28. Juni: This is your Captain speaking…

Eine originelle Ansprache zum Abschied kurz vor dem Abflug…

Lumbani Wellani, der Jugendkoordinator userer malawischen Partnerkirche, hat für uns heute zum Abschied im Bus eine kleine, originelle und warmherzige Ansprache gehalten:

Ladies and gentlemen, this is your captain speaking…

We have officially landed at the end of the International Gender Summer Academy. Local time is “time to go home,” and the weather outside is a mix of excitement, hugs, and people pretending they’re not going to miss each other.

Before leaving the aircraft, please ensure you collect all your personal belongings, including your suitcase, charger, water bottle, and most importantly, all the brilliant ideas, friendships, and confidence you’ve picked up during this journey. Any dancing skills, inside jokes, or questionable singing talents acquired during the academy are yours to keep.

As you make your way to the exit, please remember that the Gender Summer Academy crew cannot be held responsible for sudden urges to start community projects, challenge stereotypes, or greet strangers from five different countries.

we wish you smooth check-ins, no excess baggage fees, and immigration officers who smile. For everyone else, may your journey home be safe and your stories about this week become just a little more dramatic each time you tell them.

Thank you for flying with the International Gender Summer Academy. It has been our absolute pleasure having you on board.

We hope to welcome you on another flight soon. Until then, keep your minds open, your hearts kind, and your passports ready.

 

Und hier die Übersetzung:

Meine Damen und Herren, hier spricht Ihr Kapitän …

Wir sind offiziell am Ende der Internationalen Gender-Sommerakademie gelandet. Die Ortszeit lautet: „Zeit, nach Hause zu gehen“, und das Wetter draußen ist eine Mischung aus Vorfreude, Umarmungen und Menschen, die so tun, als würden sie sich nicht vermissen.

Bevor Sie das Flugzeug verlassen, stellen Sie bitte sicher, dass Sie alle persönlichen Gegenstände mitnehmen – einschließlich Ihres Koffers, Ladegeräts, Ihrer Wasserflasche und vor allem all der großartigen Ideen, Freundschaften und des Selbstvertrauens, die Sie auf dieser Reise gesammelt haben. Alle Tanzfähigkeiten, Insider-Witze oder fragwürdigen Gesangstalente, die Sie während der Akademie erworben haben, dürfen Sie selbstverständlich behalten.

Auf dem Weg zum Ausgang denken Sie bitte daran: Das Team der Gender-Sommerakademie übernimmt keine Verantwortung für plötzlich auftretende Impulse, Gemeinschaftsprojekte zu starten, Stereotype herauszufordern oder Fremde aus fünf verschiedenen Ländern zu begrüßen.

Wir wünschen Ihnen reibungslose Check-ins, keine Gebühren für Übergepäck und Einreisebeamte mit einem Lächeln. Allen anderen wünschen wir eine sichere Heimreise – und mögen Ihre Geschichten über diese Woche mit jedem Erzählen ein kleines bisschen dramatischer werden.

Vielen Dank, dass Sie mit der Internationalen Gender-Sommerakademie geflogen sind. Es war uns eine große Freude, Sie an Bord zu haben.

Wir hoffen, Sie bald wieder auf einem weiteren Flug begrüßen zu dürfen. Bis dahin: Halten Sie Ihren Geist offen, Ihr Herz freundlich und Ihren Reisepass bereit.

27. Juni: Schritt für Schritt

Wie geht es nach der Akademie weiter?

Männer: Welche Aspekte der Geschlechtergerechtigkeit beziehungsweise -ungerechtigkeit betreffen Männer? Dieser Frage gingen die Teilnehmenden heute Vormittag unter der Leitung von Lindiwe Maseko nach. Auf allen Ebenen – lokal, regional oder international – finden sich Akteure, die sich mit Geschlechtergerechtigkeit befassen. Dies zeigte Lilana Kasper den Teilnehmenden im Rahmen ihres Workshops auf.

Alles hat ein Ende …
Wie geht es weiter?

