Wir werden uns Gehör verschaffen!

Sonderausstellung des ELM zum Kampf der Witwen von Marika-na/Südafrika für Gerechtigkeit und Wiedergutmachung

Hermannsburg. – August 2012, Marikana bei Rustenburg/Südafrika: Ein Streik der Minenarbeiter spitzt sich zu, es sterben Arbeiter und Sicherheitskräfte. Ihren Schmerz darüber haben die Witwen in Bildern verarbeitet. Das Ev.-luth. Missionswerk in Niedersachsen (ELM) zeigt eine Wanderausstellung der Heidelberger Kirchlichen Arbeitsstelle Südliches Afrika (KASA) mit dem Titel „Wir werden uns Gehör verschaffen!“. Zur Eröffnung lädt das ELM für den 6. November um 11:30 Uhr ins Hermannsburger Ludwig-Harms-Haus ein.

Die Polizei beendet damals den Streik mit Gewalt und erschießt dabei 34 Arbeiter zum Teil auf der Flucht, weitere 78 werden verwundet. Kurz nach dem Massaker treffen sich Vertreterinnen der Men-schenrechtsorganisation Khulumani Support Group vor Ort mit An-gehörigen der Arbeiter, die in Marikana umgebracht worden waren. Dabei schafft Khulumani es, dass Familienangehörige der durch Präsident Zuma eingerichteten Untersuchungskommission in Rustenburg beiwohnen können. Sie organisieren für einige Hinterbliebene einen Workshop, in dem sie ihre Geschichten reflektieren und er-zählen können.

Gezeigt werden in der Ausstellung sieben so genannte Bodymaps der Hinterbliebenen, die in dem kreativen therapeutischen Workshop entstanden sind. Sie zeugen vom Schmerz der Frauen und sind ein Schritt zur Aufarbeitung und zur Auseinandersetzung mit den Geschehnissen. Mit Fotografien zeigen die Frauen außerdem  ihre Lebenswirklichkeit in ihrer Heimat aus ihrer eigenen Perspektive. Ihre Situation hat sich mit dem Tod ihres Ernährers verschlimmert, aber sie kämpfen weiter.

„Wir als ELM freuen uns, diese beeindruckende Ausstellung in Hermannsburg zeigen zu können“, so Ausstellungskoordinatorin Helene Pede. „Sich dafür einzusetzen, dass alle Menschen in Würde leben können und die Gerechtigkeit erfahren, die ihnen als von Gott geliebten Geschöpfen zusteht, ist uns als Missionswerk wichtig und findet auch Ausdruck in Ausstellungen wie dieser.“

Zu deren Eröffnung unter der Leitung von Pastor Helmut Grimms-mann, stellvertretender Direktor des ELM und Leiter der Abteilung „Weltweite Kirche“, wird auch KASA-Mitarbeiterin Katrin Mauch mit einem Gastvortrag zu hören sein. 

Nach der Eröffnungsveranstaltung bietet das Ludwig-Harms-Haus (LHH) im Café-Restaurant Candace die Möglichkeit an einem südafrikanischen Buffet teilzunehmen. Kosten: p. P. 17,50 Euro, Anmeldung erbeten unter (05052) 69-270.

Außerdem bitte vormerken:

Samstag, 12. November um 19:30 Uhr

Im Rahmen der Südafrika-Partnerschaftstagung lädt das ELM zu einer weiteren Veranstaltung mit Bezug zur Sonderausstellung ein. Nach einer Führung durch die Ausstellung wird der Dokumentarfilm „IMBOKODO – The Widows of Marikana“ gezeigt (Untertitel in Englisch) gezeigt. Der Einlass ist gratis.

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