Orthodoxe Christenheit in Russland und Äthiopien

HERMANNSBURG. Das Ev.-luth. Missionswerk in Niedersachsen (ELM) lädt zu einem weiteren Mission aktuell-Abend am 26. November ins Hermannsburger Ludwig-Harms-Haus (LHH) ein. Der Kirchenhistoriker Prof. Dr. Wolfgang Hage befasst sich um 19 Uhr mit den Unterschieden und Gemeinsamkeiten der orthodoxen Kirchen in Äthiopien und Russland.              

Der Ursprung beider Kirchen fällt in die Zeit Konstantin des Großen, dessen kaiserliche Autorität man theologisch begründet weiß. Dies erscheint für die kommenden Jahrhunderte fortan wie eine Blaupause für die machpolitische und staatliche Ordnung beider Länder. Bemerkenswert in der Geschichte beider Länder ist die herausragende Stellung des weltlichen Herrschers in seiner Kirche. Unter dem Aspekt „Staat und Kirche“ bieten sie somit viele Gemeinsamkeiten und zeigen sich Russen und Äthiopier in der Tradition des Staatskirchentums im alten Byzanz. Und dennoch: die orthodoxe Christenheit in Russland und die orthodoxe Christenheit in Äthiopien unterscheiden sich deutlich voneinander.   

Professor Hage wird an diesem Abend einen informativen historischen Überblick über die kirchengeschichtlichen Besonderheiten beider Länder geben. „Diese zu kennen, stellt für uns als ELM auch eine hilfreiche Grundlage für die Zusammenarbeit mit unseren lutherischen Partnerkirchen dar“, sagt Gabriele De Bona, ELM-Referentin für die Ökumenische Zusammenarbeit mit Äthiopien. „Denn durch die historisch gewachsene starke Stellung der orthodoxen Kirchen in Russland und Äthiopien und deren enge Verbundenheit mit dem Staat bleibt die Arbeit der kirchlichen Partner direkt oder indirekt bis heute davon nicht unberührt“, so De Bona.

Prof. Dr. Wolfgang Hage studierte Evangelische Theologie an den Universitäten Bonn, Tübingen und Münster. Seine akademischen Stationen: Assistent am Lehrstuhl für Ostkirchengeschichte der Theologischen Fakultät der Universität Marburg, wo er 1964 auch promovierte; 1971 Habilitation für das Fach „Kirchengeschichte unter besonderer Berücksichtigung des christlichen Orients“ und 1972 die Ernennung zum Professor; ab 1975 Professor für „Orientalische (insbesondere syrische) Kirchengeschichte“ an der Theologischen Fakultät der Universität Göttingen; von 1981 bis 2001 Universitätsprofessor für Kirchengeschichte mit dem Schwerpunkt Ostkirchengeschichte am Fachbereich Evangelische Theologie der Philipps-Universität Marburg.

Das Ev.-luth. Missionswerk in Niedersachsen (ELM) ist Teil eines großen Netzwerkes, das im Verbund mit 23 Kirchen in 19 Ländern arbeitet. Es engagiert sich personell im Austausch von Theolog*innen, Entwicklungsfachkräften und jungen Erwachsenen im Freiwilligendienst zwischen evangelischen Kirchen in Europa, Afrika, Asien und Lateinamerika und unterstützt Projekte seiner Partner finanziell.

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