Fünf Aspekte der Klimakrise aus indigener Sicht

Indigene Gemeinschaften in Brasilien sind stärker von der Klimakrise betroffen als der Rest der Gesellschaft, und das aus mehreren Gründen:

Erstens haben sie noch eine enge Verbindung zur Natur. Indigene Völker sind oft direkt von der Natur abhängig - für Nahrung, Wasser, Medizin und ihr spirituelles Leben. Wenn sich das Klima ändert, etwa durch Dürren, Überschwemmungen oder das Aussterben bestimmter Tier- und Pflanzenarten, trifft das direkt ihre Lebensgrundlage.

Zweitens leben viele von ihnen in ökologisch sensiblen Gebieten. Der Amazonas-Regenwald, in dem viele indigene Gemeinschaften wohnen, ist durch Abholzung und Klimawandel besonders bedroht. Wenn der Regenwald austrocknet oder abbrennt, verliert die Welt nicht nur einen wichtigen CO2-Speicher, sondern die Menschen verlieren auch ihren Lebensraum.

Drittens gibt es zunehmende Umweltzerstörung und Landraub. Die Klimakrise verstärkt bestehende soziale Ungleichheiten und wird von Unternehmen oder Teilen des Staates als Vorwand genutzt, um indigene Gebiete für Landwirtschaft, Bergbau oder Infrastrukturprojekte zu erschließen – oft illegal. Das führt zu Vertreibung, Gewalt und dem Verlust kultureller Identität.

Viertens fehlt es an politischer Vertretung und Rechten. Indigene Gruppen haben oft weniger Zugang zu politischer Macht und Ressourcen, um sich an neue Bedingungen anzupassen. Ihre Stimmen werden in Entscheidungsprozessen zu Klimapolitik oder Umweltschutz oft übergangen, da sie in Brasilien nur eine kleine Minderheit, etwa ein Prozent, ausmachen.

Fünftens haben sie oft nur sehr eingeschränkten Zugang zu Gesundheits- und Sozialsystemen. Die Auswirkungen der Klimakrise, wie neue Krankheiten, Luftverschmutzung durch Waldbrände oder verschmutztes Wasser, treffen indigene Gruppen härter, weil sie oft keine oder nur schlechte medizinische Versorgung erhalten.

Der COMIN als Organisation unserer brasilianischen Partnerkirche IECLB ist hier eine wichtige Anlaufstelle für juristische, gesundheitliche und lebenspraktische Herausforderungen von und für Indigene in Brasilien.

Mehr Informationen und Kontakt:

Referent Globale Nachhaltigkeit/
Ökumenische Zusammenarbeit Russische Föderation
Waldemar Rausch
Telefon +49 (0)5052 69-290
w.rausch(at)elm-mission(dot)net

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