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eine Hoffnungsvision - Geistlicher Impuls für den 26. Oktober 2020

Wie kommt es, dass eine Schlange eine Maus fangen kann? Zum einen ist sie sicher in der Lage, sich beinahe geräuschlos zu bewegen. Dann kann sie auch sehr gut riechen und weiß genau, wo die Maus ist. Aber vor allem hat es wohl auch damit zu tun, dass die Maus geradezu erstarrt, wenn sie die tödliche Gefahr erkennt. Bis wieder Leben in ihre Beine kommt, bis sie wieder denken kann, um sich der Gefahr zu entziehen, ist es schon zu spät. Die Schlange hat gesiegt. Die Angst hat die Maus gelähmt. Sie war nicht mehr in der Lage sich auf etwas anderes zu konzentrieren.

Im Leben geschieht manchmal ähnliches, wenn wir uns in Gefahr sehen. Eine Krankheit bedroht das Leben, wir werden gemobbt oder um unserer Religion, Hautfarbe oder unseres Geschlechtes willen gedemütigt. Ein Unfall bahnt sich an, wir können nicht ausweichen. Eine Ehe ist in einer Krise. Nicht immer behalten wir einen klaren Kopf und handeln überlegt und sinnvoll.

Die Losung des heutigen Tages spielt auf solch eine Situation an, wenn sie ein Wort Gottes aufnimmt: Ich, bin euer Tröster! Wer bist du denn, dass du dich vor Menschen fürchtest, die doch sterben?  (Jesaja 51, 12) .In dieser Situation ist eine ganz konkrete politische Situation gemeint, in der sich die Oberschicht Israels befindet. Sie ist im Exil. Besiegt von den Stärkeren Babyloniern.

Manche hatten aufgegeben. Konnten den Blick nicht von der Macht der Sieger weg bewegen. Haben Gott aus dem Sinn verloren und sind verzweifelt. Da war nichts mehr, was ihnen Grund unter die Füße gegeben hätte. Hoffnungslos, jemals wieder in die Heimat zurück zu  kehren, würden sie wohl ihre Situation beschrieben haben.

Aber der Prophet hält mit einer Hoffnungsvision dagegen: Gott, der Ewige, der Schöpfer, der ist größer. Der hat noch eine Zukunft für euch bereit. Wendet den Blick weg von dem, was euch das Leben eng macht – hin zu dem, der das Leben gibt. Angst kommt von eng. Wer Angst hat, verliert den Raum zu Handeln. Gott weitet den Horizont. So schenkt er weiten Raum und es ergeben sich neue Handlungsoptionen für das Leben.

Das gilt für alle Menschen, gerade in dieser Pandemie, die den Lebensraum eng macht und das Leben bedrängt. Vertrauen weitet den Raum und gibt uns Kraft vernünftig und vorausschauend zu handeln, damit der und die Nächste und ich selbst leben kann.

Ein mutmachendes Wort für diesen Tag.

Lied und Gebet EG 607:

  1. Vertrauen wagen dürfen wir getrost, denn du, Gott, bist mit uns, dass wir leben.
  2. Unrecht erkennen sollen wir getrost, denn du, Gott, weist uns den Weg einer Umkehr.
  3. Schritte erwägen können wir getrost, denn du, Gott, weist uns den Weg deines Friedens.
  4. Glauben bekennen wollen wir getrost, denn du, Gott, weist uns den Weg deiner Hoffnung.
  5. Vertrauen wagen dürfen wir getrost, denn du, Gott, bist mit uns, dass wir lieben.

T und M Fritz Baltruweit 1983

(Ein Impuls von Michael Thiel, Direktor des ELM)

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Eine Hand wäscht die andere - Geistlicher Impuls für den 23. Oktober 2020

Halt dich fest an der Hand Gottes und diene mit Liebe:
Eine Hand wäscht die andere

Liebe Schwestern und Brüder in Christus:

Eine Hand wäscht die andere, so sagt man. Erinnern Sie sich? Wir waschen unsere Hände und reinigen sie so. Das war und ist für unsere persönliche, familiäre und soziale Gesundheit unerlässlich. Saubere Hände verhindern die Übertragung von Krankheiten wie z.B. COVID-19. Denken Sie auch an die erneuernde Reinigung durch das Taufwasser. Wenn Sie Ihr Gesicht mit den Händen waschen, dann denken Sie daran, dass Sie am Tag Ihrer Taufe Gottes Erlösung durch Wasser in Verbindung mit dem Wort empfangen haben.

Eine Hand wäscht die andere. Gemeinsam können unsere Hände viele gute und wunderbare Werke tun; aber auch weniger gute und würdige. Betrachten Sie für einen Moment Ihre linke und rechte Hand. Sagen Sie vor Gott: Hier sind meine Hände. Ich danke dir für meine Hände. Welche Erinnerungen rufen Ihre Hände wach? Meine haben mehrere "Gebrauchsspuren" und einzigartige Elemente meiner persönlichen Identität. Sie bringen mir viele Erinnerungen und Momente aus meiner Lebensgeschichte.

Lasst uns nun daran denken: Ihre Hände haben andere begrüßt und verabschiedet. Sie haben Liebe und Schutz von ihrer Mutter und ihrem Vater gespürt. Sie haben Kinder getröstet und vielleicht sogar einige Erwachsene, einen bedürftigen oder kranken Menschen. Schließlich haben sie Gutes empfangen und gelehrt. Sie wurden gehalten, damit Sie zur Ruhe finden konnten, als Sie reden wollten und es doch nicht konnten.

Was machen Ihre Hände in dieser Zeit der Pandemie? Haben sie einen Brief, eine E-Mail an eine einsame Person geschrieben? Haben sie den Hörer abgenommen und jemanden angerufen? Haben sie Schmerzen gelindert? Haben sie den Hof gereinigt? Haben sie irgendwelche Blumen oder Bäume gepflanzt? Haben sie die Seite bei einem guten Buch umgeblättert? Haben sie das Mehl für das Brot geknetet? Haben sie Essen für die Familie oder für jemanden in Not gebacken? Haben sie dankbar gespendet und sich aktiv für die Schöpfung eingesetzt? Haben sie ein Licht angezündet, damit die Finsternis des Todes in unserer Welt überwunden werden kann? Haben sie sich zum Gebet gefaltet und zum Gott des Lebens um die Heilung von COVID-19 gerufen?

Schwestern und Brüder in Christus: Lassen Sie uns einen genauen Blick auf unsere beiden Hände werfen. Sie sind wunderbar gemacht. Sie sind mit Herz und Verstand verbunden. Wenn unser Herz und unser Verstand sich von Gott trennen, werden wir schwach und die Angst ergreift uns. Wenn sich unser Blick von Christus abwendet, werden wir von den Winden der Selbstgenügsamkeit, des Stolzes, der Gier weggetragen...