Die Gender Summer Akademie hat heute ihren letzten Tag. Die Teilnehmenden sind vom Programm inspiriert. Eine Teilnehmende sagte: „Es ist wie ein Feuer, das brennt. Aber was passiert mit den Glutstücken, wenn sie auseinandergeschoben werden?“ Genau dieser Frage widmete sich die letzte Session. Wie kann es weitergehen? Wie kann man trotz der großen Entfernung weiter zusammenarbeiten? Sollte man vielleicht gemeinsam einen Blog schreiben oder weiter in einer Messenger-Gruppe arbeiten? Wie kann man sich weiterhin austauschen und sich bei den täglichen Herausforderungen unterstützen? Die Zeit wird zeigen, ob die Ideen fruchten.

Am Abend wurde gemeinsam das Abendmahl gefeiert. Anschließend gab es Abendessen alle Teilnehmenden erhielten ein Teilnahme-Zertifikat. Morgen geht es für den Großteil der Gruppe wieder nach Hause. Einige fliegen auch erst am Montag.

Eine tolle Organisation, eine wunderbare Gastfreundschaft und eine tolle Gruppe. Wir danken allen, die uns unterstützt haben.

Und wie immer bei einer Reise freuen wir uns auf zu Hause und sind zugleich etwas traurig, dass die Gruppe auseinander geht und die Reise vorüber ist.

26. Juni: Abseits der großen Straßen

Ein Tag, den wir nicht so schnell vergessen werden.

Am Vormittag gestalteten Candela Nadalin aus Argentinien mit einer Bibelarbeit und Diana Krause mit einem Workshop zum Thema „Umgang von Prädikant*innen mit Geschlechtergerechtigkeit” das Programm.

Am Nachmittag fuhren wir in das Dorf Nniwu. Nniwu ist ein Dorf mit vielen kleinen Backsteinhäusern. Die Menschen dort sind arm. Es gibt keinen Strom, kein fließendes Wasser und keine Abwasserentsorgung. In der Mitte des Dorfes befindet sich ein großer Platz mit einem Baum. Außerdem gibt es eine Wasserpumpe, die durch Mittel des ELM finanziert wurde. 

Als wir mit dem Bus in das Dorf kamen, strömten die Menschen zu uns und begrüßten uns. Anschließend zeigten sie uns die Ergebnisse eines Gender-Projekts, das die ELCM in dem Dorf durchführt. So haben beispielsweise die Männer kochen und die Frauen nähen gelernt, was vorher eine Männerdomäne war.

Der Besuch des Dorfes hat uns alle sehr berührt. „Es hat mich traurig gemacht zu sehen, in welchen Umständen Menschen leben können”, sagte eine der Teilnehmerinnen über diesen Tag. Eine andere fügte hinzu: „Für uns weiße, gut verdienende Menschen ist das eine ganz andere Welt – da ist eine ziemlich große Lücke zwischen unseren Welten.” 

Die Lebensfreude der Menschen hat uns beeindruckt. „Sie zeigen ihre Freude, obwohl sie so viele Herausforderungen bestehen müssen.” Bertha Munkhondya von der ELCM sagte: „Es ist ein harter Ort. Weil Gott uns liebt, bleiben wir dort.“

25. Juni: Unter Palmen

Eine Überraschung für die Teilnehmenden der Gender-Sommerakademie

Heute sind wir mit dem Reisebus zum Malawisee gefahren. Die etwa zweistündige Fahrt gab uns einen Eindruck von dem Land und bot uns die Gelegenheit, das bisher Gehörte etwas sacken zu lassen.

Auf unserem Weg zum See sind wir auf einer der größten Straßen Malawis gefahren und haben die Stadt Salima durchquert. Malawi hat nur wenige Straßen, die so groß sind, dass sie auf einer Landkarte eingezeichnet sind. Die meisten Orte sind nicht über große Straßen erreichbar und waren für uns – wenn überhaupt – nur aus der Ferne zu sehen.

