Emotionaler Höhepunkt in Wittenberg

Der zweite Teil der vom Ev.-luth. Missionswerk in Niedersachsen (ELM) in Kooperation mit der Landeskirche Hannovers und dessen Haus kirchlicher Dienste (HkD) geförderten Partnerschaftskonferenz wird vor allem zu einem emotionalen Höhepunkt. Er führt die äthiopischen, südafrikanischen und deutschen Teilnehmenden zu den theologischen Wurzeln der Reformation, die den Beteiligten die zentralen Anliegen und Grundsätze der Reformation vor Augen führt und deren Wittenberger Hauptfiguren Martin Luther und Philipp Melanchthon als Impulsgeber über ihre Zeit hinaus erfahrbar machen. 

Unter diesem Eindruck der historischen Erinnerung setzen die Teilnehmenden ihren in Hannover begonnenen Austausch fort. Dieser lebt von den reformatorischen Impulsen und regt zu lebendiger Diskussion über die heutigen Herausforderungen für Christinnen und Christen in Äthiopien, Südafrika und Deutschland an.

„Er entwickelt sich wirklich gut!“ Zufrieden begutachtet der südafrikanische Teilnehmer der Partnerschaftskonferenz den Baum, der für seine Kirche im Wittenberger Luthergarten gepflanzt wurde, während eine Frau seiner Delegation sorgsam die Mulchschicht vom Unkraut befreit. Für die deutschen Partner ist es sehr bewegend zu sehen, wie viel es den Vertreterinnen und Vertretern der Partnerkirchen zu bedeuten scheint, an der Stelle zu stehen, wo die Gründerväter auch ihrer Kirchen gelebt haben. 

Allein die Schrift, allein Christus, allein durch Gnade, allein durch Glaube – als die Partnerschaftsdelegationen im Chorraum der Wittenberger Stadtkirche unter dem berühmten Altarbild Lucas Cranachs d. Ä. ihren Abschlussgottesdienst mit Abendmahl feiern, bekommt dieser reformatorische Vierklang plötzlich einen sinnlichen Erfahrungsraum – und seinen internationalen Widerhall. Denn nach der Predigt bringen viele in freien persönlichen Äußerungen zum Ausdruck, was es bedeutet, von Gott beschenkt zu werden. „Gastfreundschaft ist so ein Geschenk", sagt ein Mann, aus Südafrika, der zum ersten Mal in Deutschland ist. „Ich war ein Fremder und ihr habt mich aufgenommen“, sagt er in Anlehnung an das Bibelwort. „Beim Friedensgruß gibt es viele spontane herzliche Umarmungen“, beobachtet Pastor Georg Grobe, theologischer Referent des ELM. „Und immer wieder werden, wie schon bei der ganzen Tagung, spontan südafrikanische Chorusse angestimmt, die unter die Haut gehen.“

Deutlich wird an diesem zweiten Teil der neben HkD und Landeskirche aus Mitteln des Kirchlichen Entwicklungsdienstes, von Brot für die Welt, der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung und der Evangelischen Erwachsenenbildung Niedersachsen geförderten Tagung die tiefe emotionale Verbundenheit der ausländischen Partnerschaftsgruppen mit dem Ursprung ihrer Kirchen. Somit komplettiert der Besuch Wittenbergs die intensive inhaltliche Auseinandersetzung der Konferenz. „Wir haben auf sehr persönliche Weise erlebt, wie die Impulse der Reformationszeit in verschiedenen Menschen und damit auch in verschiedenen Kirchen weltweit weiter wirken“, bilanziert Georg Grobe.      

Das Ev.-luth. Missionswerk in Niedersachsen (ELM) ist Teil eines großen Netzwerkes, das im Verbund mit 23 Kirchen in 19 Ländern arbeitet. Es engagiert sich personell im Austausch von TheologInnen und Entwicklungsfachkräften zwischen evangelischen Kirchen in Europa, Afrika, Asien und Lateinamerika und unterstützt Projekte seiner Partner finanziell.

 

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