Mitmachen 2/2026
Göttliche Gärten
Liebe Leserinnen und liebe Leser,
Es gibt Orte, an denen auch Menschen, die sich nicht als gläubig bezeichnen würden, etwas Magisches, Ursprüngliches, Großes und Schönes spüren. Gärten können solche Orte sein.
Man kann sie auf zweierlei Art erleben: Entweder, indem man selbst zu Spaten und Hacke greift, oder indem man den Anblick des harmonischen Grüns mit den zart dosierten Farbtupfern in Blütenform genießt. Beide Aspekte finden sich auch in der Religion: Aktiv werden, um Neues und Gutes zu schaffen. Dankbar sein und das genießen, was da ist.
Für uns im Ev.-luth. Missionswerk in Niedersachsen (ELM) ist die Landesgartenschau 2026 in Bad Nenndorf, an der wir uns gemeinsam mit weiteren kirchlichen Akteur*innen beteiligen, ein Anlass gewesen, darüber nachzudenken, wieso und inwiefern Gärten etwas Göttliches an sich haben. Ein Blick in die Bibel zeigt: Es scheint eine enge Verbindung zu geben. Bereits im zweiten Kapitel geht es um einen Garten, den paradiesischen namens Eden.
Und auch im Neuen Testament wird immer wieder gleichnishaft vom Säen, Wachsen und Ernten erzählt. Offenbar haben Menschen schon vor hunderten von Jahren gespürt, dass vieles, was beim Gärtnern oder in der Landwirtschaft gilt, sich auf weitere Bereiche des Lebens anwenden lässt. Da ist die Wahl des richtigen Zeitpunkts für jede Tätigkeit, außerdem das Sich-gedulden-müssen zwischen dem Säen und dem Ernten, wobei man in dieser Zeit natürlich keineswegs die Hände in den Schoß legen sollte. Denn jetzt geht es darum, die jungen Pflänzchen gegen alle Widrigkeiten und Gefahren zu verteidigen. „Dranbleiben“ lautet die Devise. Aber es bleiben auch Faktoren, die wir nicht selbst beeinflussen können. Eine späte Frostnacht kann die Obsternte zunichte machen, Sonne oder Regen zur richtigen Zeit den Ernteertrag deutlich erhöhen.
Die Mischung aus selbst aktiv werden und hoffen (oder beten), dass die äußeren Bedingungen keinen Strich durch die Rechnung machen, stehen vor dem Ziel der guten Ernte. In Klöstern heißt es bis heute "bete und arbeite".
Für dieses Heft, haben wir uns auch in unseren weltweiten Partnerkirchen umgesehen, besonders in Brasilien, wo die Ev. Kirche das Thema "Nachhaltigkeit" 2026 zum Jahresschwerpunkt macht. Wir stellen Menschen vor, die nicht nur eine grüne Oase schaffen, sondern wissen: Ohne den Schutz von Wasser, Klima, Böden und Artenvielfalt wird ihr Garten keine Zukunft haben.
Eine gute Lesezeit wünscht
die Mitmachen-Redaktion des Ev.-luth. Missionswerk in Niedersachsen (ELM)