Denken Sie an das Bibelwort: Ich bin der Herr, dein Gott, der deine rechte Hand fasst und zu dir spricht: Fürchte dich nicht, ich helfe dir. (Jesaja 41,13). Als Petrus im Sturm die Kraft des mächtigen Windes spürte, bekam er Angst und begann zu sinken. Er schrie: Hilfe, Herr! Sofort streckte Jesus die Hand aus und hielt Petrus fest. (Matthäus 14,30-31). Gott, in Christus, streckt immer seine Hand aus, wenn wir Hilfe suchen, und nimmt so alle Angst und Unsicherheit von uns und gibt uns die Kraft, mit Liebe und Verantwortung zu dienen.

Erinnern wir uns in dieser Zeit der Pandemie daran, dass Gott uns die Hände entgegenstreckt, uns neue Wege aufzeigt und die Hoffnung auf eine neue Zeit stärkt. Mögen die ökumenischen Partnerschaften uns in dieser Zeit stärken. Unser Dank an das Missionswerk in Hermannsburg für all die ausgestreckten und im Gebet gefalteten Hände.

Gebet:

Danke, lieber Gott, für das Leben, für die Schönheit der Schöpfung, die uns umgibt.
Danke, lieber Gott, für meine Hände, die so viel tun können.
Danke, lieber Gott, dass du immer deine Hände ausstreckst, die streicheln, trösten, die Angst vertreiben und uns aufrichten wenn wir fallen, wenn wir im Dienst schwach werden.
Danke, lieber Gott, dass deine Hände über uns ausgebreitet sind und uns segnen, dort, wo wir gerade sind.
Danke für alle Schwestern und Brüder, die ihre Hände zur Hilfe und im Gebet ausstrecken.

Lasst uns nun unsere Hände öffnen und den Segen des Gottes des Lebens empfangen:

Der Gott des Lebens segne dich und behüte dich,
der Gott des Lebens lasse sein Angesicht über dir leuchten und sei dir gnädig,
Der Gott des Lebens erhebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.
Mögen deine Hände, Brüder und Schwestern, ein Segen sein!

Amen.

Heute, wo ich dies schreibe, am 8. Oktober 2020, trauern wir um 3.628 COVID-19-Tote im Bundesstaat Espírito Sano, 149.189 in Brasilien und 1.064.420 weltweit.

(Ein Impuls von Pastor Carlos Luiz Ulrich, Vitória – Espírito Santo – Brasilien)

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Die Farben der Welt - Geistlicher Impuls für den 22. Oktober 2020

Ich sammle Farben für den Winter
und male sie auf ein Blatt Papier.
Und wird die Welt eines Tages grau und leer,
dann schenk ich meine Farben her.

Ich sammle Licht für die Blinden,
die die Schönheit dieser Welt schon nicht mehr sehn.
Die gerade Wege gehn, ohne sich mal umzudrehn,
die immer nur im Schatten stehn.

Ich sammle Lieder für den Tauben,
der nur noch seine eigene Stimme hört,
der redet und nicht denkt, und das,
was man ihm schenkt, durch seine Worte nur zerstört.

Ich sammle Mut und Hoffnung für den Stummen,
der schweigt und nur das tut, was man ihm sagt.
Der seine Wut verbirgt, aus Angst,
dass er verliert, was ihm selber nie gehört.

Ich bin ein Kind, ich bin ein Sammler,
ich such das Schöne dieser Welt.
Und wenn noch mehr Kinder mit mir sammeln gehn,
dann bleibt unsre Welt bestehn.

Ich sammle Farben für den Winter
und male sie auf ein Blatt Papier.
Und wird die Welt eines Tages grau und leer,
dann schenk ich meine Farben her.

Dieses Lied von Jonathan und Laurant erzählt dichterisch die Geschichte von Frederic der Maus nach. Ich muss in diesen Tagen oft daran denken, wenn ich das bunte Laub sehe.

Aber ich muss auch daran denken, wenn ich die vielen unterschiedlichen Erfahrungen von Christen in aller Welt höre. Alle diese Erfahrungen bestimmen nun das Bild mit, das ich von Gott habe, machen es bunt und leuchtend, manchmal auch dunkel.

Was für ein Geschenk!

Und wenn ich jetzt die bunten Blätter im Herbst sehe, denke ich bei mir: Danke Gott für diese wunderbaren Menschen überall auf der Welt und hier bei uns, mit denen ich den Glauben teilen kann. Gemeinsam bringen wir Farbe Deines Lebens in die Welt.

(Ein Impuls von Michael Thiel, Direktor des ELM)

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Elia in der Wüste (1. Könige 19) - Geistlicher Impuls für den 21. Oktober 2020

Mein Lieblingsbild von Sieger Köder zeigt Elia in der Wüste als er nach dem Gespräch mit Isebels Boten flüchtete. Er floh aus Angst, dass man ihm nach seinem Leben trachtet und setzte sich nach einer Tagesreise unter einen Ginsterstrauch und wünschte sich zu sterben. Welch eine Last liegt doch auf seiner Seele, dass er nicht mehr weiter weiß. Geht es uns nicht auch oft so, dass wir uns so richtig schlecht fühlen und in allem keinen Sinn mehr sehen. Aber ist Aufgeben dann wirklich die Lösung? Nein, Gott ist anderer Meinung und so sendet er einen Engel zu Elia, der ihm einen Ausweg zeigt. Da fällt mir der Vers aus 2. Timotheus 4,17 ein „Der Herr aber stand mir bei und stärkte mich“. Wenn wir uns darauf verlassen, dürfen wir gestärkt und getröstet in jeden neuen Tag gehen und uns an all dem Schönen freuen, was Gott uns schenkt. Sei es die kleine Blume am Wegesrand, der schöne Sonnenuntergang in der Heide oder eine wohltuende Umarmung.

Noch eine kleine Begebenheit zum Schmunzeln:

Nachdem ich mir überlegt habe, welchen geistlichen Impuls ich für den 21. Oktober schreiben könnte, habe ich im Losungsheft nachgeschaut, welcher Losungstext für den 21. Oktober ausgewählt wurde und ich konnte  kaum glauben, was ich für einen Text las:
„Ein Engel rührte Elia an und sprach zu ihm: Steh auf und iss! Und er stand auf und aß und trank und ging durch die Kraft der Speise vierzig Tage und vierzig Nächte bis zum Berg Gottes.“  1. Könige 19,5.8
... manchmal kann ich nur Staunen!

(Ein Impuls von Konni Pufal ELM-Teamassistentin Globale Gemeinde)

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Das Vernünftige hinterfragen - Geistlicher Impuls für den 20. Oktober 2020

Liebe Leserin, lieber Leser,

heute möchte ich einen Impuls teilen, den ich vor 19 Jahren im Anderen Advent empfangen habe und den ich zu meiner großen Freude im „Best of“-Band wiederentdecken durfte:

„Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte, im nächsten Leben, würde ich versuchen, mehr Fehler zu machen. Ich würde nicht so perfekt sein wollen, ich würde mich mehr entspannen. Ich wäre ein bisschen verrückter, als ich es gewesen bin, ich würde viel weniger Dinge so ernst nehmen. Ich würde nicht so gesund leben. Ich würde mehr riskieren, würde mehr reisen, Sonnenuntergänge betrachten, mehr bergsteigen, mehr in Flüssen schwimmen. Ich war einer dieser klugen Menschen, die jede Minute ihres Lebens fruchtbar verbrachten; freilich hatte ich auch Momente der Freude, aber wenn ich noch einmal anfangen könnte, würde ich versuchen, mehr gute Augenblicke zu haben.

