Mission im Gespräch der Religionen

Hermannsburg. Unter dem Thema „Du hast mir was zu sagen“ hatte das Ev.-luth. Missionswerk in Niedersachen (ELM) am vergangenen Samstag Interessierte in die Hermannsburger Fachhochschule für Interkulturelle Theologie (FIT) eingeladen, um über „Mission im Gespräch der Religionen“ zu diskutieren.

Dr. Michael Biehl, Referent für Theologische Ausbildung und Grundsatzfragen im Hamburger Evangelischen Missionswerk, dem Dachverband kirchlicher Missionswerke, führte in seinem Impulsreferat vor knapp 100 Zuhörerinnen und Zuhörern durch die Verlautbarungen früherer Weltmissionskonferenzen. Dabei betonte er eine demütige religiöse Grundhaltung: „Wir wissen nicht wirklich, ob wir den Weg kennen. Glaube ist ein Risiko, ein Lebensentwurf auf christlicher Grundlage, von dem wir hoffen, dass er in die Zukunft trägt.“ Und er warb darum, drei missionstheologische Grundhaltungen in Beziehung zu setzen, indem er der exklusiven Position Relevanz für das persönliche Glaubensleben zuschrieb, im Dialog mit Vertretern anderer Kirchen, Konfessionen und Religionen eine inklusive Haltung vorschlug, während im Blick auf das Zusammenleben einer weltweiten Gesellschaft eine plurale Einstellung sinnvoll sei.

In einer Arbeitsgruppe erläuterte ELM-Direktor Michael Thiel, dass die Struktur des ELM sich mittlerweile nach Themenschwerpunkten ausrichte, die in internationalen Konsultationen gemeinsam mit den 19 außereuropäische Partnerkirchen des Missionswerkes erarbeitet wurden. „Die Partnerkirchenkonsultationen werden auch in Zukunft unsere Themen und damit auch unsere Struktur bestimmen“, erläuterte Thiel weiter, „denn nur wer in der Veränderung bleibt, lebt.“ Hinsichtlich der Arbeit des ELM in Deutschland deutete Thiel an, dass sich das Missionswerk für eine Erneuerung der internationalen Gemeindepartnerschaften einsetzen wolle. „Hier ist durch Generationenwechsel, aber auch durch den Wegfall von Themen wie die Apartheid in Südafrika viel an Motivation verlorengegangen. Da können wir mit unseren internationalen kirchlichen Kontakten zu einer Wiederbelebung beitragen.“

Im Abschlussgottesdienst des Missionstages nahm der hannoversche Landesbischof Ralf Meister das Thema des religiösen Dialoges in seiner Predigt auf, indem er forderte: „Es wird Zeit, überall in der Kirche von dem Klang Gottes in der Welt zu reden“. Mission sei dabei nicht bestimmt von dem, was Andere glauben, sondern von dem, was ich für Andere sein kann, so Meister weiter.

Im Rahmen des Abschlussgottesdienstes wurde auch der langjährige Pastor und ELM-Missionar Georg Grobe entpflichtet und in den Ruhestand verabschiedet.

Das Ev.-luth. Missionswerk in Niedersachsen (ELM) ist Teil eines großen Netzwerkes, das im Verbund mit 23 Kirchen in 19 Ländern arbeitet. Es engagiert sich personell im Austausch von TheologInnen und Entwicklungsfachkräften zwischen evangelischen Kirchen in Europa, Afrika, Asien und Lateinamerika und unterstützt Projekte seiner Partner finanziell.

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