoffnung

Wie ein vom ELM unterstütztes Projekt die Lebensbedingungen von Frauen, Jugendlichen und Migrant*innen verbessert

Das Leben von Geite Mulugeta Dechasa schien in ruhigen Bahnen zu verlaufen. Gemeinsam mit ihrem Mann betrieb sie einen kleinen Laden, zunächst in Awasa, später in Adama. Sie lebten mit ihrem Sohn ein einfaches, aber stabiles Leben – bis ein tragischer Autounfall alles veränderte. Ihr Mann kam ums Leben. Kurz darauf wurde auch ihr Laden ausgeraubt. Geite verlor innerhalb kurzer Zeit nicht nur ihren Lebensgefährten, sondern auch ihre wirtschaftliche Existenz. Tief verzweifelt, ohne Einkommen und soziale Unterstützung, kämpfte sie allein darum, ihrem Sohn ein Leben in Würde zu ermöglichen. Zweimal versuchte sie, sich das Leben zu nehmen.

In dieser hoffnungslosen Situation war es eine mitfühlende Frau, die ihr Mut machte: Sie ermutigte Geite, sich im Kaffeekochen zu versuchen – obwohl Geite keinerlei Erfahrung damit hatte. Sie lernte schnell und konnte bald in dem kleinen Restaurant der Unterstützerin für eine geringe Miete Kaffee anbieten. Trotz aller Widrigkeiten schaffte sie es, sich ein kleines Einkommen aufzubauen. Doch nach drei Jahren musste sie das Lokal wieder verlassen – erneut stand sie vor dem Nichts.

An diesem Wendepunkt trat das „Adama Women and Migration Prone Youth Economic Empowerment Project“ in ihr Leben – ein Projekt, das vom Evangelisch-Lutherischen Missionswerk (ELM) unterstützt wird. Geite erhielt ein Startkapital von 15.000 Birr. Damit kaufte sie sich die notwendige Ausrüstung und richtete in ihrem eigenen Haus, gelegen in einem belebten Viertel von Adama, eine kleine Kaffee-Ecke ein.

Heute blickt Geite mit Hoffnung in die Zukunft. Ihr Einkommen hat sich deutlich verbessert, sie kann ihrer Familie täglich drei ausgewogene Mahlzeiten bieten. Ihr Sohn besucht inzwischen eine Privatschule – die Gebühren von 1.500 Birr im Monat kann sie sich leisten. Sogar das Kind ihres Bruders hat sie bei sich aufgenommen, um auch ihm Bildung zu ermöglichen.

Geite spart regelmäßig: täglich 50 Birr, zusätzlich in einer Frauenspargruppe und auch zu Hause. Mittlerweile hat sie 27.000 Birr auf ihrem Konto – ein kleines Vermögen für jemanden, der vor wenigen Jahren noch vor dem Nichts stand. Auch sozial ist sie wieder integriert, nimmt aktiv an Gemeinschaftsveranstaltungen teil und sorgt liebevoll für ihre Kinder.

Was für ein Wandel! Von tiefster Verzweiflung hin zu neuer Lebensfreude, Selbstständigkeit und Verantwortung – Geites Geschichte steht exemplarisch für viele Frauen und Jugendliche, deren Leben durch das Projekt verändert wurde.

Seit 2018 unterstützt das ELM das Empowerment-Projekt in Adama. Ziel ist es, die wirtschaftlichen Perspektiven von arbeitslosen Frauen, Jugendlichen, Rückkehrerinnen aus dem Ausland (v.a. aus arabischen Ländern) sowie von Binnenmigrantinnen zu verbessern. Damit leistet das Projekt einen wertvollen Beitrag zur Armutsbekämpfung, zur Förderung von Eigenverantwortung – und zur Verringerung von riskanter Migration.

Geites Geschichte zeigt: Hoffnung ist möglich – wenn Menschen sich einander zuwenden und Mut machen.

Wenn Sie mehr über unsere Arbeit in diesem Bereich erfahren möchten, wenden Sie Sich bitte an: 

Referentin Gender International/
Ökumenische Zusammenarbeit Äthiopien
Gabriele De Bona
Telefon +49 (0)5052 69-280
g.debona(at)elm-mission(dot)net

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