Falls du es noch nicht weißt, aus diesen besteht nämlich das Leben; nur aus Augenblicken. Vergiss nicht den jetzigen. Wenn ich noch einmal leben könnte, würde ich von Frühlingsbeginn an bis in den Spätherbst hinein barfuß gehen. Und ich würde mehr mit Kindern spielen, wenn ich das Leben noch vor mir hätte. Aber sehen Sie … ich bin 85 Jahre alt, und weiß, dass ich bald sterben werde.“

Jorge Luis Borges (1899-1986) zugeschrieben
aus: FREUDE. Schätze aus 20 Jahren „Der Andere Advent“. Hamburg 2017. S. 68.

Der Argentinier Jorge Luis Borges war ein großer Bücherfreund, konnte aber seine Erkenntnis, dass der Zauber des Lebens im Unvernünftigen wohnt, als Hochbetagter nicht mehr umsetzen. Setzt nicht gerade unsere auf Perfektion geeichte deutsche Gesellschaft teils unsinnige und überzogene Standards, die wir mit vorauseilendem Gehorsam nur zu gern übererfüllen? Und wenn wir es nicht „schaffen“, verdrehen wir das Wertegefüge so lange, bis wir nach unseren höchst subjektiven Maßstäben alles richtig gemacht haben. Und was haben wir davon oder welcher Benefit entsteht dadurch für unsere Mitmenschen? Der Glaube an Christus führt aus der Isolation der Egozentrik und befreit zu einem Leben in Gemeinschaft, mit Brüdern und Schwestern. Das von Borges angestimmte Lob der Unvernunft spricht mich deshalb so an, weil es das „Vernünftige“ hinterfragt. Und stattdessen die Gemeinschaft und das Spiel betont. Das hat auch Jesus getan. Paulus drückt es so aus: Das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist es Gottes Kraft. – 1. Korinther 1,18

(Ein Impuls von Rainer Allmann, Archivar des ELM)

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Zeit, mit dem Umarmen aufzuhören - Geistlicher Impuls für den 19. Oktober 2020

Das brasilianische Volk liebt es, sich zu umarmen, sich zu treffen und zu feiern. Das ist sehr gut und schön. Es ist Teil der Identität, der Wesensart, des Brasilianischen.

Wir leben jedoch gerade in einer schwierigen Zeit aufgrund der Pandemie, von der die Welt betroffen ist. Eine Zeit, in der wir auf Umarmungen verzichten müssen. Ich erinnere an das Wort der Weisheit aus Prediger 3,1-8.

“Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde: Geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit; pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit; töten hat seine Zeit, heilen hat seine Zeit; abbrechen hat seine Zeit, bauen hat seine Zeit; weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit; klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit; Steine wegwerfen hat seine Zeit, Steine sammeln hat seine Zeit; umarmen hat seine Zeit, aufhören zu umarmen hat seine Zeit; suchen hat seine Zeit, verlieren hat seine Zeit; behalten hat seine Zeit, wegwerfen hat seine Zeit; zerreißen hat seine Zeit, zunähen hat seine Zeit; schweigen hat seine Zeit, reden hat seine Zeit; lieben hat seine Zeit, hassen hat seine Zeit; Streit hat seine Zeit, Friede hat seine Zeit.“

Der Text aus dem Buch Prediger sagt uns, dass „es eine Zeit zum Umarmen gibt und eine Zeit, auf das Umarmen zu verzichten“. Die Weisheit der biblischen Erzählungen spricht in unseren Alltag hinein. Sehen Sie sich dieses weise Wort an. Alles hat seine Zeit. Jetzt leben wir in einer schwierigen Zeit, einer Zeit der Pandemie aufgrund von COVID-19. Es ist eine Zeit mit viel Schmerz, Leid und Tod, in der es nicht möglich ist, sich zu umarmen. In Brasilien sind am 6. Oktober 2020 146.773 Menschen an den Folgen der Pandemie gestorben. Es ist eine sehr traurige Zeit der physischen Isolation. Viele Familien können sich nicht so von ihrem geliebten Menschen verabschieden, wie sie es gerne hätten. Es gibt viele Trauerfälle, die Begleitung und aufmerksames Zuhören brauchen.

Aus medizinischer und sanitärer Sicht und im Interesse des Gemeinwohls aller müssen wir körperliche Distanz wahren. Dies bedeutet jedoch keine soziale Distanz; denn Solidarität, Freundlichkeit, gegenseitige Hilfe, aufmerksames Zuhören bleiben wichtig, wir können das über die sozialen Medien tun. Die Gemeinde der IECLB in der Stadt Vitória (ES) hat sich bei der Spende von Lebensmittelpaketen für arme Menschen engagiert; viele haben auch Masken genäht und sie solidarisch gespendet. Die Umarmung erfolgte in Gesten von Freundschaft und Solidarität.

Das ethische Prinzip der Achtsamkeit bedeutet, dass körperliche Distanz grundlegend ist, das Achten auf Hygiene. Händewaschen mit Seife ist ein Zeichen von Respekt, von achtsamem Umgang mit dem Körper, dem eigenen Leben und dem einer nahestehenden Person. Der Körper ist die Wohnung des Geistes. Deshalb müssen wir auf unseren Körper achten, aber auch auf den unserer Schwestern und Brüder.

“Freundlichkeit führt zu Freundlichkeit“ war das Motto der Gebetswoche für die Einheit der Christen in diesem Jahr. Bei Freundlichkeit geht es um Solidarität mit allen Menschen, die leiden. Aus diesem Grund sollten wir den Menschen, die an der Spitze der Gesundheitsarbeit stehen, die in der Straßenreinigung arbeiten, den Wissenschaftlern, den Menschen, die auf dem Feld arbeiten, um Lebensmittel zu besorgen, freundliche Gesten entgegenbringen. Freundlichkeit bedeutet, in Solidarität zu leben und zu wissen, dass wir nicht allein leben. Der Autor von Hundert Jahre Einsamkeit, Gabriel García Márquez, erinnert uns daran: "Im Unglück wird die Liebe größer und edler.“

Es gibt eine Zeit, sich von Umarmungen zu lösen, aber nicht von den Gedanken, Gebeten und dem Schreien derer, die Umarmungen und Solidarität brauchen.

In diesem Augenblick stelle ich im Gebet vor den Geist Gottes alle Menschen, die im Gesundheitsbereich arbeiten, die Wissenschaftler*innen, die das Virus untersuchen und nach einem wirksamen Impfstoff suchen, die Menschen, die in Krankenhäusern liegen und leiden. Die Frauen, die überlastet sind; die Kinder, die zu Hause sind, weil die Schulen geschlossen sind. Wir bringen auch die alten, einsamen Menschen ins Gebet. Wir denken an arme Menschen, an diejenigen, die auf den Bus angewiesen sind, die an Orten leben, wo es kein Wasser gibt, an die vielen Menschen, die sich in einer Situation der sozialen Verwundbarkeit befinden, die auf die Straßen unseres Landes kommen. Wir beten auch für die jungen Schwarzen an der Peripherie der Städte, von denen viele aufgrund des strukturellen Rassismus in Brasilien auf brutale Art und Weise getötet werden. Wir bitten darum, dass die Machthaber mit Gerechtigkeit und Rechtschaffenheit regieren.

