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Vertrauen, das die Welt umspannt - Geistlicher Impuls für den 6. Mai 2021

Es war meine erste Reise nach Indien. Kaum angekommen besuchten wir viele Menschen, die sich auf uns freuten und uns nicht nur mit Blumengirlanden an der Haustür begrüßten. Immer wurden wir auch zum Essen eingeladen. Oft gab es neben vielen verschiedenen Currys vor allem Reis. Nach kurzer Zeit konnte ich nicht mehr. Mein Bauch fühlte sich an, wie eine Kugel. Ich bekam einfach keinen Bissen mehr herunter. Nun kam ich in einen Konflikt. Zu Hause habe ich gelernt, der Teller wird leer gegessen! Außerdem wollte ich den Gastgeberinnen gegenüber höflich sein und das Essen, das sie über offenem Feuer extra für uns gekocht hatten, nicht ablehnen. Aber es ging nicht mehr. So habe ich zum ersten Mal in meinem Leben einen nicht leer gegessenen Teller wieder auf den Tisch gestellt.

Überraschend war die Reaktion: freundliche Gesichter. Es kam mir vor, als dachten sie: Den haben wir satt bekommen. Ja, das stimmte. Ich war pappsatt.

Als ich heute Morgen die Losung aus dem Psalm 145 las, fiel mir diese kleine Szene ein.

"Aller Augen warten auf Dich und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit. Du tust deine Hand auf und sättigst alles, was lebt, mit Wohlgefallen." 15f.

Gott wird hier angesprochen und der Psalmbeter redet von einer Speise, nicht nur den Leib satt macht – aber den auch. Der Psalmvers ist in meiner Familie zum Tischgebet geworden. Gesungen kenne ich ihn auch. Er drückt Vertrauen aus. Vertrauen, das die Welt umspannt. Gott sorgt für seine Menschen, Pflanzen und Tiere, wo immer sie sind. Was immer sie zu essen gewohnt sind. Wie immer sie ihr Wohlbefinden ausdrücken und beschreiben. Sie vertrauen: Gott sorgt für uns.

Wie hören wir diese Zuversicht und Hoffnung auf dem Hintergrund unseres aktuellen Lebens. Ich denke an einen Kollegen in Südafrika, der nüchtern feststellt: Geimpft werde ich wohl nie! – Es gibt zu wenig Serum. Aber er war nicht unruhig, sondern getrost.

Ich denke an eine Kollegin, deren Arbeitsplatz wegfällt, die erzählt mit Ruhe: Ich suche etwas anderes, fange früh an. Irgendetwas wird sich auftun. Und dann sind da noch die Schülerinnen und Schüler, deren Schulabschlüsse unter Coronabedingungen zustande kommen müssen. Sie fragen sich: Werde ich studieren können, eine Ausbildungschance haben? Manche können nicht mehr schlafen, aber vielleicht betet auch jemand: Meine Augen sehen auf dich Gott. Du leitest mich dorthin, wo ich mich ausprobieren kann, so wie es dir wohl gefällt. Und ob diese Beterin in Deutschland oder in Asien, Afrika oder Amerika lebt, wenn sie so betet zu ihrem Gott, spüren wir ein tiefes Vertrauen aus dem Kraft wächst, ihren Weg zu gehen.

In Indien ging es natürlich auch um viel mehr als Essen und Trinken. Was uns herzlich verbunden hat, war das Wissen, wir sind geborgen in Gott, dem wir vertrauen.
(Ein Impuls von Michael Thiel, Direktor des ELM)

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Über die Sanftmut - Geistlicher Impuls für den 5. Mai 2021

"Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen." (Matthäus 5,5)

Dieser heutige Lehrtext steht in einem gegensätzlichen Verhältnis zur Tageslosung, wo es im Buch des Propheten Jeremia im 27. Kapitel im Vers 5 heißt: „Ich habe die Erde gemacht und Menschen und Tiere, die auf Erden sind, durch meine große Kraft und meinen ausgereckten Arm und gebe sie, wem ich will.“ Während mir hier schnell das Bild eines allmächtigen, starken Supermann-Gott-Helden aufsteigt, stellt Matthäus dem Hörenden oder dem Lesenden das Bild und die Mächtigkeit eines sanftmütigen Wesens gegenüber.

