Christus ist ein bunter Vogel

Interkulturelles Missions- und Familienfest des ELM zeigt Zeitenwandel in der Mission  

Hermannsburg. „Aber eins ist doch deutlich: Er ist ein bunter Vogel.“ Als ELM-Direktor Pastor Michael Thiel diesen Vergleich in seiner Predigt wählte, beschrieb er die Vielgestaltigkeit Christi je nach Land und kulturellem Hintergrund – eine liebevolle Umschreibung von „Christus ist bunt“, dem Motto des diesjährigen Familienfestes  des Ev.-luth. Missionswerkes in Niedersachsen (ELM).

 Ob Kind oder Erwachsener, ob aus deutscher Gemeinde, als Mitglieder einer der zahlreichen Migrantengemeinden in Deutschland oder Studentin und Student aus Lateinamerika, Afrika oder Asien – die rund 500 Menschen aus nahezu allen Kontinenten demonstrierten in Hermannsburg mit ihrem Kommen: „Wir gehören zu dieser bunten Familie Gottes.“  

 Und die traf sich in dem symbolisch aus Zelten errichteten Weltdorf auf dem Campus der Fachhochschule für Interkulturelle Theologie (FIT). Dort warteten auf die Gäste nicht nur kulinarische Gerichte aus Russland, Südafrika, Indien, dem Iran, Vietnam oder Deutschland, sie erhielten auch Einblick in die Besonderheiten und den Alltag in den jeweiligen Ländern und Kirchen.

In heiterer Stimmung feierten Christinnen und Christen kulturübergreifend ein Fest und das mit wachsender Selbstverständlichkeit wechselseitig als Gäste und Gastgeber wie die gemeinsame interkulturelle Tischgemeinschaft im Weltdorf zeigte – für viele eine bereichernde Erfahrung und ein sichtbarer Hinweis auf einen Zeitenwandel: Mission und Christusglaube bekommen einen neuen, vielsprachigen Klang. Deutlich wurde das in den Gesprächen und den verschiedenen Workshops zum Christusbild z. B. in Afrika oder auch in der Kunst. Nachvollziehbar wurde dies u.a. auch an der Glaubenswelt der australischen Aborigines. Eine Gruppe von ihnen besuchte dabei den Ort, aus dem vor fast 140 Jahren die Missionare kamen, die ihrer heutigen australischen Gemeinde den Namen Hermannsburg gaben. Als Vortrag und auch in Gestalt eines ART-Workshops zur ihrer traditionellen farbigen Punktmalerei, des so genannten Dot-Paintings, konnten sich die Festgäste einen Eindruck von der Spiritualität der australischen Ureinwohner machen.  

Es zeigte sich: Lebensumstände und kulturelle Hintergründe beeinflussen die Vorstellung von Christus. „Unser Leben, unsere Erfahrung, unsere Umwelt prägt unser Bild“, sagte Michael Thiel in seiner Predigt. „Darum wird unsere Erfahrung und unser Erleben bunt, wenn wir Menschen aus aller Welt im Glauben begegnen. Christus begegnet uns!“ 

Eine Erfahrung, die auch die 36 jungen Freiwilligen werden machen können, die als Teilnehmende am ELM-Programm „Seitenwechsel“ zu einem einjährigen Freiwilligendienst in sozialdiakonische Einrichtungen im außereuropäischen Ausland eingesegnet und entsandt wurden. Und auch in diesem Programm zeigt sich die Mehrgleisigkeit internationaler kirchlicher Zusammenarbeit. Denn zeitgleich wurden auch vier Freiwillige aus dem Ausland für ihren Dienst in norddeutschen Einrichtungen eingesegnet. 

Ein buntes Programm für die Kinder mit Musik, Spielen und Bastelangeboten trug darüber hinaus zu der familiären Atmosphäre des internationalen und interkulturellen Missionsfestes bei, ebenso wie die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mit ihrem Engagement zum Gelingen des Tages beitrugen.


Das Familienfest des ELM in Bildern

Segnungsgottesdienst am Morgen
Spritualität auf den Punkt gebracht: Dot-Painting der Aborigines
Vorstellung des Buches "Lernt vom Feigenbaum - die Schöpfung predigt
Köstliches aus Reis und Safran
Tausche Deutschland gegen die Welt
"Christus ist ein bunter Vogel"
Interkulturelle Theologie studieren - wie geht das?
Wo steht Südafrika?
Migrantengemeinden in Deutschland
Workshop im Südafrikazelt
 

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Ludwig-Harms-Haus in Hermannsburg

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