Geist Gottes, Geist des Lebens, wir beten um Hoffnung, Geduld, Mut, Kreativität. Wir bitten um ein Leben in Fülle für dein Volk, für die ganze Welt und die ganze Schöpfung. Wir brauchen deine Führung in dieser Zeit des weltweiten Chaos wegen Covid-19. Nimm unser Schreien an. Es gibt Zeit, sich zu umarmen und Zeit, sich davon zu lösen. Alles hat seine bestimmte Zeit.

Gott des Lebens höre unseren Schrei und umarme uns in unserem Rufen um Hilfe und unserem solidarischen Handeln.

(Ein Impuls von Professorin Pastorin Dr. Claudete Beise Ulrich, die in der Gemeinde der IECLB in der Stadt Vitória, Brasilien, lebt und arbeitet)

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Fehlertoleranz - Geistlicher Impuls für den 16. Oktober 2020

Wir haben unser Andachtsformat sehr freilassend konzipiert. Das heißt, wir haben fast keine Vorgaben zur Form gemacht, außer dass sie nicht zu lang sein soll und in irgendeiner Weise zum Nachdenken über das Leben in Deutschland und den Ländern unserer Partnerkirchen anregen soll. Die Andachten sind freiwillig. 

Freilassend hieße für heute eigentlich frei lassend, denn der Kollege, der heute "dran" gewesen wäre, ist im Urlaub. Das habe ich nicht erst heute bemerkt, sondern schon vor zwei Tagen. Was also tun? Den Kollegen im Urlaub anrufen und ihn an die Andacht erinnern? Das wollte ich nicht. Also selbst schreiben. Weil ich den Schreibtisch und den Kopf voll hatte, habe ich das vor mir hergeschoben. Und heute morgen? Tja, da hatte ich nichts für diese Rubrik. 

Ich liebe eigentlich Rituale. Wiederkehrende Elemente auf die man sich verlassen kann. Nun bin ich diejenige, die das Ritual der täglichen Andacht durchbricht. Mit etwas schlechtem Gewissen und gleichzeitig der Hoffnung, dass Menschen, die die Andachten täglich lesen mir mit Großmütigkeit begegnen: Heute keine Andacht? Na, sowas. Schade.

Gott weiß, dass Menschen unvollkommen sind. Das soll keine billige Ausrede dafür sein, dass ich eine Aufgabe vor mir hergeschoben und nicht erledigt habe, aber es entlastet mich auch von dem Anspruch stets und immer funktionieren zu müssen und das möglichst perfekt. 

Die Andacht wirklich frei zu lassen, also nichts zu schreiben habe ich mich nicht getraut - vielleicht hätte die leere Seite Ihnen und Euch die Gelegenheit gegeben, Gott Raum zu geben.  

(kein Impuls von Anette Makus, Leiterin Öffentlichkeitsarbeit & Fundraising)

 

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Ist das böse? - Geistlicher Impuls für den 15. Oktober 2020

„Bekehrt euch, ein jeder von seinem bösen Wege und von euren bösen Werken.“ Jeremia 25,5

Ich gehe an einem obdachlosen Bettler vorbei. Keine Zeit (wirklich?)  ihn anzuschauen, ihn eines Blickes zu würdigen. Zwei Tage später wache ich von einem Traum auf. In dem Traum sprach der Bettler mich an und fragt, warum ich ihn nicht angeschaut habe?

Der Traum hält mich wach. Ich kann nicht mehr einschlafen. Gedanken schwirren in meinem Kopf herum: Bin ich so hart in meinem Herzen geworden, dass ich einem hilfesuchenden Menschen keines Blickes mehr würdige? Habe ich meine Grundeinstellung aufgegeben, dass jeder Mensch ein Recht auf Unterstützung hat und in diesem Augenblick ich derjenige gewesen bin, der dieses Recht versagt hat? Sehe ich nur die Not in unseren Partnerkirchen, nicht aber die meines unmittelbaren Nächsten? Und was ist, wenn sich in diesem Menschen auf der Straße Christus verborgen hat? Bin ich an ihm vorbeigegangen?

Nun mach dir mal nicht so einen Kopf, höre ich andere sagen. Geh nicht zu hart mit dir ins Gericht. Du handelst ja sonst anders. Und schließlich weißt du als Christ, dass du Vergebung in Anspruch nehmen kannst.

Ja, das stimmt, die kann ich in Anspruch nehmen. Doch sie setzt voraus, dass ich falsch gehandelt habe. Um mit Jeremia zu sprechen: Meine Ignoranz war eine böse Tat.

Und wieder höre ich Stimmen anderer: Aber es gibt doch Taten in dieser Welt, die durchaus böser sind. Und dem Obdachlosen steht ein Sozialsystem zur Verfügung, an das er sich wenden kann. Und...

Stimmt alles. Und doch entbinden mich diese Argumente nicht von meiner unmittelbaren Verantwortung, die in diesem Augenblick gefragt war: Dem einen Menschen meine Aufmerksamkeit zu schenken. Und damit vielleicht Christus begegnen.

Meine Missachtung bleibt böse. Und doch hat sie auch etwas Gutes: Sie hat mich wach gemacht, mein Gewissen geschüttelt. Und sie befähigt mich (hoffentlich), das nächste Mal achtsamer zu sein. Gelegenheiten dazu gibt es genügend.

(Ein Impuls von Thomas Wojciechowski, Leiter Globale Gemeinde)

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Im Alltag reden - Geistlicher Impuls für den 14. Oktober 2020

Petrus sprach: Nun erfahre ich in Wahrheit, dass Gott die Person nicht ansieht; sondern in jedem Volk, wer ihn fürchtet und Recht tut, der ist ihm angenehm.“ (Apg. 10,34f.)

