Missionsprogramm im lutherischen Krankenhaus Bamalete
Das Krankenhaus Bamalete Lutheran Hospital (BLH) im Süden Botswanas wurde 1934 von der Hermannsburger Mission gegründet. Seit 2022 wird das Krankenhaus von einer lokalen, dreigliedrigen Körperschaft betrieben. Sie besteht aus der Ev.-luth. Kirche in Botswana (ELCB), der Ev.-luth. Kirche im Südlichen Afrika (ELCSA, Diözese Botswana) und dem Volk der Balete.
Das BLH arbeitet mit der Regierung von Botswana im Rahmen einer Zuschussvereinbarung für die Bereitstellung von Gesundheitsdiensten zusammen. Das Krankenhaus versorgt ein Einzugsgebiet von rund 111.000 Einwohner*innen und verfügt über ca.134 Betten.
Eine Besonderheit des BLH ist das Beratungszentrum, in dem Sozialarbeit, psychologische Betreuung und christliche Seelsorge unter einem Dach angeboten werden. Außerdem gibt es seit über 40 Jahren eine Missionswoche, die von der Missionsärztin des ELM, Dr. Johanna Goldbach, ins Leben gerufen wurde, gemeinsam mit der einheimischen Diakonisse Keneilwe Sejako. Aus ihr ist ein ganzer Strauß an geistlichen, seelsorgerischen und lebenspraktischen Angeboten entstanden.
Unsere Fragen dazu hat Krankenhausseelsorger Pastor Thabiso Daniel Segatlhe beantwortet:
Worin besteht das Projekt?
Die Missionswoche ist ein jährliches Angebot für die Mitarbeitenden des Bamalete Lutheran Hospital und der angeschlossenen Krankenpflegeschule. Die Mitarbeitenden sollen dadurch psychisch, physisch, sozial, beruflich, moralisch und geistlich gestärkt werden. Glaubensthemen werden in Bezug auf Gesundheit, Finanzen, Soziales und das Verhalten am Arbeitsplatz behandelt. Umgesetzt wird das Projekt durch die Krankenhausseelsorge.
Wie hat sich das Projekt entwickelt?
Kenntnisse und Fähigkeiten wurden auch nach außen weitergegeben, zum Beispiel an kirchliche Amtsträger aber auch an traditionelle Heiler der Volksgruppe der Balete, die in Ramotswa und Umgebung arbeiten und durch einen Workshop des BLH zu Palliativpflege fortgebildet wurden. Die Resonanz war sehr positiv und ermutigend.
Wir haben dieses Missionsprogramm auch auf junge Menschen zugeschnitten, die durch Covid 19 die meisten ihrer Angehörigen und damit ihre Ernährer verloren haben. Für sie wird es ein Wochenprogramm mit therapeutischen Angeboten geben - unter anderem Trauma-Beratung. Auch der Leitung des Krankenhauses wurde die Möglichkeit gegeben, sich im Rahmen des Missionsprogramms fortzubilden.
Welche Rolle spielt das ELM in diesem Projekt?
Das ELM hat dieses Programm in der Gründungsphase personell unterstützt. Missionar*innen (Ärzte, Seelsorger und Vorstandsmitglieder) haben sehr viel dazu beigetragen, dieses Programm, das nun schon seit Jahrzehnten besteht, aufzubauen und aufrechtzuerhalten.
Woran machen Sie den Erfolg des Projektes fest?
Das Missionsprogramm trägt massiv zur Existenz und Wirkung des Krankenhauses in der Region bei. Die botswanische Regierung - das Gesundheitsministerium - möchte das BLH-Führungsmodell einschließlich der seelsorglichen Komponente kopieren, da diese in den staatlichen Gesundheitseinrichtungen bisher fehlt.
Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Projektes?
Das Missionswochen-Programm mit seinen jährlichen Konferenzen, Workshops und der Qualifizierung der Akteur*innen soll weiterentwickelt und an die Erfordernisse der Zukunft angepasst werden. Das Angebot soll erweitert werden im Bereich von Kurzzeitkursen. Beispielhaft sei hier die Schulung des Krankenhausmanagements genannt, die vom ELM ermöglicht wurde. Für spezielle Patientengruppen würden wir gern auf ihre Erfordernisse zugeschnittene Gesundheitskurse anbieten, zum Beispiel für Gehörlose, missbrauchte Frauen und Mädchen oder auch ältere Menschen.