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Ausgebremst durch Corona? - geistlicher Impuls für den 23. Juni 2020

Gottes Wort, Covid-19, Du und ich und die Kirche weltweit

Tageslosung und Lehrtext für heute, Dienstag den 23.6.2020, sprechen auf unterschiedliche Weise in meine derzeitige Realität – vielleicht ja auch in Deine! Am Samstag wieder eine Trauerfeier hinter Masken und in kleiner Gruppe. Am Sonntag eine weitere YouTube-Predigt ins Netz gestellt und per WhatsApp-link „unters Volk“ gebracht. Den „clicks“ nach zu urteilen lauschen auf diese Weise mehr Menschen meiner Predigt, als in der zu „normalen“ (prä-Corona-) Zeiten auch gut besuchten St. Michael’s Kirche in Durban/ Südafrika. Ja: „Er sendet seine Rede auf die Erde, sein Wort läuft schnell.“ (Psalm 147,15) Per Mausclick und WhatsApp Nummernverzeichnis erreiche ich auch Gemeindeglieder in dem sehr entlegenen ländlichen Gebiet meiner ersten Dienstjahre hier in Südafrika – aber auch welche, die schon vor Jahren ausgewandert sind, in die USA, Australien und Kanada, von denen manche keine neue kirchliche Heimat gefunden haben und bei denen die Predigt etwas eher tief verborgenes angerührt hat. So kann in dieser Zeit des verordneten Abstands, Zuhause-Bleibens, Distanz-Wahrens, die lebendige Gegenwart Gottes sich auch in den Nachrichten, Predigten oder Emojis, die wir einander schicken, neue Wege bahnen – durch Digitalnetze in Herzen hinein. ... und dies geschieht dann eben auch trotz der manchmal etwas selbstverliebten klerikalen, teils auch etwas zu verwackelt oder langatmig gestalteten Videoauftritte.

Von den verschiedenen Gedanken, die diese Losung in mir anstößt, sind mir zwei heute besonders wichtig:

1. Die gute Nachricht -  das, was wir über den Gott, der uns erschaffen hat, der unserem Leben Sinn und Ziel geben will, anderen weitersagen und von ihnen lernen möchten – dies ist ein ganz dynamischer Akt: Bewegung, in unbekanntes Terrain – sowohl was die Medien angeht, als auch was meine eigene Rolle in diesem Prozess Gottes von sich in die Welt hinein (missio Dei) angeht.

2. Das Wort ist nicht an eine bestimmte Form oder Institution gebunden, sondern: der Geist Gottes weht wo er will! Jesus erklärt es Nikodemus in der Nacht und die Corona-Epidemie scheint vielen wie eine Nacht, in der man kaum weiter als die eigene Hand schauen kann: Gibt es meine Arbeitsstelle in einer paar Wochen noch? Kommen die Kunden/die Aufträge wieder? Wird das Virus auch mich mit meiner Vorerkrankung noch erwischen? Geschlossene Kirchen, abgesagte Freizeiten und Feiern – da würde man bei vielen Christen doch eine resignierte Stimmung erwarten. Und die erwischt uns sicherlich alle auch mal in diesen Zeiten. Aber dennoch bricht Gottes Gegenwart durch meine Unsicherheit hindurch und erhellt meinen Tag – denn, wie es der Lehrtext für heute aus 2. Timotheus 2,9 sagt: Gottes Wort ist nicht gebunden. Daran erinnert Paulus Timotheus in diesem Brief, in dem er von seinem eigenen oft entbehrungsreichen Lebensweg, zu dem auch Inhaftierungen gehörten, schreibt. Aber – obwohl er in Ketten lag - ... Gottes Wort war nie gebunden. ... und so erinnert Paulus Timotheus auch daran, was für ein Geist, dieser Geist ist, der weht wo er will: Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit. (2 Tim 1,7) Und diesen Geist brauchen wir eben auch als ELM Mitarbeitende – nicht nur, um in Corona-Zeiten den Blick in Richtung Hoffnung und Licht zu wenden, sondern auch wenn wir weiter daran arbeiten, diesem Wort Gottes, das in dieser Welt „ungebunden“ wirken will, zu folgen, es kreativ und innovativ, mit Liebe und praktisch erfahrbar weiterzugeben - ... und das gemeinsam mit unseren Mitmenschen im Bereich unserer Träger- und Partnerkirchen weltweit. So ist Gottes Wort genauso wenig an Konventionen gebunden, wie an spezielle Menschen oder Kulturen. Gerade in den Zeiten, in denen weltweit die Pandemie des Rassismus wieder einmal mehr in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird, ist unser Beitrag als ELM so wichtig: Gottes heilende, vergebende, belebende Gegenwart gilt weltweit. Sie lässt sich nicht aufhalten von den vielen Mauern – weder in den Köpfen noch in unseren Regelwerken – weder durch unsere unterschiedlichen theologischen oder administrativen Ansätze, noch durch unsere biographisch bedingten unterschiedlichen Zugänge zu Glauben!