‚Welches Ansehen und welchen Einfluss hat die Kirche eigentlich noch in unserer Gesellschaft?‘ Diese Frage kann einen, wenn man in Kirche, Ökumene und Mission arbeitet, nicht unberührt lassen. Nicht nur die Kirchensteuern werden wohl sinken in absehbarer Zeit, sondern auch die Aussagekraft der Kirche scheint sich zu verringern… Kümmert sie sich vielleicht zu viel um sich selbst? Versuchen unsere Gemeinden vielleicht, ihre alten Angebotsformen – in Coronazeiten „jetzt halt online“ – ein wenig besser zu verkaufen? Anstatt endlich zu begreifen, dass es darum geht, von den Bedürfnissen der Menschen (s. Armut und unverschämte neue Diktaturen) und der vernachlässigten Schöpfung (s. Klimawandel) her zu denken?! Sollten Christen nicht mehr nach Gottes Antwort auf diese Probleme in der Heiligen Schrift forschen und von daher den Menschen im Alltag reden? – 

Nach einigem Überlegen meine ich, dass in diesen Fragen ein richtiger Ansatz liegt. Und der heutige Lehrtext aus der Apostelgeschichte bestätigt darin. Petrus, der Repräsentant der frühen Christengemeinde, wird von Gottes Geist vorbereitet auf eine gewagte Grenzüberschreitung. Und schon kommt der Bote des römischen Hauptmannes Cornelius und lädt ihn zu einem Besuch in dessen Haus ein. Dort kommt ihm die Bitte derer, die nicht aus dem Judentum stammen und auch keine Christen sind, mit riesigem Interesse entgegen: Erzähle uns von dem, was Jesus Christus den Menschen von Gott mitzuteilen hat, denn wir spüren schon in unseren Herzen, dass wir eine neue Botschaft von Gott brauchen. Wir wollen wissen, wie Gott mehr gerechtes und würdiges Leben unter den Menschen schafft! An diesem Hunger der Menschen, die nicht aus einer von ihm angesehenen Religion und Tradition kommen, erkennt Petrus, dass Gott mit allen Menschen, die nach Wahrheit und Gerechtigkeit fragen, unterwegs ist. 

Aber nicht nur Petrus erkannte die Chancen des Evangeliums außerhalb der Kirchenmauern. Auch die Gründer der lange Zeit so genannten „Behindertenanstalt“ in Bethel, die am 14. Oktober 1867 gegründet wurde, hatten gelernt, dass die Zugkraft der frohen Botschaft Jesu Christi nicht vom Ansehen der Kirche ihrer Zeit abhing. Sie merkten schon damals, dass die christliche Religion nicht mehr zur bürgerlichen Normalkultur der Landsleute gehörte. Aber sie konnten beim Lesen des Evangeliums und gleichzeitig mit offenen Augen für die Armen und die der Industriegesellschaft nicht gewachsenen Menschen (z.B. mit besonderen  Hindernissen und Begabungen) auch spüren, dass in der Hoffnung darauf, dass Gottes neue Welt mitten in ihren sozialen Verhältnissen vieles zum Besseren wenden würde. So setzten sie auf eine Mission, die nicht nur den Glauben an Gottes neue Welt hier im Leben anstiftet, sondern von daher auch dieses Leben verändert. Wenige Jahre später drückte es der bekannteste unter den Bethel-Pastoren, Friedrich von Bodelschwingh auf einem Kongress der Inneren Mission in Kassel so aus: „Um reif zu werden für die himmlische Heimat und Heimweh zu haben nach dem Vaterhause droben, ist es nötig, dass man zuerst einmal ein irdisches Vaterhaus lieb gewonnen hat.“ Wie kam der aus westfälischem Adel stammende von Bodelschwingh bloß auf diese Sichtweise? Er hatte als Hilfspastor einige Zeit davor über sechs Jahre lang Dienste unter Migrantinnen und Migranten aus Deutschland in Paris geleistet. Von diesen war die größte Zahl als arme Straßenkehrer und Tellerwäscher tätig. Von Bodelschwingh konnte nicht mehr vergessen, was es bedeutete, dass Gottes Zuwendung ohne Ansehen der Person geschieht – und dass sie ganz praktische Konsequenzen im Alltag des Lebens hat. Das wünsche ich auch uns.

(EIn Impuls von Prof. Dr. Wilhelm Richebächer, Rektor der Fachhochschule für Interkulturelle Theologie Hermannsburg)    

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Moria - Geistlicher Impuls für den 13. Oktober 2020

David sprach zu Salomo: Gott der HERR wird die Hand nicht abziehen und dich nicht verlassen, bis du jedes Werk für den Dienst im Hause des HERRN vollendet hast.
1.Chronik 28,20

Der Hausbau, von dem König David hier spricht, soll ein Tempel werden, ein fester Ort für die Bundeslade und die Präsenz Gottes. Davids Sohn Salomo wird die Pläne umsetzen, dazu gibt ihm David einen Entwurf mit Erläuterungen zu den Räumen mit Abteilungen für die Priester, mit silbernen Tischen und goldenen Lampen.

Die Bundeslade, in der sich die Steintafeln der 10 Gebote befinden, gilt nach der Flucht aus Ägypten und während der Wüstenwanderung für das Volk Israel als Garant für die Gegenwart Gottes. Insofern markiert Salomos Tempelbau auf dem Berg Morija (2. Chronik 3,1) das Ende einer Fluchterfahrung. Ein guter und sicherer Ort ist gefunden.

Moria brennt. Männer, Frauen und Kinder, die aus ihrer Heimat vertrieben worden sind, suchen Schutz und Zuflucht in Europa. Aber sie sitzen fest auf der griechischen Insel Lesbos, müssen unter unwürdigen Bedingungen in überfüllten Lagern ausharren. Stundenlanges Anstehen für Lebensmittel, zu wenige Sanitäreinrichtungen, keine Sicherheit. Seit Jahren ist diese menschenrechtlich unhaltbare Situation bekannt, aber die Europäische Union schaute lieber weg. Die brennende Zeltstadt Moria – ein Ort der Gegenwart Gottes?

Einige Wochen nach dem Brand in Moria appelliert der Ökumenische Rat der Kirchen gemeinsam mit anderen in einem offenen Schreiben an die Europäische Kommission an mehr Solidarität, die Einhaltung internationalen Rechts und die Abkehr von einer Politik der Angst und Abschreckung: „Jesus war selbst ein Flüchtling, daher identifiziert sich Jesus mit den Geflüchteten und Unterdrückten und fordert uns auf, uns ebenso barmherzig mit den Schutzlosen zu identifizieren.“1

[1] https://www.oikoumene.org/de/press-centre/news/resources/documents/general-secretary/gemeinsame-dokumente/advocacy-statement-on-situation-of-migrants-and-refugees-in-europe/

(Ein Impuls von Tobias Schäfer-Sell, ELM-Referent Advocacy International und Ökumenische Zusammenarbeit Malawi)

 

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Ein Tag des Umdenkens - Geistlicher Impuls für den 12. Oktober 2020

Der 12. Oktober ist in vielen Ländern Lateinamerikas ein Feiertag. Am 12. Oktober 1492 erreichte Christoph Kolumbus eine der Inseln der Bahamas. Das gilt aus europäischer Perspektive als Tag der „Entdeckung Lateinamerikas“. Für die von den Europäern „Entdeckten“ war es der Beginn der Eroberung ihres Kontinents und eines Genozids. Der größte Teil der Urbevölkerung Amerikas wurde ausgelöscht, durch kriegerische Handlungen und durch Krankheiten, die mit den Eroberern kamen. Die Überlebenden wurden, soweit sie sich nicht in unzugängliche Gebiete zurückziehen konnten, zu Menschen zweiter Klasse in ihrem eigenen Land.

Diese eurozentrische Perspektive auf den 12. Oktober 1492 hat sich auch lange Zeit in Amerika gehalten. In praktisch allen Ländern des Kontinents nehmen noch heute die Nachfahren von Europäern oder Mestizen eine führende Rolle ein. Vielfach wurde der Tag als „Dia de la raza“ (Tag der Rasse) begangen.

