Hermann Kruse, Solomon Shiferaw, Gabriele De Bona und Christian Maaß in einem Waldgebiet in der Misselhorner Heide.

Wald schützen, Lebensgrundlagen sichern

Solomon Shiferaw leitet die Development and Social Services Commission der Mekane-Yesus-Kirche in Äthiopien – vergleichbar mit der Diakonie in Deutschland, wobei ein wesentlicher Aspekt die Entwicklungszusammenarbeit ist.

Eines der vielen Arbeitsfelder ist die Aufforstung. Bei einem Besuch in der Misselhorner Heide tauschte er sich mit Gabriele De Bona, ELM Referentin für Ökumenische Zusammenarbeit in Äthiopien und Christian Maaß aus, der für eine nachhaltige Entwicklung des ELM-Waldbestandes zuständig ist.

Wenn Waldschutz Einkommen schafft

Als Leiter der Development and Social Services Commission (DASSC), der diakonischen Arbeit der Mekane-Yesus-Kirche in Äthiopien, verantwortet Solomon vielfältige soziale und gemeinwohlorientierte Projekte. Die Aufforstung ist eines davon. Hier zeigt sich beispielhaft, wie eng Umweltschutz und die Lebensgrundlagen der Menschen zusammenhängen.

In einem der Projekte schützen Frauengruppen Waldflächen und stellen zugleich Bienenstöcke zwischen den Bäumen auf. Mit der Honigproduktion erwirtschaften sie ein eigenes Einkommen. So verbindet sich der Schutz des Waldes mit wirtschaftlicher Selbstständigkeit.

 Solomon berichtet zu den Waldschützerinnen:

„Wälder zu schützen ist sehr wichtig, um dem Klimawandel zu begegnen. (...) Sie (die Waldschützerinnen) kümmern sich um die Bäume, hängen Bienenstöcke im Wald auf und produzieren Honig. So sichern sie auch wirtschaftlich ihren Lebensunterhalt.“ 

Erfahrungen aus Äthiopien und Deutschland

Diesen und weitere Aspekte von Solomon Shiferaws Arbeit haben Gabriele De Bona und Christian Maaß  gemeinsam mit Solomon Shiferaw bei einem Besuch in der Misselhorner Heide aufgegriffen. Begleitet wurden sie von Hermann Kruse, einem Deutschen, der seit Jahrzehnten in Äthiopien lebt. Er war dort für das ELM tätig und hat sich u.A. mit Aufforstungen beschäftigt.

Vor Ort stand der Umbau eines monotonen Kiefernbestandes zu einem artenreichen, klimaresilienten Mischwald im Mittelpunkt. Durch natürliche Verjüngung und ergänzende Pflanzungen sollen vor allem Eichen und Buchen wachsen. Die jungen Bäume werden vor Wildverbiss geschützt.

Solomon Shiferaw berichtet, dass Bäume in Äthiopien unter den dortigen klimatischen Bedingungen häufig schneller wachsen. Zugleich kennt er die Herausforderungen, junge Bäume zu schützen und langfristig zu erhalten. Auch für die deutschen Wälder wünscht er sich mehr Vielfalt.

Der Austausch zeigt: Nachhaltiger Waldschutz braucht langfristiges Denken und Lösungen, die Natur und Menschen gleichermaßen zugutekommen. Die Erfahrungen beider Länder eröffnen dafür unterschiedliche Perspektiven.

Solomon Shiferaw hat bei seinem 14-tägigen Besuch u.a. verschiedene diakonische Einrichtungen in Hannover und Gifhorn besucht, die Internationale Akademie für Ökumene in Hamburg und den Beratungsausschuss Horn von Afrika. Er brachte aktuelle Eindrücke aus seinem Arbeitsfeld in Äthiopien nach Deutschland mit. Gabriele De Bona (ELM) und Tobias Schäfer-Sell (ELM) begleiteten Solomon Shiferaw auf seiner Reise. Das ELM steht mit dem DASSC und der Äthiopischen Mekane Yesus Kirche in einem stetigen Austausch.

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