Das Leben an der Straße ist von Handel und Transport geprägt. Wir haben zahlreiche Verkaufsstände mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Handwerksarbeiten sowie Märkte, Essensstände und Werkstätten gesehen. Außerdem konnten wir Kirchen, Moscheen und Rinderherden sehen. Auch Fußball scheint in Malawi sehr beliebt zu sein. Auf unserer Rückfahrt am späteren Nachmittag kamen wir an einigen belebten Fußballplätzen vorbei. Auffallend war, wie viel Holzkohle auf den Straßen transportiert wurde. Da Bäume für Malawi sehr wichtig sind, gibt uns das zu denken. Bäume sind gut für das Klima, spenden Schatten und helfen gegen Bodenerosion. Wir sind auch an einer großen Solaranlage vorbeigekommen.

Am Lake Malawi erwartete uns eine Ferienanlage mit Strand und Kokospalmen. Dieses Südseefeeling stand in deutlichem Gegensatz zu unseren sonstigen Eindrücken von Malawi. Wir haben diese kleine Auszeit sehr genossen.

Morgen stehen eine Bibelarbeit und ein Workshop auf dem Programm. Am Nachmittag besuchen wir zwei Projekte, die durch das ELM gefördert werden. Dann werden wir auch Orte abseits der großen Straßen kennenlernen.

24. Juni: Spannende Workshops, eine Bibelarbeit und ein Spaziergang

Äthiopien - Argentinien - Deutschland - Indien

Mittlerweile hat sich eine gewisse Routine eingestellt, da wir seit drei Tagen einen festen Tagesablauf im Seminar haben. Morgens findet zunächst eine Bibelarbeit statt, anschließend folgen drei Workshops. Sowohl die Bibelarbeit als auch die Workshops haben interaktive Elemente. Die entstehenden Diskussionen sind intensiv. Es ist spürbar, dass das Thema Geschlechtergerechtigkeit allen Teilnehmenden am Herzen liegt.

Die Workshops

Bereket Abebe berichtete uns von Projekten zur Förderung der Geschlechtergerechtigkeit in der äthiopischen Kirche. Ein Schwerpunkt lag auf den Landrechten von Frauen in Äthiopien. Anhand einer traditionellen Gutenachtgeschichte zeigte sie uns außerdem, wie das Patriarchat von Generation zu Generation weitergetragen wird.

Candela Nadalin aus Argentinien berichtete über die Perspektive junger Menschen auf das Thema Geschlechtergerechtigkeit. Dabei ging es insbesondere um die Generation, die zwischen 1995 und 2000 geboren wurde. Abschließend fragte sie uns, welche Hoffnungen wir in Bezug auf Geschlechtergerechtigkeit mit der Jugend verbinden. Denken Sie doch auch einmal über diese Frage nach.

Nicole Grenz aus Deutschland führte uns in einer Meditation zu einem Fall geschlechtsbasierter Gewalt. Es handelte sich um einen eskalierenden Weihnachtsabend in einer Familie. Wir diskutierten, wie wir als Freunde der Familie reagieren könnten.

Die Bibelarbeit

Kiruba Latha Anand aus Indien hat eine inspirierende Bibelarbeit gehalten, welche die Teilnehmenden tief inspiriert hat. Angelehnt an den Psalmvers 139,14 beschrieb sie, wie sie bei der Geburt ihres ersten Kindes, als sie ihre Tochter in die Hände nahm, erstaunt war, wie klein ihre Finger und Zehen waren, und doch so wunderbar gemacht. Sie erinnerte uns daran, dass wir alle einzigartig sind, Frauen und Männer, verschieden, aber gleichgestellt. Eindrücklich war auch die Körperübung im Kreis, bei der jede und jeder Einzelne der Gruppe die Arme seitlich ausstrecken sollte, ohne die Nachbarn zu berühren. Dabei sollte die rechte Handfläche nach oben und die linke nach unten geöffnet sein. Es war eine kleine Meditation darüber, was wir als einzigartiges Individuum in die Gruppe hineingeben können und was wir im Gegenzug geschenkt bekommen.

