Sensibilisierung für die vielfältigen Rassismen gegenüber indigenen Menschen

In Brasilien erleben indigene Völker übermässig viel Rassismus, sowohl auf persönlicher als auch auf struktureller Ebene.

Diese Formen sind ziemlich vielfältig und tief verwurzelt und beeinflussen sowohl den Alltag als auch die langfristige gesellschaftliche und politische Integration. Hier sind ein paar der wichtigsten Formen von Rassismus, denen sie begegnen:

  • Kultureller Rassismus: Indigene Menschen werden oft durch Klischees in den Medien dargestellt, die ihre kulturelle Identität verzerren. Diese Stereotypen führen dazu, dass sie als primitiv angesehen werden, was Vorurteile verstärkt. Ihre Sprachen, Bräuche und Religionen werden oft als minderwertig angesehen, was ihren kulturellen Erhalt gefährdet.
  • Struktureller Rassismus: Indigene Gemeinschaften haben oft wenig Zugang zu grundlegenden Ressourcen wie Bildung und Gesundheitsversorgung, was auf jahrzehntelange staatliche Vernachlässigung zurückzuführen ist. In Schulen erleben indigene Kinder häufig Diskriminierung, was ihre Chancen im Leben schmälert.
  • Landraub und Vertreibung: Häufig gibt es Konflikte um Landrecht. Große Unternehmen nehmen indigenen Völkern ihr Land weg, was nicht nur zum Verlust von Wohnraum, sondern auch von kulturellen und spirituellen Wurzeln führt. Oft ist die rechtliche Anerkennung ihrer Landansprüche unzureichend, obwohl Verfassungsänderungen eigentlich ihre Rechte garantieren sollten.
  • Politischer Rassismus: Indigene Völker sind politisch unterrepräsentiert und oft marginalisiert. Besonders in den letzten Jahren gab es feindliche politische Rhetorik, vor allem unter der Regierung von Jair Bolsonaro, die ihre Rechte infrage stellte.
  • Gewalt und Mord: Es gibt viele Berichte über Gewalt gegen indigene Aktivisten, oft im Zusammenhang mit Landkonflikten. Diese Aktivisten sind häufig Ziel von Bedrohungen und manchmal sogar Mord, um ihre Bemühungen zur Verteidigung ihrer Landrechte zu stoppen.
  • Diskriminierung und Ausgrenzung: Im Alltag sind abwertende Kommentare und Ausgrenzung an der Tagesordnung. Viele indigene Menschen erleben rassistische Gewalt und werden verbal oder körperlich angegriffen.
  • Wirtschaftlicher Rassismus: Der Zugang zum Arbeitsmarkt ist schwierig, da die Wirtschaftsopportunitäten in ländlichen Gebieten begrenzt sind. Viele indigene Gemeinschaften gehören zu den ärmsten in Brasilien, da ihnen oft der Zugang zu staatlichen Dienstleistungen fehlt und ihr Land ausgebeutet wird.

Im Großen und Ganzen ist der Rassismus, dem indigene Völker in Brasilien ausgesetzt sind, ziemlich komplex und beeinflusst viele Lebensbereiche. Trotzdem kämpfen viele indigene Gemeinschaften weiterhin aktiv für ihre Rechte und den Schutz ihres Landes.

Der COMIN, der Indigenenmissionsrat unserer Partnerkirche in Brasilien (IECLB), engagiert sich besonders mit Bildungsangeboten und Aufklärungsarbeit, um die brasilianische Gesellschaft für vielfältigen Rassismen gegen Indigene zu sensibilisieren und sie so zu bekämpfen.

Die verschiedenen Formen von Rassismus werden auch in einer Videoreihe erläutert, die von Indigenen gestaltet wurde.

Mehr Informationen und Kontakt:

Referent Globale Nachhaltigkeit/
Ökumenische Zusammenarbeit Russische Föderation
Waldemar Rausch
Telefon +49 (0)5052 69-290
w.rausch(at)elm-mission(dot)net

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