Die Welt bekommt ein Gesicht

Das ELM präsentiert sich auf seinem Jahresempfang als Kompetenzzentrum für Mission, Ökumene und interkulturellen Dialog.    

Hermannsburg. Das Ev.-luth. Missionswerk in Niedersachsen (ELM) ist ein Kompetenzzentrum für Mission, Ökumene und interkulturellen Dialog. Die Welt bekommt durch seine Arbeit ein Gesicht. Das zeigte sich vor allem durch die Menschen, die beim diesjährigen Jahresempfang des ELM im Mittelpunkt standen.  

„Ich habe bei all den kulturellen Unterschieden soviel gelernt in dem einen Jahr“, erzählt Esther Srinivasan aus Indien. In der Zeit als Süd-Nord-Freiwillige in der ELM-Zentrale habe sie sehr freundliche und offene Menschen kennengelernt. Dabei sei ihr auch deren direkte Art aufgefallen. Die Erfahrungen in Deutschland habe sie als Frau unabhängiger, selbstbewusster und stärker werden lassen: Für sie offensichtlich kein Widerspruch zum traditionellen indischen Tanz, den die studierte Tänzerin als Botschafterin ihres Landes zuvor präsentiert hat.

Esther Srinivasan wurde an diesem Abend ebenso verabschiedet wie Christel Boncowski aus Brasilien und Thabang More aus Südafrika. Stellvertretend für die insgesamt 12 Süd-Nord-Freiwilligen des Jahrgangs 2017/18 gaben sie Auskunft zu ihren Erfahrungen in Deutschland und ihrem Dienst in den verschiedensten Einsatzstellen. Seit 2011 bietet das ELM im Rahmen seines Freiwilligen-Programms „Seitenwechsel“, mit dem jedes Jahr 40 junge Erwachsene zu einem Dienst ins außereuropäische Ausland entsendet werden, im Gegenzug auch jungen Menschen aus dem globalen Süden die Möglichkeit, Grenzen zu überwinden, voneinander und miteinander zu lernen, Verantwortung zu übernehmen und Glaube anders zu erleben.

Was das auch für die Arbeit des ELM heißt, wurde an diesem Abend unter dem Motto „Die Welt bekommt ein Gesicht“ deutlich: Grenzen zwischen Menschen und Kulturen zu überwinden, sich gemeinsam auf den Weg zu machen und sich auf Augenhöhe zu begegnen, Erfahrungen zu reflektieren und eigene Bilder zu hinterfragen.

Auf diesem Weg geht es auch um das Kennenlernen fremder Spiritualität und die Frage: Was trägt mich wirklich? Diesen Aspekt griff ELM-Direktor in seiner Rede auf: „Mit welchen Gedanken und Gefühlen kommen die Jugendlichen aus dem globalen Süden in diesen Tagen bei uns an. Welche Ängste haben auch ihre Eltern? Aufbruch in ein unbekanntes Land ist und bleibt eine Herausforderung. Heute wie vor 160 Jahren, als die Mission hier in Hermannsburg begann.“ Mit Hinweis auf Jesaja 52,12 (Der Herr wird vor euch herziehen…)  erinnerte Thiel an das Vertrauen auf Gott, mit dem sich Menschen der Bibel auf den Weg gemacht hätten. „Was für ein Wort heute, wenn neue Freiwillige aus dem Süden kommen. Was für eine Zusage Gottes, wenn Ihr euch wieder auf den Weg nach Hause macht“, so Thiel zu den Freiwilligen. „Und was für eine Zusage für uns als ELM im Blick auf die Veränderung und Entwicklung unseres Auftrages.“ Hierfür gebe es nur eine Voraussetzung: „Wir müssen ihn im Blick behalten.“

Nicht nur die Welt, auch das ELM bekomme an diesem Abend ein Gesicht. Darauf wies Oberlandeskirchenrat Thomas Hofer als Vertreter der Ev.-luth. Landeskirche Braunschweig, einer der drei Trägerkirchen des ELM, hin. „Mission ist das Weitererzählen von der Hoffnung auf der wir stehen“, so Hofer. Hierzu habe das ELM wichtige Einsichten als Kompetenzzentrum für Mission, Ökumene und interkulturellem und – mit Hinweis auf die Fachhochschule für Interkulturelle Theologie Hermannsburg (FIT) – interreligiösen Dialog, beizutragen.     

Im Anschluss an die Vorträge bot sich den rund 80 Gästen bei einem Imbiss reichlich Gelegenheit zum Austausch und zum Gang durch die im Rahmen des Empfangs eröffnete Ausstellung: Bilder, in denen ehemalige Freiwillige ihre Erfahrungen eines Jahres im Ausland künstlerisch verarbeitet haben.  

Über das ELM:

Das Ev.-luth. Missionswerk in Niedersachsen (ELM) ist Teil eines großen Netzwerkes, das im Verbund mit 23 Kirchen in 19 Ländern arbeitet. Es engagiert sich personell im Austausch von TheologInnen und Entwicklungsfachkräften zwischen evangelischen Kirchen in Europa, Afrika, Asien und Lateinamerika und unterstützt Projekte seiner Partner finanziell.

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