Wenn jedes Kind zählt ...
„Heute weiß ich: Hinter jedem lachenden Kind kann eine Geschichte stehen, die uns tief berührt. Und ich weiß, dass mein Projekt jeden Tag Hoffnung schenkt, Kind für Kind.. Ich bin unendlich dankbar, dass ich ein Teil dieses besonderen Projekts sein darf.“
Dieses Fazit im Rundbrief einer vom ELM entsandten Freiwilligen hat mich sehr bewegt.
In diesen Tagen reisen wieder einige junge Menschen in Projekte in den Ländern unserer Partnerkirchen. Wir hoffen, dass auch sie solche bewegenden Erfahrungen machen, wie sie die Freiwillige weiter beschreibt:
„Ein Junge war eines Tages wie immer fröhlich, anhänglich und voller Energie. Er suchte meine Nähe und freute sich, wenn wir uns sahen. Am nächsten Tag war er plötzlich nicht da. Ich machte mir große Sorgen und fragte schließlich die Sozialarbeiterin.
Ich war sprachlos, als ich hörte, dass seine Mutter am Vortag ins Gefängnis gekommen war. Mein erster Gedanke: Was passiert jetzt mit diesem Kind? Wer kümmert sich um ihn? Wo schläft er heute Nacht? Hat er Angst? Fühlt er sich allein? Zum Glück ist er inzwischen wieder im Projekt.
Vor kurzem meinte er, dass ich für ihn ein „sicherer Punkt“ sei; jemand, auf den er sich verlassen könne und ihn motiviere, jeden Tag ins Projekt zu kommen. Dieser sichere Punkt werde ihm fehlen, wenn ich bald wieder nach Deutschland zurückkehre. Er werde mich unglaublich vermissen.
In dem Moment musste ich erst einmal schlucken. Plötzlich wurde mir bewusst, dass mein Einsatz hier viel mehr bedeutet, als ich manchmal denke. Ich bin nicht nur ein kleiner Teil eines großen Projekts, spiele mit den Kindern oder unterrichte Englisch. In Wahrheit kann allein die Tatsache, dass man da ist, für ein Kind von unschätzbarem Wert sein.
Seit diesem Gespräch begleitet mich ein Gedanke, der mich sehr traurig macht: Während ich in wenigen Monaten wieder in mein gewohntes Leben nach Deutschland zurückkehre, bleibt dieser Junge hier, mit all den Herausforderungen, Unsicherheiten und Sorgen, die sein Alltag mit sich bringt. In solchen Momenten wird mir klar, wie wichtig das Projekt ist. Wenn im Leben der Kinder alles ins Wanken gerät, bleibt mein Projekt ein Ort, der Halt gibt. Ein Ort, an dem jemand fragt, wie es ihnen geht. Ein Ort, an dem sofort bemerkt wird, wenn ein Kind fehlt. Ein Ort, an dem jedes einzelne Kind zählt.“
Darum entsenden wir junge Menschen in solche Projekte.
BITTE UNTERSTÜTZEN SIE UNS MIT IHRER SPENDE für das Freiwilligenprogramm, damit wir junge Menschen gut auf einen solchen Dienst vorbereiten, sie während der Zeit unterstützen, bei schönen und schweren Erfahrungen sowie der Rückkehr begleiten können.
Ich grüße Sie herzlich und danke für Ihre Spenden und Gebete – sowohl für die jungen Menschen, als auch die vielen engagierten Mitarbeitenden und Menschen in den Partnerkirchen und hier im ELM.
Holger Siebert
Direktor
IBAN DE90 2695 1311 0000 9191 91
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(Sparkasse Celle-Gifhorn-Wolfsburg)