Ein unglaublicher Bedarf

Hermannsburg. „Ich war zwar schon auf Partnerschaftstreffen in Deutschland, doch nie kam ich so erfüllt wieder zurück, wie ich mich jetzt fühle.“ Nachhaltig beeindruckt zeigte sich Lesego Khutsoane aus Südafrika von der Internationalen Partnerschaftskonferenz des Ev.-luth. Missionswerkes in Niedersachsen (ELM) in Kooperation mit der Landeskirche Hannovers und dessen Haus kirchlicher Dienste im Mai. Unter dem Titel „Reformation verändert die Welt“ gibt es nun vom 18. bis 24. August in Hermannsburg und Wittenberg eine zweite Konferenz mit Partnerschaftsgruppen aus Lettland, Namibia, Polen, Südafrika und Deutschland.         

„Ich wünschte mir, diese Art von Partnerschaftskonferenz könnte erweitert werden, hin zu wichtigen Führungspersonen auf Kirchenkreis- und Gemeindeebene. Es gibt da einen unglaublichen Bedarf: Weil es genau das ist, wo Kirche passiert und wo Seelen berührt werden“, schrieb Lesego Khutsoane in ihrer Rückschau aus Südafrika an ELM-Partnerschaftsreferentin Pastorin Stefanie Fendler.

Und dieser Bedarf werde schon allein durch die große Zahl der Anmeldungen dokumentiert, die eine zweite Konferenz nahelegte, so Stefanie Fendler. Sie fühle sich dadurch bestärkt, dass Begegnungen dieser Art nicht nur Sinn machten, sondern für eine gelebte ökumenische Partnerschaft unabdingbar seien.

Von diesem Geist und dem Bedürfnis der verschiedenen Partnerschaftsgruppen, einander kennen- und verstehen zu lernen, war der erste Teil der Konferenz geprägt – über alle kulturellen und theologischen Grenzen hinweg. Der gemeinsame Besuch Wittenbergs und damit der theologischen Wurzeln der lutherischen Reformation wirkte dabei damals auch wie ein emotionales Bindeglied zwischen den Teilnehmenden: Für die deutschen Partner war es sehr bewegend zu sehen, wie viel es den Vertreterinnen und Vertretern der Partnerkirchen zu bedeuten schien, an der Stelle zu stehen, wo die Gründerväter auch ihrer Kirchen gewirkt und dadurch die Gesellschaft verändert haben.„Aus tiefstem Herzen fühle ich, dass wir ein solches Programm auf eine andere Ebene bis hin zur Kirchenleitung heben sollten“ zitiert sie aus der Mail Khutsoanes, die davon überzeugt ist, dass die Menschen in den Kirchen oft so zugeschüttet würden mit Administration, Verfahren und Prozeduren, „dass wir die größere Mission durch Christus vergessen. Von daher haben wir einen echten Bedarf an solchen Konferenzen bzw. Trainings, um über den Tellerrand hinauszudenken und im Auge zu behalten, was die Bibel in Bezug auf den Dienst für die eine Welt sagt.“

Ob und welche Spuren die Reformation hier und auch in den Gesellschaften der Partnerkirchen  hinterlassen hat,  darum wird es auch auf der zweiten Partnerschaftskonferenz gehen. Dabei wird unter anderem der Frage nach dem reformatorischen Selbstverständnis und der gesellschaftlichen Relevanz von Kirche und lutherischer Theologie in der heutigen Zeit gefragt werden.

„Wie die erste Konferenz gezeigt hat, werden viele Gemeinsamkeiten sichtbar werden, die wir ohne den offenen Austausch über den eigenen Tellerrand hinweg und das Lernen voneinander so nicht entdeckt hätten. Unsere gemeinsame Suche gibt Ausdruck davon, was länderüberschreitende Partnerschaft ausmacht und uns Aspekte des einen Leibes Christi erfahrbar werden lässt“, so Stefanie Fendler.

Am Sonntag, den 21.August, werden die internationalen Gäste an verschiedenen Gottesdienstorten in Hannover, Hermannsburg und Weesen zu Gast sein, um sich dann in die Lutherstadt Wittenberg aufzumachen.                  

Per Gedankenaustausch und Diskussion Gemeinsamkeiten und Unterschiede auszuloten, war für viele Teilnehmende an der Konferenz eine wichtige Erfahrung auf dem Weg zu gegenseitigem Verständnis.
Luthergarten Wittenberg: Bewegend und bedeutungsvoll war für die Teilnehmenden der ersten Konferenz an der Stelle zu stehen, wo die Gründerväter auch ihrer Kirchen gelebt haben.

Fotos: Mariani Tauchert/ELM

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