Doch rund um 1992 setzte eine Wende ein. Zur 500-Jahr-Feier haben Teile der Zivilgesellschaft und eher progressiv orientierte Kirchen in Lateinamerika darauf hingewiesen, dass das kein Tag zum Feiern, sondern ein Tag der Buße sei, wegen all des Leids, das der amerikanischen Urbevölkerung angetan wurde. Seither hat ein Umdenken eingesetzt; in etlichen Ländern ist der Tag umbenannt worden.

•        „Tag der Begegnung der zwei Welten“ (Chile)

•        „Tag der autochthonen Völker und des interkulturellen Dialogs“ (Peru)

•        „Tag des Respekts vor der kulturellen Diversität“ (Argentinien)

Damit gerieten endlich die Ureinwohner Amerikas etwas mehr in den Blick. Ihr Recht auf ein selbstbestimmtes Leben und ihr religiös-kultureller Beitrag zur Menschheit begannen ernst genommen zu werden.

„Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Land erben.“ sagt Jesus in der Bergpredigt (Matthäus 5,5). Dabei muss ich an Indigene denken. Wir brauchen sie nicht zu idealisieren; auch unter ihnen gab und gibt es Gewalt und mitunter Grausamkeiten.

Aber in ihrer Grundhaltung bewahren sie bis heute tiefe Einsichten, die uns im christlich-kapitalistisch geprägten Abendland verloren gegangen sind. Etwa den starken Gemeinschaftssinn: Buen vivir – gutes Zusammenleben mit den anderen Menschen und mit dem Rest der Schöpfung. Sie wissen noch darum, dass alles Lebende zusammengehört, dass nur in Gemeinschaft erfülltes Leben und Frieden möglich sind. Das ist eine viel heilsamere Haltung als der unsere Gesellschaft prägende Individualismus und Anthropozentrismus, der die Natur als auszubeutende Ware betrachtet, aufgrund eines falsch verstandenen „Machet euch die Erde untertan.“ Der Sanftmut derjenigen, die sich als Teil der Schöpfung verstehen, ist weiser und weitsichtiger als das Ausbeutungsstreben derjenigen, die nur nach dem Nutzen der Natur fragen.

„Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Land erben.“ Jesus kündigt an, dass sich letztlich nicht die gewalttätigen Machtmenschen durchsetzen werden. Sondern die Sanftmütigen. Die Stillen. Die sich um Ausgleich und Gegenseitigkeit bemühen. Die immer wieder unterdrückt und an den Rand gedrängt werden. In Gottes neuer Welt werden sie nicht landlos bleiben. Sie werden in Würde und Frieden auf ihrem Land wohnen können. An ihrer Seite will ich mich wiederfinden, von ihnen und mit ihnen lernen.

(Ein Impuls von Kurt Herrera, ELM-Referent Kirchenentwicklung International, Ökumenische Zusammenarbeit mit Brasilien und Peru)

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Verlass auf die uralten Worte - Geistlicher Impuls für den 9. Oktober 2020

„Der HERR segne dich und behüte dich; der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.“ 4. Mose 6, 24-26

Es gibt Situationen, da werden die Worte knapp. So ging es mir als ehrenamtliche Krankenhausseelsorgerin häufiger. Einmal in der Woche war ich auf der neurologischen Station zu Besuch. Im Schwesternzimmer erkundigte ich mich, bei welchen Patienten ich vorbei schauen könnte. Bei jedem Drücken der Türklinke stellte ich mich auf einen völlig fremden Menschen ein. Jedes Mal ein kleines Wagnis, denn ich hatte außer meiner Aufmerksamkeit nichts im Gepäck, kein Medikament, keinen Joker für Gesundheit.

Um Gesundheit ging es auch nicht, als mir der Pfleger sagte, ich möge doch in das Zimmer einer sterbenden Frau gehen. Sie liege seit dem vergangenen Tag dort, und zwar im Koma. Ihr Mann habe die ganze Nacht neben ihr verbracht, er sei müde und wohl auch überfordert. Als ich ins Zimmer trat, schaute mich der Mann hilfesuchend an. Dann saßen wir beide auf jeder Seite des Bettes. Und dann begann er zu erzählen, von seiner Arbeit als Feuerwehrmann. Ich merkte seine Erleichterung darüber, dass er reden konnte. Erzählen, sich irgendwie ins Leben retten angesichts des Sterbens.

Nach einer langen Zeit des Zuhörens wurde er still. Ich wusste nicht weiter. Was gibt es hier zu sagen? Alles kam mir nichtssagend vor. Schließlich stand ich auf und schlug vor: „Bevor ich gehe, möchte ich Ihrer Frau noch einen Segen zusprechen. Sind Sie damit einverstanden?“ Er nickte. Dann die uralten Worte, die ich mir nicht selber ausdenken konnte: „Gott, der dich geschaffen hat, segne dich, er hebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden.“ – Nun kamen seine Tränen, nun war er auch innerlich bei seiner sterbenden Frau angekommen. Wenige Zeit später sei sie gestorben, sagte mir in der nächsten Woche der Pfleger.

(Ein Impuls von Margret Sdrojek, ELM-Redakteurin Öffentlichkeitsarbeit)

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Was ich mit euch teilen möchte... - Geistlicher Impuls für den 7. Oktober 2020

"Und der Friede Christi, zu dem ihr berufen seid in einem Leibe, regiere in euren Herzen; und seid dankbar."
Kolosser 3,15

Neulich hatte ich an einem Yogapraxistag teilgenommen. (Nicht dass ich wirklich Yoga praktiziere, aber für meine Sporteinheiten nehme ich manchmal gerne Impulse aus dem Yoga, Tai-Chi, Qigong etc.)

Zum Abschluss des Vormittags, bevor wir in die Mittagspause gingen, wurden wir von der Lehrerin eingeladen, die Augen zu schließen und in Gedanken Danke zu sagen...

Wie genau die Aufgabe lautete, weiß ich nicht mehr, ich dachte jedenfalls es würde sich um eine halbe Minute oder so handeln. Brav schloss ich also die Augen und habe angefangen mich zu bedanken: dass ich gesund und somit körperlich in der Lage war an so einem Seminar teilzunehmen, dass dieses Seminar überhaupt stattfinden konnte und nicht wie viele anderen Veranstaltungen wegen Corona abgesagt wurde, dass ich gut zum Veranstaltungsort gekommen war (ich fahre selten Auto und verfahre mich leicht), dass die Lehrerin so sympathisch war, dass das Seminar Spaß machte,....

Irgendwann habe ich realisiert, dass die halbe Minute schon längst vergangen war und dass wir uns wohl in einer Meditation befanden. Und wie es sich für eine Meditation gehört, dauert sie doch eine kleine Weile und man soll sich dabei nur auf eine Sache konzentrieren – sei es die eigene Atmung oder ein Mantra, eine Affirmation, ein Gebet... In meinem Fall war es eben die Danksagung.

