Grußwort Landesbischof Ralf Meister (Ev.-luth. Landeskirche Hannovers)

„Selig sind die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen.“ (Matthäus 5,9)

Die Einführung von Holger Siebert als neuen Direktor des Evangelisch-lutherischen Missionswerkes in Niedersachsen fällt in eine Zeit massiver globaler Verwerfungen. In einer solchen Welt stellt sich die Frage nach Sinn und Auftrag weltweiter Mission neu. Mission kann heute weniger denn je triumphal gedacht werden. Sie lebt nicht aus kultureller Überlegenheit oder aus dem Anspruch, finale Antworten zu besitzen. Christliche Mission bewährt sich vielmehr dort, wo sie die Fähigkeit stärkt, den anderen wahrzunehmen in seiner individuellen Geschichte und seiner geistlichen Ausrichtung.

Das Evangelium verweist uns auf eine Wahrheit, die größer ist als nationale oder konfessionelle Selbstbehauptung. Darum ist eine weltweite Kirche kein religiöses Nebenprojekt der Globalisierung, sondern ein geistlicher Lernraum. Wer mit Christinnen und Christen in anderen Teilen der Welt verbunden lebt, lernt die eigene Perspektive zu relativieren und gemeinsame Verantwortung für Frieden und Gerechtigkeit zu übernehmen.

Wir brauchen Orte, an denen nicht Feindbilder gepflegt, sondern Beziehungen ermöglicht werden. Dafür steht das ELM seit vielen Jahren: für das Gespräch zwischen Kirchen, für gegenseitiges Lernen und für die Einsicht, dass christlicher Glaube nur im Horizont der weltweiten Gemeinschaft verstanden werden kann.

Direktor Siebert wünsche ich für seinen Dienst theologische Klarheit, geistliche Weite und die Kraft, unterschiedliche Menschen und Perspektiven zusammenzuführen. Gottes Segen begleite ihn und alle, die in diesem Werk Verantwortung tragen.

Ralf Meister
Landesbischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers
Vorsitzender des Missionsausschusses des ELM

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