24. Juni: Unsere Mittagspause

Ein kurzer Spaziergang über einen Markt

Heute haben wir einen kurzen Spaziergang in der Mittagspause gemacht. Dabei sind wir über einen Markt in der Nähe des Kirchengeländes gelaufen. Es war spannend, die kleinen Geschäfte anzuschauen und zu sehen, mit wie viel Handarbeit Dinge des Alltags wieder repariert werden. Es gab ein Geschäft für Auto Scheinwerfer, ein Geschäft in dem Radius und Lampen repariert werden und eine Werkstatt für die Reparatur von Motorrädern und Fahrrädern.

Wir sind mit den Menschen der Fahrradwerkstatt ins Gespräch gekommen und durften uns ein typisches malawisches Fahrrad aus der Nähe anschauen. Wie schon berichtet transportieren die Menschen hier sehr viele Dinge auf ihren Fahrrädern, zum Beispiel große Mengen an Zuckerrohr und Feuerholz.
Außerdem haben die meisten Fahrräder einen Gepäckträger, auf dem eine zweite Person sitzen kann. Die Gepäckträger haben eine Möglichkeit zum Festhalten und zum Abstellen der Füße.
Was noch spannend ist, sind die Bremsen. Diese sind komplett anders als bei uns und drücken von unten gegen die Felge. Sie werden über Stangen gesteuert.

23. Juni: Ein Präzedenzfall zur Gendergerechtigkeit im Erbrecht

Es gibt keinen Grund, Frauen in der Erbfolge zu benachteiligen

Dieser Tag war geprägt von Workshops mit unterschiedlichen Perspektiven aus Südafrika, Indien, Malawi und Brasilien zum Thema Geschlechtergerechtigkeit. Zu Beginn des Tages arbeiteten die Teilnehmenden der Gender-Sommerakademie angeleitet durch Lilana Kasper aus Südafrika an einem Bibeltext (4. Mose 27), über das Erbe eines Mannes, der nur Töchter hatte. Machla, Noa, Hogla, Milka und Tirza setzen sich für ihr Erbe ein und schafften einen erbrechtlichen Präzedenzfall.

Wie macht der Hund?

Macht wer wirklich "Wau"?

Als zweites präsentierten Carmen Michel und Natan de Oliveira Schumann aus Brasilien. Den Beginn machte Natan mit einem Experiment zum interkulturellen Dialog. Er fragte die internationale Gruppe:

  • Wie macht der Hahn?
  • Wie macht der Hund?
  • Wie macht die Katze?

Es stellte sich heraus, dass Hahn und Hund überall sehr verschieden klingen und Katzen überall annähernd gleich - zumindest die Lautmalerei (auch Onomatopoesie genannt) der Teilnehmenden aus den verschiedenen Ländern. Anschließend berichtete Carmen über ihre Erfahrungen mit Programmen zur Geschlechtergerechtigkeit in der Evangelischen Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien. Zum Beispiel haben sie in einem Gender-Justice Netzwerk angefangen kurze Andachten in leichter Sprache vorzubereiten, die dann von verschiedenen Gruppen der Kirche genutzt werden konnten. 

Als drittes präsentierte Lumbani Wellani aus Malawi die Sicht der Jugend auf das Thema und rief die Erwachsenen auf, dass Erwachsene und die Gesellschaft immer Vorbilder für Kinder und Jugendliche sein sollten, damit ihnen die richtigen Werte vermittelt werden.

Als viertes erläuterte Kiruba Latha Anand die vielschichtigen Schwierigkeiten der indischen Gesellschaft in Bezug auf Geschlechtergerechtigkeit. Ungleiche Bezahlung, keine gleichen Rechte für die Geschlechter und erzwungene Abtreibungen kamen zur Sprache.