Mit Überraschung habe ich festgestellt, dass mein „Danksagungsfluss“ nicht aufhörte, dass ich keine Schwierigkeiten hatte, mir Sachen auszudenken, für die ich dankbar war und dass ich in dieser Meditation noch ganz lange verweilen konnte. Es gibt ja so viel Dankenswertes! Und das Tolle daran – mit jedem Dank, den ich gedanklich „aussprach“, fühlte ich mich immer besser! Das war für mich eine Art Aha-Erlebnis, etwas, was ich schon früher geahnt habe, was mir aber nicht bewusst war, weil ich nie darüber nachgedacht habe – wie viel positive Energie doch in der Danksagung liegt! Und zwar sowohl für die dankende Person als auch für die Person, die ein Dank bekommt.

Ich bin dankbar, dass ich an diesem Seminar teilgenommen habe, bei dem ich diese tolle Erkenntnis bekommen habe – ich werde versuchen, sie immer wieder zu nutzen: wenn ich nicht gut drauf bin oder denke, dass alles schief läuft oder dass es mir schlecht geht (diese Momente haben wir alle mal), werde ich einfach an die Dinge denken, für die ich in dem Moment dankbar sein sollte. Oder – noch besser - ich schreibe sie auf, damit noch deutlicher wird, wie lang so eine Liste ist! (Ich schreibe bewusst „ist“ und nicht „sein kann“.)

Vielleicht werde ich sogar anfangen, ein Dankbarkeitstagebuch zu führen (die gibt es fertig zu kaufen oder man nimmt einfach ein Notizblock und gestaltet ihn selbst) – damit jeder Tag bewusst positiv gefüllt wird und die eventuellen Probleme wenn nicht gleich verschwinden, dann vielleicht wenigstens etwas verblassen, bzw. sich ihre Lösung leichter zu finden lässt. Denn wenn ich für etwas dankbar bin, dann freue ich mich darüber und allein das verbessert schon die Laune und lenkt die Gedanken in eine positive, optimistische Richtung.

Als ich diese Zeilen geschrieben habe, kam mir immer wieder das Lied „Danke für diesen guten Morgen“ in den Sinn, das ich sehr gerne mag und das mich sogar traue, zu singen (sonst singe ich nicht – das Rhythmusgefühl ist zwar da, aber die Stimme ist leider zu schwach...). Das Beste an diesem Lied, finde ich, ist der letzte Satz, womit ich diesen Text schließen möchte: Danke, dass ich danken kann!

Danke für diesen guten Morgen
Martin Gotthard Schneider, 1961 (EG 334)

Danke für diesen guten Morgen,
Danke für jeden neuen Tag.
Danke, dass ich all meine Sorgen auf dich werfen mag.

Danke für alle guten Freunde,
Danke, oh Herr, für jedermann.
Danke, wenn auch dem größten Feinde ich verzeihen kann.

Danke für meine Arbeitsstelle,
Danke für jedes kleine Glück.
Danke für alles Frohe, Helle und für die Musik.

Danke für manche Traurigkeiten,
Danke für jedes gute Wort.
Danke, dass deine Hand mich leiten will an jedem Ort.

Danke, dass ich dein Wort verstehe,
Danke, dass deinen Geist du gibst.
Danke, dass in der Fern und Nähe du die Menschen liebst.

Danke, dein Heil kennt keine Schranken,
Danke, ich halt mich fest daran.
Danke, ach Herr, ich will dir danken, dass ich danken kann.

Das Lied hat übrigens eine interessante Geschichte, die z.B. bei Wikipedia nachzulesen ist: https://de.wikipedia.org/wiki/Danke_f%C3%BCr_diesen_guten_Morgen

Und so bin ich dankbar für die Möglichkeit, diese meine Gedanken mit euch teilen zu dürfen und danke euch, dass ihr sie gelesen habt!

(Ein Impuls von Marina Gruel-Dovner, Teamassistentin in der Abteilung Internationale kirchliche Zusammenarbeit)

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Manchmal kommt es anders - Geistlicher Impuls für den 6. Oktober 2020

„Ich will mein Angesicht nicht mehr vor ihnen verbergen; denn ich habe meinen Geist über das Haus Israel ausgegossen, spricht Gott der HERR.“
Hesekiel 39,29

„Es sind verschiedene Gaben; aber es ist ein Geist. Und es sind verschiedene Ämter; aber es ist ein Herr. Und es sind verschiedene Kräfte; aber es ist ein Gott, der da wirkt alles in allen. Durch einen jeden offenbart sich der Geist zum Nutzen aller.“
1. Korinther 12,4-7

Bei der heutigen Tageslosung kommt einem leider gleich wieder Corona in den Sinn. Angesicht verbergen – Maske. Aber die Losung spricht ja davon, das Angesicht NICHT mehr zu verbergen, d.h. auch eine Zuversicht auf normale Zeiten.

Beim Rückblick auf meine Zeiten im ELM schaue ich auf meine verschiedenen Gaben und wie ich durch den einen Herrn gelenkt wurde. Meine Vorstellung – bevor ich den Dienst beim ELM angetreten habe – war möglichst wenig Kontakt mit Menschen, kein Telefon, mit Zahlen arbeiten, kalkulieren, und das alles im stillen Kämmerlein.

Das ist dann aber gründlich schiefgegangen. Die verschiedenen Kräfte haben wohl in mir gewirkt und ich hatte während meiner Zeit im ELM ständig Kontakte mit Kolleg*innen im In- und Ausland, Reisebüros, Speditionen, Firmen, Mieter*innen und das sowohl persönlich aber vor allem auch telefonisch. Außerdem durfte ich bei meiner Arbeit in der Mitarbeitervertretung über 32 Jahre Kolleg*innen begleiten, beraten und vertreten.

Vielleicht hat ja der eine Herr gedacht, dass dies zum Nutzen aller ist. So wurde ich über 43 Jahre im ELM geleitet und bin gespannt, welche Gaben und Aufgaben er für mich in meinem Ruhestand ab 01.01.2021 bereithält.

(Ein Impuls von Werner Flechsig, Leiter Zentrale Dienste beim ELM)

 

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Gottes Früchtchen - Geistlicher Impuls für den 5. Oktober 2020

„Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.“ (Johannes 15,5)

Am Wochenende haben wir das Erntedankfest gefeiert und voller Dankbarkeit auf alles geschaut, was uns von Gott gegeben ist. Heute dazu ein Text des Autors Hermann Josef Coenen:

Viele Früchte sind in Gottes Obstkorb.
Und eines dieser Früchtchen, das bin ich.

Manche sind wie Stachelbeeren: herb und sauer,
andre zuckersüß wie griechische Rosinen.
Manche sind wie hochgewachsene Stangenbohnen,
andre rund und mollig wie ein Kürbis.
Manche sind geröstet, braun wie Kaffeebohnen,
andre sind vornehm bleich wie Blumenkohl.

Manche, die sind scharf wie Paprika und Curry,
andre sind zart, verhalten im Aroma. (…)
Manche, die sind kernig, knackig so wie Nüsse,
andre muss man schälen unter Tränen wie Zwiebeln.

