Hermannsburg/Durban. Vertreter und Vertreterinnen verschiedener Kirchen haben sich im südafrikanischen Durban zu einer Mahnwache gegen Ausländerfeindlichkeit zusammengefunden. Katholiken, Methodisten, Anglikaner, Lutheraner und andere protestierten damit gegen die jüngsten fremdenfeindlichen Übergriffe, bei denen bereits mehrere Menschen ums Leben gekommen sind. Berichten zufolge machen Einheimische seit Tagen Jagd auf afrikani-sche Einwanderer, Tausende seien aus ihren Häusern vertrieben worden.

„Vereinzelte Übergriffe – insbesondere gegen somalische Ladenbetreiber in südafrikanischen Stadtteilen – hat es in den vergangenen Jahren immer wieder gegeben“, berichtet der Regionalvertreter des Ev.-luth. Missionswerks in Niedersachsen (ELM) in Südafrika, Dr. Joachim Lüdemann. „Doch jetzt ist die Lage wieder so eskaliert wie während der schlimmen Übergriffe im Mai 2008. Damals hatten die Kirchen in der Innenstadt Durbans Ausländern Asyl gewährt und sie verpflegt“, so Lüdemann, der auch Pastor Durbaner Innenstadtkirche St. Michael´s ist.

Kurz vor Ostern wären ausländerfeindliche Übergriffe in Umlazi (einem Stadtteil im Süden Durbans) und Chatsworth gehäuft aufgetreten, berichtet Lüdemann. „Inzwischen gehen die Angriffe jedoch weiter und haben sich nun auch auf die nördlichen Stadtteile ausgebreitet. Selbst Spezialeinheiten der Polizei scheinen bisher der Lage noch nicht Herr zu werden.“

Als mögliche Ursache für die Übergriffe nennt Lüdemann unbestätigte Gerüchte, eine Firma habe im Dezember Arbeiter entlassen und im März an deren Stelle Migranten eingestellt. In der Presse zitierte Aussagen des Königs der Zulus, Zwelithini, Migranten sollten ihre Sachen packen und nach Hause ziehen, könnten dabei Initialzündung für die Gewalt gewesen sein, vermutet Lüdemann. „Auch wenn dies später dementiert bzw. korrigiert wurde, scheint dies von einigen als Freibrief für Vandalismus, Ausländerfeindlichkeit und sogar Mord angesehen worden zu sein.“

Darüber hinaus berichtet Lüdemann über Gerüchte, südafrikanische „Geschäftsleute“ hätten Jugendliche zu diesen Gewalttaten angesta-chelt, um die ausländische Konkurrenz zu verjagen.

Derzeit beteiligt sich Lüdemann mit seiner Gemeinde, an gemein-samen Solidaritätsaktionen der Kirchen in Durban:  „Wir haben uns entschieden, die professionelle Arbeit des lokalen katholischen Flüchtlingshilfswerks finanziell mit 10.000 Rand (ca. 1.000 Euro) zu unterstützen. Dieser Betrag wird von den verschiedenen Gruppen unseres Kirchenkreises aufgebracht. So betreiben wir auch Öffent-lichkeitsarbeit gegen diese ausländerfeindlichen Übergriffe“.

Darüber hinaus habe er an einem „Dringlichkeitstreffen“ von Kir-chenvertretern, Angehörigen der betroffenen ausländischen Natio-nalitäten, Menschenrechtsanwälten mit Vertretern der Provinzregie-rung sowie dem stellvertretenden Bürgermeister und Mitgliedern der Stadtverwaltung teilgenommen. „Wir Kirchenvertreter verpflichteten uns, in der Öffentlichkeit und in unseren Gemeinden für Solidarität mit den verfolgten Ausländern einzutreten und den Verfolgten praktische Hilfe zukommen zu lassen, sowie bei deren Reintegration in den Wohngebieten unserer Gemeindeglieder mitzuwirken“, so Joachim Lüdemann.

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