Starkes Interesse am Missionstagthema 2. Heimat

Landesbischof Meister sprach auch beim Gottesdienst des Missionstages

Hermannsburg „So entscheidet sich an unserem Umgang mit den Flüchtlingen, ob Gottes Verheißung lebt“, sagte Ralf Meister, Bischof der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers in seiner Predigt im Abschlussgottesdienst zum diesjährigen Missionstag des ELM. Unter dem Titel „Heimat verlieren – Heimat finden: Was brauchen wir, um anzukommen?“, setzten sich ungefähr 100 Teilnehmende im Pentagon der Fachhochschule für interkulturelle Theologie Hermannsburg (FIT) mit einem Thema auseinander, das angesichts der Flüchtlingskrise brandaktuell ist.  

Ausgehend von Gottes Verheißung an Abraham, wenn dieser sein Vaterland verlasse (1. Mose 12,1-3), fragte Meister angesichts der Geflüchteten, die aktuell nach Deutschland kommen, ob es sein könne, dass „wir Kronzeugen für die biblische Verheißung sind“. Meister warf in seiner Predigt die Frage auf, ob es nicht christliche Pflicht sei, dass diese Verheißung für die Menschen, die kämen, hier Realität werde. „Sind wir nicht gesegnet, wenn wir unsere Türen gastfreundlich öffnen?“, so Meister. Meisters Predigt war Aufforderung und Ermutigung zugleich und brachte den Tag auf den Punkt.

Vorangegangen war ein Programm aus Impulsreferat, Podiumsdiskussion und Gruppenarbeit, mit dem das Thema unter verschiedenen Aspekten aufgefächert wurde:

„Heute weiß ich es besser: Ich bin eine gestandene Frau“, so Bintou Schmill, die in ihrem Impulsreferat über ihr Ankommen als 13-Jährige in Deutschland sprach. All die Gefühle wie Heimweh und Einsamkeit durchlitten, nannte sie vier Faktoren, die für sie entscheidend seien, um es in der neuen Heimat anzukommen: Sozialisationsinstanzen wie Schule, Familie oder Freundeskreise, der Glaube, denn es sei einfacher, wenn man einen Anker habe sowie der Glaube an die Menschen, die einen geschickt hätten und deren Antrieb die Hoffnung gewesen sei, und die eigene Persönlichkeit.

Und die zeigte die selbstbewusste 31-jährige Gymnasiallehrerin, erfolgreiche Boxerin und Sängerin. „Fang einfach mit irgendwas an“, sei ihr Leitspruch gegen das Heimweh gewesen. „Alles, was dir gut tut, trägt dazu bei“, und wenn man erkennt, wo was fehlt und wie man das ersetzen könne. Heute könne sie persönlich nicht mehr zwischen Togo und Deutschland trennen – beide Länder seien für sie Heimat.

Um kulturelle Missverständnisse, die Bedeutung interkultureller und interreligiöser Begegnungsmöglichkeiten, die Bedeutung von Sprache und das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Traditionen ging es dann in der anschließenden Podiumsdiskussion unter Leitung der Hermannsburger Bundestagsabgeordneten Kirsten Lühmann. Bintou Schmill, Pastor David Yeu Quy von der vietnamesischen Gemeinde in Hannover, Ralf Meister und Rolf Meyer vom Runden Tisch Hermannsburg standen zu den Schwierigkeiten, aber auch Chancen von Migration Rede und Antwort. Dabei wurde nicht zuletzt die Bedeutung des persönlichen Kontaktes hervorgehoben, aber auch das Bemühen beider Seiten, offen aufeinander zuzugehen und sich mit der jeweils anderen Kultur, Religion und Tradition auseinanderzusetzen.

In einzelnen Gruppenarbeiten wurde dann das Thema noch einmal vertieft, indem Praktikerinnen und Praktiker aus der Gemeinde- und Partnerschaftsarbeit sowie von  Willkommensinitiativen ihre Arbeit vor Ort vorstellten.

Der Tag wurde abgerundet durch den Runden Tisch Migration Südheide, der alle Interessierten, Freunde und Bekannten zum Kaffeetrinken ins Pentagon einlud. Neben Kaffee und Kuchen gab es die Gelegenheit, mit Geflüchteten und Mitgliedern des Runden Tisches Migration Südheide und vielen anderen ins Gespräch zu kommen.

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