Ein neuer Blickwinkel
Gabriele De Bona (ELM-Referentin für Gender) und Bertha Munkhondya (Pastorin und Generalsekretärin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Malawi) haben Hannover erkundet – und dabei spannende Orte einmal aus einem ganz neuen Blickwinkel entdeckt.
Ihre Tour begann bei den farbenfrohen „Nanas“ der Künstlerin Niki de Saint Phalle. Den beiden fiel dabei auf, dass es sich um eines der wenigen Beispiele handelt, in denen Frauen in den Skulpturen Hannovers dargestellt sind.
Von dort führte der Weg weiter an die Leine. Besonders faszinierte die Leinewelle, die seit 2023 Surferinnen und Surfer mitten in der Stadt anzieht. Auf dem Spaziergang in Richtung Landtag kamen sie außerdem an einem Kunstwerk und den interessanten Platanen vorbei.
Direkt vor dem Landtag entdeckten sie den Hannah-Arendt-Platz, benannt nach der bekannten Publizistin, Philosophin und Politologin. Ein Höhepunkt war der anschließende Besuch im Landtag selbst, wo sie auch einen Blick in den Plenarsaal werfen konnten.
Nachdenklich stimmte der Halt an der Gedenkstätte Ägidienkirche, die an Krieg und seine Opfer erinnert. Weniger schwer, aber architektonisch beeindruckend, war der nächste Stopp: das markante Gebäude der NORD/LB.
Der Spaziergang durch Hannover bot nicht nur viele interessante Eindrücke, sondern auch einen lebendigen Austausch über Kultur und Geschichte der Stadt – und eröffnete so einen ganz besonderen Blickwinkel.
Sind Pastor*innen wie Schäfer*innen?
Hermannsburg, Heide, Heidschnucken ...
Gabriele De Bona (ELM-Referentin für Gender) und Bertha Munkhondya (Pastorin und Generalsekretärin der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Malawi) haben die Heide bei Hermannsburg erkundet – und dabei auch Heidschnucken gesehen, was zu philosophischen Fragen führte: Sind Pastor*innen wie Schäfer*innen und ist das eigentlich ein schönes Bild?
Bertha Munkhondya beteiligte sich mit ihrer dunklen Kleidung übrigens an Thursdays in Black.
Bertha Munkhondya und Gabriele De Bona in Genf
Zu Besuch beim Ökumenischen Rat der Kirchen und dem Lutherischen Weltbund
Als letzte Station von Berthas der Reise waren Berta und Gabriele in Genf. Dort haben Sie den Ökumenischen Rat der Kirchen und den Lutherischen Weltbund besucht. Themen waren Kinderrechte und Geschlechtergerechtigkeit. Außerdem blieb Zeit, die internationale Stadt etwas anzusehen. Auf dem Programm standen unter Anderem das Reformationsdenkmal und der Jet d'Eau - ein sehr hoher Springbrunnen im Genfer See.
Interview: Bertha Munkhondya, wie war die Reise?
Hannover - Hermannsburg - Genf
Welche Erwartungen hattest du, als du deine Reise angetreten hast?
Ich hatte viele Erwartungen, vor allem, verschiedene Menschen zu treffen. Außerdem hoffte ich auf tiefere Diskussionen über Gendergerechtigkeit und geschlechtsbasierte Gewalt.
Bei Gabriele’s letztem Besuch in Malawi hatten wir zwar Zeit, aber nicht genug. Deshalb war mein erster Gedanke: „Wie können wir das Programm zur Gendergerechtigkeit optimal nutzen?“ Das war mein wichtigstest Ziel. Eine weiterer Wunsch war, mein Netzwerk zu erweitern, denn das Programm bot zahlreiche Aktivitäten, an denen ich teilnehmen konnte und die meinen Besuch in Deutschland sehr bereichert haben.
Wie war deine Reise?
Meine Reise war wirklich gut. Jede Reise inspiriert auf unterschiedliche Weise. Manchmal ist man überrascht, manchmal sammelt man neue Erfahrungen. Für mich war diese Reise besonders bereichernd, weil sie genau die Erfahrungen bot, die man sich von einer solchen Reise erhofft. Es war fantastisch.
Was nimmst du aus der Reise für die Zukunft mit?
Für die Zukunft nehme ich vor allem die Verpflichtung und das Engagement mit, geschlechtsbasierte Gewalt zu bekämpfen, Gendergerechtigkeit zu fördern und Partnerschaften zu stärken. Als Kirchen brauchen wir einander, auch wenn wir in unterschiedlichen Kontexten arbeiten. Unsere Mission ist dieselbe: das Evangelium zu verkünden.
Während wir das Evangelium verkünden, sollten wir auch Räume und Umgebungen schaffen, in denen die Menschen, mit denen wir sprechen, sicher und respektiert sind. Deshalb ist es so wichtig, geschlechtsbasierte Gewalt zu reduzieren und Frauen zu fördern, damit alle Menschen sich in der Welt wohlfühlen können.
Darüber hinaus habe ich viel aus den Begegnungen mit prominenten Vertretern des Ökumenischen Rat de Kirchen und des Lutherischen Weltbunds mitgenommen. Diese Begegnungen waren entscheidend, um unser Netzwerk zu erweitern und zu lernen, wie wir unterschiedliche Situationen besser handhaben können, sowohl in der kirchlichen Mission als auch im Bereich Gendergerechtigkeit.