Pedro Bullon Moreano/Peru
Pedro Bullon Moreano ist 63 Jahre alt, Vizepräsident des Kirchenrats der Lutherischen Kirche von Peru und Pfarrer der Gemeinde El Buen Pastor. Die Gemeinde El Buen Pastor, wo er als Pastor tätig ist, befindet sich in dem Armenviertel Huertas del Paraíso, San Martin de Porres, Lima. Sie zählt zwischen 20 und 30 Personen, darunter Mitglieder und Unterstützer, Kinder, Jugendliche, junge Menschen, Frauen und Männer. Die Gemeinde wurde 2008 als Missionsprojekt gegründet und hat sich dann im Laufe der Jahre entwickelt. Das Besondere an ihr ist, dass sie mit der Umweltarbeit, der pastoralen Begleitung von Migrant*innen und der Mission und Evangelisierung durch politische Lobbyarbeit verbunden ist.
Pedro Bullon Moreano ist seit mehr als 35 Jahren im pastoralen Dienst und in der Verwaltung tätig, beides sehr notwendige Bereiche in jeder Kirche. Einen Großteil seiner Arbeitszeit widmet er der Verbesserung der Kommunikation und der menschlichen Beziehungen.
Gleichzeitig ist er Lehrer an Schulen und manchmal auch an Universitäten. "Durch die Möglichkeit, als Gast an verschiedenen nationalen und internationalen Veranstaltungen teilzunehmen und dort Erfahrungen zu sammeln, bin ich zu einem offenen und engagierteren Menschen geworden, der immer bereit ist, zu helfen und sein Wissen und seine Erfahrungen mit anderen zu teilen. Ich liebe es, mich mit den Menschen vor Ort über politische und kirchliche Themen zu unterhalten, weil ich dadurch immer wieder etwas über die Hoffnung erfahre, die sie in ihrem persönlichen Leben und in der Gemeinde suchen und verkörpern", so der Theologe.
Er hat einen Bachelor in Theologie der Escuela Superior de Teologia in La Molina, Lima, Peru und einen Master in Theologie und Geschichte der Escola Superior de Teologia in Rio Grande do Sul, Brasilien.
Warum ist das Missionswerk für Sie wichtig?
Das ELM ist für uns wichtig, weil seine Vision und Arbeitsweise auf integrale Mission und Entwicklung abzielen und sie uns dabei unterstützen, eine transformative Rolle zu spielen. Diese Arbeitsweise hilft uns, angesichts von Schwierigkeiten und Spannungen, widerstandsfähig zu sein und uns für eine bessere Zukunft ohne Armut und für unsere Gemeinden einzusetzen. Ebenso erlaubt uns die Partnerschaft mit dem ELM, besondere Gaben und Fähigkeiten wert zu schätzen, wenn sie zum Nutzen beider Seiten geteilt werden.
Welche Rolle spielt das Missionswerk für Sie als „Partner in Mission“?
Unter diesem Aspekt können wir die kirchliche Praxis unter dem Gesichtspunkt der “Glokalisierung” (global und lokal zugleich) sehen. Gemäß seinen seiner Erfahrungen hilft uns das ELM im Rahmen seines Auftrags, das Evangelium auf spezifische Situationen anzuwenden, ob es um Bildung geht oder um interne Schwierigkeiten. Das ELM hilft uns auch, unseren Blick auf die Welt zu erweitern, indem wir die verschiedenen Ereignisse, die auf dem Planeten geschehen, als Hilfe für die Lösung oder Behandlung unserer eigenen Probleme betrachten. In gleicher Weise werden durch den Dialog geschwisterliche Verbesserungen für die ethischen oder spirituellen Probleme der Kirche eingebracht. Mit anderen Worten: Die Missio Dei wird durch eine partnerschaftliche Beziehung deutlicher und zukunftsweisender, um ein Zeugnis für Gottes Handeln in der Welt gegen Ungerechtigkeit und Armut zu sein. Am Ende wird das Band der Partnerschaft für beide Parteien verwandelt, da sie Empfänger von Gottes Werk für die Menschheit sind.
Gab es ein besonderes Ereignis in Ihrer Kirche, bei dem das Missionswerk prägend war? Wenn ja, dann beschreiben Sie bitte dieses Ereignis?
Neben der Ausbildung und Stärkung der vielfältigen gesamtkirchlichen Dienste durch das Lutherische Theologische Institut (ITEL) gab es einen besonderen Moment, als das ELM beschloss, die Kirche im Prozess des Umbruchs zu begleiten, der 2015 stattfand. Diese Begleitung durch das ELM, gemeinsam mit dem Lutherischen Weltbund (LWB) und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Amerika (ELCA), war entscheidend für die Stärkung und Ausrichtung der Kirche in Peru und gab uns ein klares Zeichen für die prophetische Rolle der Kirche. “Die Kirche in Peru zu begleiten ist eine Herausforderung gewesen, denn sie erforderte ein kontinuierliches aktives Gebet. Das heißt, wir mussten den Schulterschluss suchen mit den Partnerkirchen in der Region und weltweit, um der Kirche zu helfen zu definieren, wie sie sich neu organisieren und weiterhin in Gottes Mission dienen konnte. Das aufmerksame Zuhören, die ständige Ermutigung, die Hinwendung zum Dialog in schwierigen Zeiten, der Austausch von Ideen und die Unterstützung waren ein großer Segen".
Was erhoffen Sie sich für Ihre Kirche für die weitere Zukunft vom Missionswerk?
Dass die Beziehungen zwischen den Institutionen ständig erneuert werden können, je nach den Erfahrungen der Geschwisterlichkeit (Spiritualität, wechselseitiges Gebet, usw.) und des gesellschaftspolitischen Engagements. In dieser Hinsicht wäre es angebracht, eine gemeinsame Reflexion über die Beziehungen anzustellen, um mit dem/den Projekt(en) die Grundsätze der Verbindung zu diskutieren und den strategischen Dialog fortzusetzen. Dieser gemeinsame Erfahrungsaustausch im Rahmen der menschlichen Entwicklung kann auch den Dialog und das gemeinsame Handeln stärken, um die Eigenständigkeit im Streben nach dem gemeinsamen Wohl von Kirche und Gesellschaft zu entwickeln.
In welchen Bereichen sollte sich das Missionswerk engagieren?
Fortsetzung der Unterstützung von ITEL im Bildungsbereich mit der Möglichkeit, deutsche Dozenten in die Ausbildung der Kirche in Peru einzubeziehen und das Institut als Entwicklungsinstanz zu stärken. Ebenso ist der Dienst von Freiwilligen wichtig, um Ausbildungs- und Lernerfahrungen im Bildungskontext in die Gemeinden zu bringen.
Was ich dem Missionswerk sonst noch sagen will:
Ich möchte uns daran erinnern, dass unsere Partnerschaft auf der Überzeugung beruht, dass mitfühlende Solidarität die Welt erneuern wird. Dies inspiriert uns dazu, uns in Zusammenarbeit mit dem ELM und anderen gleichgesinnten Organisationen für richtiges Miteinander mit den Menschen, denen wir dienen, einzusetzen. Dies erinnert uns daran, dass die Veränderung einer Gesellschaft das gemeinsame Bemühen um Beziehungen ist, die auf einer langfristigen Vision und einem Engagement für Frieden und Gerechtigkeit beruhen, das von der Botschaft Jesu an die Bedürftigsten ausgeht.