Ausgebremst durch Corona? Auf keinen Fall!

(ein Impuls von Pastor Joe Lüdemann. ELM Regionalrepräsentant für das Südliche Afrika)

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Farbenblind?! - geistlicher Impuls für den 22. Juni 2020

Schwarz – coloured – weiß: Hautfarbe habe ich nicht mehr wahrgenommen. Für mich zählte der Mensch. Zufrieden war ich mit dieser Erkenntnis und wähnte mich im multikulturellen Südafrika angekommen. Als ich diese Erkenntnis mit ein wenig Stolz teilte, fühlte sich die Reaktion wie ein Schlag ins Gesicht an: „Du bist nicht blind für Hautfarben, sondern du bist blind für deinen eigenen Rassismus.“ Das saß.

Wenn du keine Hautfarbe mehr sieht, dann bist du auch schnell blind für das unermessliche Leid, das People of Colour (PoC) durchgemacht haben und noch immer durchmachen. Sie haben bis heute nicht die gleichen Lebensmöglichkeiten in Freiheit und Würde wie weiße Menschen. Nicht in Südafrika, nicht in den USA, nicht in Deutschland. Sie werden nicht nur angefeindet wie letzte Woche in einer Rossmann-Filiale, sondern sie werden brutal ermordet. George Floyd steht hierbei für unzählige solcher Fälle. Dies passiert Menschen mit weißer Hautfarbe auch, aber aus ganz anderen Gründen. PoC widerfährt das wegen ihrer Hautfarbe. Darum ist es wichtig, nicht farbenblind zu sein, sondern die Hautfarbe deutlicher denn je zu sehen, damit das Bewusstsein für Ungerechtigkeit und Leid geschärft wird und mein Eintreten dagegen entschiedener wird.

Geht es Jesus in dem Gleichnis des verlorenen Schafes nicht genau darum (Lukas 15,3-7): Unbestritten sind ihm alle Schafe wichtig (all lives matter), doch die Konzentration liegt jetzt auf dem einen Schaf, dessen Leben ohne die anderen und ohne den Hirten schutzlos den Gefahren ausgeliefert wird. Die 99 Schafe scheinen für sich selbst sorgen zu können. Nun geht es ausschließlich um das eine Schaf, das meinen Schutz, meine Solidarität und meinen Einsatz fordert. Darum heißt es für mich als Christen #blacklivematters.

Diese Lektion musste ich lernen. Lerne sie täglich neu.

(ein Impuls von Pastor Thomas Wojciechowski, ELM, Leiter Globale Gemeinde)

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Gott achtet auf uns. Nicht nur in der Corona-Zeit. Immer! - Geistlicher Impuls für den 19. Juni 2020

Die gegenwärtige Krise hat uns deutlich gemacht, dass es Situationen gibt, in denen wir nicht einfach weitermachen können, wie bisher. Corona hat es uns schmerzlich bewusst gemacht – und wir haben auf einmal wieder gemerkt, wie wertvoll unser Leben ist; gemerkt, dass es gar nicht selbstverständlich ist, dass mein Leben gelingt und dass es Momente gibt, in denen ich entscheiden muss, welchen Weg ich gehen will. Eine unbedachte, unreflektierte Entscheidung kann mein Leben sehr beeinträchtigen.