Manche, die sind wirklich ungenießbar:
ganz geschmacklos – oder muffig – oder faul.
Manche sind das Hauptgericht in unserem Leben,
andre eher Nachtisch: wie Kompott flambiert.

Jede Frucht schmeckt anders: Du und ich.

Viele Früchte sind in Gottes Obstkorb.
Und eines dieser Früchtchen, das bin ich.

Quelle:
https://www.kirche-im-swr.de/?page=manuskripte&id=22870

(Ein Impuls von Indra Grasekamp, ELM-Referentin Weltweite Spiritualität)

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Die Hoffnung auf Gott setzen - Geistlicher Impuls für den 2. Oktober 2020

"Von Guten Mächten wunderbar geborgen erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag."
Dietrich Bonhoeffer

Dietrich Bonhoeffer ist der international bekannteste deutsche Theologe. Als ich an das United Theological College nach Bangalore in Indien kam, gab es nur zwei deutsche Elemente in der Liturgie, die immer mal wieder auftauchten. Das eine war das alte Lied „Lobe den Herrn“ in englischer Sprache und das andere das Segens- und Hoffnungswort von Bonhoeffer. Dies wurde in der Weihnachtszeit ergänzt durch „Stille Nacht, heilige Nacht“. Der Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer wäre der wichtigste evangelische Heilige, wenn es denn Heilige in der evangelischen Kirche gäbe. Aus dem Gefängnis heraus schrieb er einen größeren Hoffnung machenden Text an seine Familie, obwohl er den Tod vor Augen hatte. Aus diesem Text, der auch heute als Lied im Gesangbuch steht, stammt das Segenswort und es trägt seit 75 Jahren Menschen, die ihr Vertrauen in Gott legen durch das Leben und Sterben.

Ich gehöre zur Generation derjenigen, die das geteilte Deutschland erlebt haben und das damit verbundene Leid in meiner Familie. Jeden Monat lernte ich von Kindesbeinen an zwei Pakete zu packen nach Vorschrift Geschenksendung keine Handelsware mit Kaffee, Schokolade, Perlonstrumpfhosen etc., und ich persönlich habe nie damit gerechnet, das sich etwas daran ändern würde. Für mich gehörte die Mauer und die Trennung von meinen Verwandten zum Leben. Aber wie wir alle wissen, waren die kleinen christlichen Gemeinden im Osten die Urzellen des Widerstands der Friedensbewegung im Osten, denen sich letztendlich Tausende angeschlossen haben mit ihren Kerzen und ihrem gewaltlosen Widerstand. Und ihre Hoffnung gegen den Augenschein ist erfolgreich gewesen wie wir alle wissen. Und morgen begehen wir den 30. Jahrestag der Wiedervereinigung. Ich denke trotz aller Probleme, die immer noch bestehen, ist dies ein Tag der großen Freude. Auch die Christen im Widerstand im Osten haben ihre Hoffnung auf Gott gesetzt als sie sich in ihrem eigenen Land wie im Gefängnis fühlten.

Durch das Corona Virus haben viele von uns selbst das Gefühl in ihrer eigenen Wohnung wie in einem Gefängnis zu sitzen. Das gilt besonders für Risikogruppen wie ältere Menschen in Seniorenheimen, Menschen mit Vorerkrankungen, beim Lockdown etc. Viele uns haben Todesangst. Ich wünsche ihnen und uns, dass wir dasselbe Zutrauen zu unserem Gott haben wie es Dietrich Bonhoeffer in seiner Zelle gehabt hat, der sein ganzes Sein zuversichtlich in die Hand Gottes gelegt hat. Denn auch wir wissen nicht was kommen wird und müssen uns leider auf ein Leben mit Corona einstellen. Uns gegenseitig den Segenswunsch zuzusprechen und ihn an andere zu schreiben ist auch ein Weg anderen Mut zu machen in dieser schweren Zeit. Bleiben Sie behütet und gesund

(Ein Impuls von Gudrun Löwner,  Professorin am United Theological College in Bangalore, Indien)

 

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Gottes Gegenwart - Geistlicher Impuls für den 1. Oktober 2020

Neulich in einer Zoom Konferenz im Besprechungsraum der Geschäftstelle des ELM. Die Sonne scheint ins Zimmer. Plötzlich entdecke ich einen Schatten auf der Fensterscheibe. Was ist das? Als ich genauer hinsehe entdecke ich den Abdruck der Schwinge eines Vogels. Ich kann nicht erkennen, was für ein Vogel das war, nur, dass er nicht ganz klein ist. Wunderbar, wie sich die einzelnen Federn abzeichnen. Ein schönes Bild.

Nachdem ich diese Entdeckung fotografiert habe ging mir eine Erfahrung des Mose durch den Kopf. Von ihm wird erzählt, dass es ihm anzusehen war, wenn er mit Gott geredet hatte. Dieser Anblick war so eindrücklich, dass er seinen Kopf mit einer Decke vor den Blicken der Israeliten schützen musste. Obwohl er offensichtlich so enge Berührungen mit Gott hat, war ist er manchmal unsicher. So fragt er Gott, ob er seine Herrlichkeit sehen könne.

Gott sprach: Mein Angesicht kannst du nicht sehen; denn kein Mensch wird leben, der mich sieht. 21 Und der HERR sprach weiter: Siehe, es ist ein Raum bei mir, da sollst du auf dem Fels stehen. 22 Wenn dann meine Herrlichkeit vorübergeht, will ich dich in die Felskluft stellen und meine Hand über dir halten, bis ich vorübergegangen bin. 23 Dann will ich meine Hand von dir tun, und du darfst hinter mir her sehen; aber mein Angesicht kann man nicht sehen. 2. Mose 33, 20 ff

Ich glaube, so geht es Menschen überall auf der Welt: Wir entdecken Gott oft erst im Blick hinterher, oder im Blick zurück. In der Gegenwart meines Lebens bin ich so mit Leben beschäftigt, dass ich die Frage, wo Gott da ist, nicht gut beantworten kann. Aber im Blick zurück spüre ich: Er war da. Das ist sein Name: „Ich bin da“. Und dann bekomme ich Kraft für den Weg in Zukunft.

Für die Arbeit des Missionswerkes und der Kirchen lohnt sich immer wieder der Blick zurück. Wo haben wir Gott gespürt, erlebt. Was hat sich gewendet und ich wir sagen: Gott hat uns geleitet. Im Rückblick sehen wir einen Schatten von der Herrlichkeit Gottes, die bei uns ist.

Was für ein Glück, wenn ich solch ein Bild entdecke, auch wenn es nur ein Abglanz ist von der Wirklichkeit Gottes.

Gebet:

Im Vertrauen darauf, dass Du da bist,
gehe ich in diesen Tag und beginne meine Arbeit.
Ich bitte dich, lass mich Deine Gegenwart spüren.

Verbinde unsere Arbeit überall in der Welt in deinem Namen,
so dass Menschen getröstet werden, Not gelindert wird, Hoffnung wächst
und der Glanz deiner Gegenwart unter uns sichtbar ist.

Amen.

(Ein Imüuls von Michael Thiel, Direktor des ELM)

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