Mich ärgert sofort, dass hier wieder von den Gestalter*innen der Tageslosungen der vermeintliche Gegensatz zwischen „Altem“ und „Neuem“ Testament aufgemacht wird. Wie so oft muss die hebräische Bibel als Beleg für die gewaltstrotzenden Texte des „Alten“ Bundes herhalten, um im Gegenzug die Textstellen innerhalb der griechisch-hebräisch-aramäischen Bibel umso friedlicher wirken zu lassen.

In der Zürcher Bibel wird dieser Vers übersetzt mit: „Selig die Gewaltlosen - sie werden das Land erben.“ Mir stellt sich die Frage, wer ist eigentlich gemeint? Die Herrschenden oder die Beherrschten? Appelliert der Vers an die Leitenden, die auf dem Thron sitzen, die für das Wohlergehen von vielen ihnen Untergeordneten zuständig sind? Oder ist gemeint, dass die Entrechteten auf ihre Situation, die vielleicht eine unheillose Unrechtssituation ist, mit Mäßigung, mit Milde, gewaltlos reagieren? Ein Aufruf auszuharren, das Kreuz zu tragen, dann kommt irgendwann für sie die Zeit, wo Gerechtigkeit herrscht?

Wäre das nicht ein Akt des Vertröstens?

Unter Wiktionary finde ich unter den Bedeutungen von Sanftmut, dass es eine „ausgeglichene, ruhige, geduldige und wohlwollende Gesinnung (ist), die einen Menschen selbst bei Kränkungen nicht in Zorn geraten lässt, sondern ein besonnenes Verhalten hervorbringt, das die Mitmenschen positiv beeinflusst.“

Die Sanftmut gilt als eine Charaktereigenschaft. Sie galt als Tugend für Menschen mit Macht- bei den alten Griechen und im monarchischen Europa. Verschiedene deutsche Herrscher trugen den Beinamen „der Sanftmütige“. Die Sanftmut steht den Temperamenten „Jähzorn“ und „Rache“ gegenüber.

An verschiedenen biblischen Stellen wird auch Jesus als sanftmütig bezeichnet. Er fordert seine Jünger*innen auf, ebenfalls dieser Gemütsart nachzustreben.

Eine Herausforderung!

Ich schaue nach Äthiopien, nach Tigray oder Oromia. Auch Menschen werden in Konflikte hineingezogen, die wenig dazu beigetragen haben. Es gibt unvorstellbare Gewalt. Kann ich noch sanftmütig sein, wenn meine Tochter vergewaltigt wurde, wenn mein Ehemann massakriert wurde? Schreit es in mir nicht nach Vergeltung?

Und doch höre ich von einer betroffenen Frau, dass sie den Menschen dankbar ist, die ihr auf der Flucht geholfen haben. Diese Menschen, die ihr zu essen gaben, kannte sie vorher nicht. Sie ist voller Dankbarkeit, dass sie ihre Tochter und ihre Mutter wiedergefunden hat, und dass sie jetzt alle drei eine notdürftige Unterkunft haben. Ich höre nichts von Vergeltung.

Die Sanftmut ist machtvoll. Sie kommt vielleicht leise und unauffällig, aber wirksam.

Ich wünsche und bete, dass die Machthaber*innen in Äthiopien sich von der Sanftmut leiten lassen, dass sie von der Gewalt ablassen, dass sie Niemanden zur Gewalt anstiften und wieder Dialoge führen.

Die Sanftmütigen, sie sind es, die das Land ererben. Amen
(Ein Impuls von Gabriele De Bona, Referentin Gender International, Ökumenische Zusammenarbeit Äthiopien im ELM)

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Der Himmel geht über allen auf - Geistlicher Impuls für den 4. Mai 2021

Der Himmel geht
über allen auf
auf alle über
über allen auf

Es ist über alle derselbe Herr
reich für alle, die ihn anrufen

Der Himmel geht
über allen auf
auf alle über
über allen auf

Wenn ich Dich, Gott, anrufe
so erhörst Du mich
und gibst meiner Seele große Kraft

Der Himmel geht
über allen auf
auf alle über
über allen auf

(Eine Textcollage von Anette Makus, ELM aus den heutigen Losungstexten und dem Text von Wilhelm Willms 1974, (EG), Nr. 611 Der Himmel geht über allen auf)

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