Klicken Sie hier, um mehr über die Arbeit der IECLB im Bereich Geschlechtergerechtigkeit zu erfahren: 

Geschlechtergerechtigkeit als Auftrag der Kirche

Erfahrungen der IECLB aus Brasilien

22. Juni: Yesu Khristu …

...das war Chichewa

22. Juni: Heute begann unser Tag mit einer Andacht in Chichewa. Bertha Munkhondya sprach über Psalm 103, 1-4. Die Andacht findet jeden Morgen um 7:40 Uhr in der Kirche des Geländes statt. 

Im Anschluss an das Frühstück wurden die Teilnehmenden der Akademie von Bischof Joseph Bvumbwe und seinem Team in ihren Büros empfangen. Dort wurde die Gender-Sonmerakademie offiziell eröffnet.

Von der Nordsee zum Lake Malawi

Bischof Joseph Bvumbwe hat sich sehr über eine von Bischof Ralf Meister (Landeskirche Hannover) signierte Nordsee-Bibel mit Bildern von Hermann Buß gefreut, die ihm Susanne Paul vom Team der Evangelischen Frauen* der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers überreicht hat. 

Nach der Eröffnung der Gender-Sommerakademie begann der erste Workshop zu Geschlechterungerechtigkeiten im Arbeitsleben. 

Klicken Sie hier, um zu den Ergebnissen des Workshops zu gelangen:

Geschlechtergerechtigkeit bei der Arbeit

Eine internationale Perspektive, erarbeitet bei der Gender-Sommerakademie in Malawi

Anschließend folgte eine Bibelarbeit. Bibelarbeiten sind ein festes Element an jedem Tag der Gender-Sommerakademie.

 

„All being equal before god“ (Galater 3,28) …

… das war englisch

Anschließend hielt Bertha Munkhondya eine Bibelarbeit zum Thema „Alle sind gleich vor Gott!“ 

„Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.“ (Galater 3,28)

Am späteren Nachmittag führte uns Lindiwe Maseko in eine akademische Perspektiven auf Geschlechtergerechtigkeit ein und gab den Teilnehmenden abschließend einige praktische Fragen und Aufgaben zu 2Sam 13, 1-22. Der Text handelt über sexuelle Gewalt in einer Herrscherfamilie.

 

Zum Abendessen gab es Chambo - ein sehr populärer Fisch in Malawi (Foto: Nicole Grenz).

Ein Mekka für Aquaristen und Fischfreunde

Zum Abendbrot wurde es nach der Nordseebibel das zweite Mal maritim: Es gab Fisch. Malawi ist für seinen Arten- und Fischreichtum im Lake Malawi bekannt.

Wir genießen sehr, die gute Küche der malawischen Kirche. Die uns jeden Tag drei warme Mahlzeiten bietet.

Müde und mit vielen neuen Gedanken, beenden wir diesen Tag und freuen uns auf morgen.

 

 

21. Juni: Grundsteinlegung durch Bischof Bvumbwe für eine neue Kirche in Area 25

Eine Ziege, ein Motorrad und viel Musik

Am Sonntagmorgen ist ein Teil unserer Gruppe zu einem Gottesdienst in der Area 25 gefahren, um die Grundsteinlegung einer neuen Kirche zu feiern. Aber nicht nur wir sind dort hingefahren, sondern auch der Bischof, seine Frau, die Brassband und der Chor.

Wir sind in einem Kleinbus der Kirche gefahren und waren neben großen geteerten Straßen auch auf kleinen Sandwegen unterwegs. Teilweise sind die Straßen sehr eng, das Auto setzt auf und die anderen Fahrzeuge sind nicht sonderlich weit entfernt.

In Area 25 angekommen haben wir uns zunächst mit dem Bischof, anderen Kirchenleitenden und den leitenden Personen der neu entstehenden Kirche getroffen. Nach einer kurzen Begrüßung ging es zum Gelände der neu entstehenden Kirche. Auf dem noch freien Gelände der neuen Kirche waren drei Zelte aufgebaut, unter denen die Besucher*innen Platz nehmen konnten.

