Internationale Impulse für Hannover

Mittendrin: Das Ev.-luth. Missionswerk in Niedersachsen(ELM) bei der langen Nacht der Kirchen in der Landeshauptstadt 

Hannover. Spektakuläre Konzerte und Raum für Stille – zwischen diesen Polen bewegte sich die Lange Nacht der Kirchen, die unter dem Thema „Hannover und die Eine Welt“ bereits zum achten Mal in der niedersächsischen Landeshauptstadt stattfand. An unterschiedlichen Orten mittendrin: das Ev.-luth. Missionswerk in Niedersachsen (ELM) und seine Hannoveraner Zweigstelle, das Büro für internationale kirchliche Zusammenarbeit (BikZ).

„Ich möchte heute über Stille sprechen.“ Der Satz blieb in der vollen Marktkirche nach einem Musikkonzert zunächst unerwidert. Nach und nach blieben immer mehr Menschen stehen und lauschten der Andacht von Dr. Christian Samraj – zuletzt war es dann doch ganz still in der großen Kirche. Pastor Samraj war auf Einladung des BikZ als Vertreter der südindischen Ev.-luth Tamilkirche (TELC) in Hannover zu Gast. Neben der Andacht in der Marktkirche wirkte er auch an einer Podiumsdiskussion der EKD über protestantische Vielfalt in der Einen Welt mit. Gefragt nach seiner Einschätzung zur Lage der Kirche in 10 Jahren antwortete Samraj: „Heute sind Medien und Technologie wichtig und Kirche muss sie nutzen. Auch gute Verbindungen in der weltweiten Partnerschaft sind wichtig.“ Und in Erinnerung an den ersten evangelischen Missionar in Indien sagte er: „Bartholomäus Ziegenbalg brauchte 222 Tage nach Indien. Heute dauert die Reise nur 10 Stunden. Kirche muss mit Partnern zu einer weltweiten Familie Gottes werden, damit wir eine starke Stimme haben.“

ELM-Direktor Michael Thiel nahm zeitgleich ebenfalls an einer Podiumsdiskussion zum Thema „Spiritualität mit Gefühl und Vernunft – Glauben in der Einen Welt“ im Gemeindehaus der Lukaskirche teil. Dabei ging es um die Frage, welche Formen der Spiritualität Menschen ansprechen und welche sie suchen. Im Ergebnis gibt es keine Gottesdienstform, die für alle Menschen gleich attraktiv sei. Es komme darauf an, aufeinander zu hören, um eigene Sehnsüchte wahrzunehmen und bei der Planung von spirituellen Angeboten die Situationen und Fragen von Menschen aufzunehmen. Außerdem war das ELM mit Programmpunkten in der St. Thomas-Kirche mit dem Schwerpunkt Lateinamerika sowie mit einer Einheit zum Thema Flucht und Migration in der Bodelschwinghkirche vertreten.

Impulse aus der weltweiten Ökumene konnte das ELM am vergangenen Wochenende auch im internationalen Gottesdienst der Marktkirche einbringen. Der Gottesdienst wurde von einem internationalen ELM-Team gemeinsam mit Marktkirchenpastorin Hanna Kreisel-Liebermann gestaltet. Drei Freiwillige aus dem Süd-Nord-Programm des ELM „Seitenwechsel“ berichteten von ihrer Arbeit in Deutschland und sprachen in Anlehnung an den Bibeltext aus den Klageliedern über den Begriff „Hoffnung“. In ihrer Dialogpredigt knüpften Inga Göbert und Kanjo Tjinyeka daran an. So sei die Frage, was man als selbstverständlich ansehe und was nicht, nur sehr kontextabhängig zu beantworten. Der für die Landwirtschaft so wichtige Regen würde etwa in Botswana keinesfalls mit Gewissheit einsetzen, so Tjinyeka. Die Theologin aus der evangelisch-lutherischen Kirche in Botswana (ELCB) studiert aktuell im B.A. Missionswissenschaft und Internationale Diakonie an der FH für Interkulturelle Theologie in Hermannsburg. Der internationale Gottesdienst ist eine Kooperation zwischen der Marktkirchengemeinde und der hannoverschen Zweigstelle des ELM und fand bereits im dritten Jahr in Folge statt.

„Mit solchen Events wie der Langen Nacht der Kirchen oder dem internationalen Gottesdienst bietet Hannover tolle Möglichkeiten für das ELM neu auf die Internationale Ökumene aufmerksam zu machen“, so Tobias Schäfer, ELM-Referent im BikZ, der die Teilnahme an der Langen Nacht und am Internationalen Gottesdienst koordiniert hat.  „Gleichzeitig stoßen wir immer wieder auf große Offenheit bei Gemeinden, die uns vielleicht noch nicht so kennen. Positiv überrascht über unsere Angebote nehmen sie diese gerne an.“

 

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