Zomba-Projekt: Nahrungssicherheit in Anbetracht von Klimakatastrophen
Gimlet Mijoga, Beauftragter für die Überwachung und Bewertung von Projekten des Entwicklungsdienstes der Ev.-luth. Kirche in Malawi, erläutert die Hintergründe eines Projektes, das im Bezirk Zomba unter anderem dazu beiträgt, die Lebensmittelversorgung zu gewährleisten.
Der Bezirk Zomba ist einer von mehreren Bezirken in Malawi, die in jüngster Zeit von Katastrophen heimgesucht wurden. Armut durch anhaltende Ernährungsunsicherheit und Hygiene-Probleme sind die Folge.
Rund 725.000 Menschen leben in diesem Bezirk. Hier kommen häufig schwere Stürme, Überschwemmungen, aber auch Dürren vor. Cholera-Epidemien und Schädlingsbefall in der Landwirtschaft sind ebenfalls häufig. Diese Probleme nehmen sowohl aufgrund menschlicher Aktivitäten als auch infolge des Klimawandels weiter zu.
Mit Unterstützung des Ev.-luth. Missionswerks in Niedersachsen (ELM) hat der Entwicklungsdienst der Ev.-luth. Kirche in Malawi darauf während neun Monaten mit einem Nothilfe- und Wiederaufbauprojekt reagiert, auf das ein zweijähriges Umweltschutz- und Ernährungssicherungsprojekt folgte. Die beiden Projekte haben in der Nothilfephase erstaunliche Ergebnisse erzielt und den Grundstein für den längerfristigen Aufbau von Ernährungssicherheit, wirtschaftlicher Stärkung, Umweltmanagement und Katastrophenschutz gelegt. Der Aufbau von Resilienz ist jedoch ein langfristiger Prozess.
Trotz der herausragenden Leistungen in den beiden Projekte gab es immer wieder neue Herausforderungen, zum Beispiel die Auswirkungen des Tropensturms “Ana”. Dazu gehören Überschwemmungen, Trockenheit, zunehmender Schädlingsbefall und Krankheiten aufgrund des Klimawandels, was sich auf die pflanzliche Produktion auswirkt. Aber auch hohe Kosten für landwirtschaftliche Betriebsmittel, begrenzte Bewässerungsmöglichkeiten, eingeschränkte Möglichkeiten zur Ausweitung der einkommensschaffenden Aktivitäten sowie der geringe Zugang zu Wasser, sanitären Einrichtungen und Hygiene erschweren den Alltag.
Daher führt der kirchliche Entwicklungsdienst derzeit ein dreijähriges „Projekt zur Stärkung der Umwelt und Resilienz im ländlichen Raum“ im Bezirk Zomba durch. Es beinhaltet wirtschaftliche Stärkung, Selbsthilfegruppenansatz, Wertschöpfung und Vermarktung, Permakultur, Wiederherstellung von Waldlandschaften, Ernährungssicherheit, Katastrophenrisikomanagement sowie Wasser- und Sanitärversorgung und Hygiene.
Die Hauptaufgabe des ELM im Projekt ist die Bereitstellung von Finanzmitteln für die Durchführung der Maßnahmen, die Gewährleistung einer umsichtigen Verwendung der Mittel und der Aufbau von Kapazitäten des Projektpersonals in verschiedenen Bereichen, einschließlich Überwachung und Finanzen. Das Projekt hat enorme Fortschritte bei der Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der gefährdeten Haushalte und beim Umweltmanagement gemacht.
Der Zyklon Freddy, der den Süden Malawis im Februar und März 2023 mit verheerenden Auswirkungen heimsuchte, hat jedoch in Verbindung mit der weltweiten Wirtschafts- und Nahrungsmittelkrise zu einer Eskalation der humanitären Krise in Malawi, auch im Bezirk Zomba, geführt. Daher müssen die Initiativen fortgesetzt und die Maßnahmen ausgeweitet werden. Wir möchten mehr als die derzeit 300 Haushalte erreichen.