Eingerahmt von viel Musik durch die Brassband, verschiedene Chöre und Tanzvorstellungen begann der Gottesdienst. Der Höhepunkt des Gottesdienstes war die Grundsteinlegung für die neue Kirche in der Area 25. Außerdem bekam der neue Pastor der Gemeinde ein Motorrad geschenkt und auch der Bischof erhielt ein paar Geschenke – unter anderem eine Ziege.

Im Jahr 2009 hat die Gemeinde der Area 25 den Wunsch für eine eigene Kirche entwickelt und hat es nun geschafft, ein Grundstück zu erwerben.
Der Gottesdient war für uns eine spannende Erfahrung, aber auch genauso lang wie spannend.

Nach unserer Rückkehr auf das Kirchengelände wurden wir im Rahmen eines großen Konzerts in der Luther-Halle auf dem Kirchengelände begrüßt. Mehrere Chöre, Tänzer*innen und die Brassband haben uns begrüßt. Bischof Bvumbwe hat eine Rede gehalten.

Uns wurde das Lied: „Feel at home“ gewidmet.

Nach einem langen Tag freuen wir uns auf den Feierabend und den inhaltlichen Start der Gender-Sommerakademie. Eine andere Art des längsten Tag des Jahres – den 21. Juni 2026.

20. Juni: Das Planungsteam ist vollständig

Es geht an die Arbeit

Susanne Paul vom Team der Evangelischen Frauen*der Landeskirche Hannovers, Bertha Munkhondya von der ELCM, Gabriele De Bona vom ELM und Carmen Michel von der IECLB haben am Vormittag die Feinabstimmung des Programms der Gender-Sommerakademie zum Thema Geschlechtergerechtigkeit vorgenommen und die Moderation der einzelnen Tage und Workshops unter sich aufgeteilt.
Die Akademie wird durch Workshops und Bibelarbeiten geprägt. Außerdem besucht die Gruppe zwei Projekte und macht einen Ausflug zum Lake Malawi. 
Den Auftakt und den Ausklang bilden die sonntäglichen Gottesdienste. 

Wir freuen uns auf einen internationalen Austausch!

Abends erreichten uns drei weitere Teilnehmende. Doch darüber mehr im nächsten Blog.

Den ganzen Tag hören wir Musik:

20. Juni: Die Brassband und der Chor der Kirche üben

Diesen Samstag haben eine Brassband und ein Chor auf dem Gelände der Kirche und in der Kirche geübt. Viele vor allem junge Musiker*innen haben Musik gemacht. Wir wurden eingeladen, etwas zu zuhören. Jetzt sind wir sehr auf ihren Auftritt im morgigen Gottesdienst gespannt.
Die Mitglieder der Brassband erzählten uns, dass sie mehr junge Talente als Instrumente haben und diesen Mangel bedauern. Die Musik war trotzdem sehr fröhlich.

Wo sind wir eigentlich?

Eine Citytour mit dem Kirchenbus

Am Nachmittag haben wir einen Ausflug in die Stadt unternommen. Mit dem Auto ging es zuerst ins Regierungsviertel und anschließend durch verschiedene Stadtteile in die Altstadt, wo es eine Art Markt am Straßenrand gab. Während im Regierungsviertel an diesem Samstag gähnende Leere herrschte, war der Rest der Stadt sehr belebt.

Die Black Missionaries und der Blackout
Was so auf dem Parkplatz eines Supermarktes passieren kann

Am Ende unserer Citytour sind wir zu einem Einkaufszentrum gefahren. Als wir unseren Einkauf im Auto verstauten, hörten wir zufällig Musik der Reggae-Band „The Black Missionaries“, die direkt neben dem Einkaufszentrum ein Konzert gaben. Der Name der Band ist natürlich irgendwie spannend. Warum die Band so heißt, konnten wir nicht herausfinden. Allerdings war die Musik leider schnell wieder vorbei und alles war dunkel - es gab einen Blackout bzw. mehrere Blackouts nacheinander und der gesamte Bereich um den Parkplatz war für kurze Zeit dunkel und es war auf einmal sehr still. Nach kurzer Zeit ging das Licht wieder an und die Band begann wieder zu spielen.

19. Juni - Teil 2: Feel yourself at home

Ein herzliches Willkommen und ein freudiges Wiedersehen.

Gestern am frühen Nachmittag war es dann soweit, wir sind Lilongwe am Flughafen gelandet. Der Flughafen ist wesentlich kleiner als in Frankfurt oder Addis Abeba. Wir mussten dennoch alle Schritte durchlaufen, wie es bei einer Einreise nötig ist.

Nachdem wir das endlich erledigt hatten, waren wir endlich in Malawi und es folgte das nächste kleine Abenteuer: Die Fahrt mit einem Kleinbus (Auto) zum Gelände der Kirche. Hier konnten wir erste Eindrücke des Landes gewinnen und das war sehr spannend.
Wie es hier üblich ist, fuhren wir auf der linken Fahrbahnseite los – wobei einen Mittelstreifen gibt es nicht. Wir fuhren also Links und teilten uns die Straße mit anderen Autos, Fahrrädern, Mopeds und Fußgänger*innen. Erstaunlich ist die Tatsache, dass zwei Menschen sich den Roller mit einer Doppelmatratze und einer Stehlampe teilten. Insgesamt ist der Lastenverkehr hier völlig anders als bei uns: Riesige Güter und Dinge werden auf sehr kleinen Fahrzeugen mitgenommen. Ein Lastenrad bezeichnet hier etwas völlig anderes als bei uns.
Aber nicht nur die Fahrzeuge waren spannend. Interessant ist auch, wie viele Menschen versuchen an der Straße etwas zu verkaufen und was es so zu kaufen gibt. Eine Delikatesse scheinen z. B. gebratene Mäuse zu sein. Diese wurden Spießeweise angeboten. Des Weiteren waren Hühner, alle möglichen gebrauchten Autoteile sowie frisches und anderes Obst zu kaufen. Wir haben uns schließlich entschieden, bei einem kleinen Supermarkt und ein paar Flaschen Wasser für uns zu kaufen. Anschließend fuhren wir zum Gelände der Kirche, wo wir herzlich von Bertha Munkhondya (Pastorin und Generalsekretärin der Ev.-luth. Kirche in Malawi) empfangen wurden.

Das Gelände und die Zimmer sind sehr schön. Jede*r hat ein eigenes kleines Zimmer mit einem kleinen Bad. Die Häuser sind aus Backstein gebaut und zwischen den Häusern gibt es kleine Grünanlagen. Außerdem gibt es eine Kirche und andere Gebäude der malawischen Kirche auf dem Gelände. Wir erleben eine wunderbare Gastfreundschaft – … feel yourself at home!

Nachdem wir unsere Zimmer bezogen hatten und eine kleine Pause gemacht haben, haben wir uns zusammen mit Carmen Michel und Natan de Oliveira Schumann, der frisch eingetroffenen Delegation der brasilianischen ELM-Partnerkirche getroffen, und gemeinsam ein frisch gekochtes leckeres Essen zu uns genommen.

Müde, mit vollem Bauch und noch mehr neuen Eindrücken ging es anschließend ins Bett - mit ganz viel Vorfreude und etwas Heimweh. Dank akribischer Mückenabwehr - mit meistens zwei Mückennetzen verlief die Nacht ruhig.

Tob be continued: Im nächsten Blog geht es um das erste Planungstreffen, einen Chor und einen Posaunenchor und zaghafte Erkundungstouren durch Lilongwe.

18. und 19. Juni: Kurz vor dem Äquator

Müde und in voller Vorfreude

Gestern ist unsere Reisegruppe nach Malawi gestartet. Wir sind die Teilnehmenden aus Deutschland. Von Frankfurt ging der erste Flug nach Addis Abeba in Äthiopien und von dort geht es mit einem Anschlussflug nach Lilongwe. Gerade sind wir kurz vor Nairobi und daher auch kurz vor dem Äquator. 

Während uns die Menschen am Hannoveraner Hauptbahnhof noch sehr vertraut vorkamen, merken wir jetzt, wie wir Stück für Stück uns immer weiter von der Heimat entfernen. Waren im ersten Flugzeug noch viele Deutsche, sind wir nun vielleicht die einzigen. Es wird immer internationaler und natürlich verändert sich auch die Landschaft.

Die Müdigkeit und evtl. ein bisschen die Schüchternheit verhindert etwas mit den Leuten links und rechts ins Gespräch zu kommen und wir können über ihre Reisegründe der Menschen neben uns nur raten. Auch die altbewährte Zuggastfrage
„Entschuldigen Sie, fliegen Sie auch nach Lilongwe?“, funktioniert im Flugzeug nicht unbedingt. „Nein, ich steige vorher aus“, wäre ja eine ungünstige Antwort.

Daher freuen wir uns umso mehr mit den Teilnehmenden aus den anderen Ländern der Gender-Sommerakademie zusammen zu kommen und uns austauschen zu können. Die Gruppe aus Brasilien sitzt auch schon im Flieger.

Über Gender & Rassismus

Neben allgemeinen Überlegungen zu Malaria-Profilaxe und dem Tauschen von Geld ging es auch intensiv um Genderfragen - z.B.: Wie können Väter für kirchliche Angebote gewonnen werden? Sollten Angebote eher für Väter mit Kindern oder Väter mit Söhnen angeboten werden? 
Außerdem kamen Fragen zur Sprache, die sich mit dem interkulturellen Kontext einer so langen Reise ergeben: Wie unterscheiden sich Geschlechterrollen in unterschiedlichen Kulturen? Was bedeutet eigentlich Rassismus?

Für unsere Freunde der Geographie kurz hinter dem Äquator:
Wie heißt denn dieser Berg?

Auf einmal passiert etwas Interessantes: Wir fliegen über den Wolken (bei einem dermaßen eingeschränkten Platz für Beine kann man aber nicht von grenzenloser Freiheit sprechen). Und über diesen Wolken tauchen zwei Bergkuppen auf. Auf dem Anzeigemonitor steht etwas von Serengeti. Dies führt uns zu der Frage: Haben wir den Kilimandscharo gesehen?

Aber noch mehr interessiert uns: Wie ist Malawi? Es dauert keine Stunde mehr und wir werden es erfahren. Was werden wir wohl auf dem Weg vom Flughafen zu unser Malawischen Partnerkirche erleben? Außerdem freuen wir uns auf Bertha.

Auf dem Weg zum Flughafen Frankfurt: Gabriele De Bona, Susanne Paul, Nicole Grenz vor der Abfahrt (v.l.)

Malawi - wärmer als bei uns gerade?

18. Juni 2026: Jetzt startet die Reise

Moin zusammen, jetzt startet die Reise nach Malawi zur Gender-Sommerakademie. Wir freuen uns auf eine spannende Zeit, die vor uns liegt. Wir reden mit Menschen aus den Partnerkirchen des Landes ELM über Geschlechtergerechtigkeit und lernen die Ev.-luth. Kirche in Malawi (ELCM) kennen. Ganz besonders freuen wir uns auf Pastorin Bertha Munkhondya von der ELCM. Ob es in Malawi wohl wärmer ist als bei uns gerade? EIN GROSSES DANKE AN ALLE, DIE UNS ZU HAUSE UND UNTERWEGS UNTERSTÜTZEN!

3 Tage wach!

16. Juni 2026: In zwei Tagen geht es los!

Katzen gehen immer, daher das schöne Bild oben. Am Donnerstag geht es für die deutsche Delegation nach Malawi. Die Reise dauert keine drei Tage, aber immerhin anderthalb. Wir freuen uns. Hier kommen die Berichte.

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