Es fällt schon auf, wie schnell wir „umgeschaltet“ haben, als wir uns bewusst wurden, wie gefährlich dieses Virus ist. So ganz nebenbei haben wir dann auch noch gelernt, mit neuer Technik umzugehen, uns beim Einkauf auf wesentliche Dinge zu konzentrieren, Menschen um uns herum neu und dankbar wahrzunehmen, für andere zu sorgen, …

Und dann frage ich mich … und Dich … und Sie: geht uns das bei unserer sonstigen Lebensgestaltung auch so? Nehme ich, nehmen wir bewusst wahr, was unserem Leben schadet und was ihm gut tut? Ich behaupte: Viel zu oft nicht!
Eigentlich haben wir von Gott all das mit auf den Weg bekommen, das wir für eine gute Orientierung brauchen: einen Körper, der uns vieles machen lässt, Herz, Gefühl, Empathie, … Nicht zuletzt unseren Verstand. Und dann siegt die Bequemlichkeit und der Körper verliert, dann siegt das Vorurteil und die Empathie verliert, dann siegt das „Haben wollen“ und das Herz für das, was da ist, verliert. Dann kümmert uns der Konsum und nicht die Schöpfung, dann sind wir nicht ehrlich, weil es einfacher ist als Schuld zuzugeben, …

Gott hat uns eigentlich alles mit auf den Weg gegeben, aber wir lassen viele seiner Gaben unbedacht an den Wegkreuzungen unseres Lebens stehen. Wir machen uns unabhängig davon und trennen uns davon und von Gott – manchmal trotzig, manchmal einfach ohne nachzudenken.
Wir gehen durch unser Leben getrennt von Gott, wie durch einen Sund, ein Gewässer, das Land durchschneidet; auf der einen Seite wir, auf der anderen Gott. Das ist Sünde, nicht irgendwelche moralischen Vorstellungen, wie einige Glauben machen wollen, die oft genug mit dem Finger auf „sündige“ Mitmenschen zeigen. Sünde, das ist getrennt sein von Gott! Und was macht Gott?

Unser Losungswort ist aus Psalm 32. In der alten Lutherbibel ist er überschrieben: Vom Segen der Sündenvergebung. Es geht also erstmal um das Er-Leben von Segen! Nicht um das Zeigen mit dem Finger! In Vers 8 heißt es:

Der HERR spricht: Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst.

Gott hilft uns! Wir sollen wieder zurück finden auf den Weg, für den er uns ausgerüstet hat, zurück finden auf den Weg, den wir mit unserem Körper gehen sollen, den er uns gegeben hat, mit Herz und Gefühl, mit Empathie und – nicht zu vergessen – mit Verstand! Ich finde, in der Übertragung aus dem Hebräischen wird Gottes Gedanke noch deutlicher:

     Ich will dir eingeben,
     ich will dich unterweisen
     im Weg, den du gehen sollst,
     raten will ich,
     auf dich ist mein Augenmerk!

Gott möchte mir eingeben, es mir zugänglich machen, wie es für mich auf einem guten Weg weitergehen kann. Er will mich unterweisen, also lehren, wie ich für mich und andere am besten durch das Leben komme!
Er will uns nicht zu etwas zwingen, er will raten, beraten. Sein Auge merkt, ob es uns gut geht, oder nicht. Gott achtet auf uns, wir sind ihm wichtig. Nicht nur jetzt in der Corona-Zeit. Immer!

Der Lehrtext in Epheser 5,17 sagt: Versteht, was der Wille des Herrn ist.

Ja, das möchte ich lernen!
AMEN

(ein Impuls von Michael Schultheiß, Referent für Globale Kulturelle Vielfalt; Ökumenische Zusammenarbeit mit Südafrika, Botsuana und Eswatini (Swasiland))

 

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Was gebietet Gott uns heute? - Ein geistlicher Impuls für den 18. Juni 2020

Noah tat alles, was Gott ihm gebot. 1. Mose 6,22
Es ist der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht. Hebr. 11,1

Diese Verse aus dem Herrnhuter Losungsbüchlein sollen uns heute begleiten. Graf Ludwig von Zinsendorf hat mit der Erfindung der täglichen Bibelverse die Erwartung verbunden, dass sie auswendig gelernt würden. So wuchs Tag für Tag ein Schatz an biblischen Kernsätzen in den Köpfen und Herzen der Gemeinde. Für manche Mitglieder war es vielleicht die einzige Möglichkeit, die Bibelverse im Kopf mitzunehmen, weil sie weder lesen konnten, noch eine gedruckte Bibel hatten.

Aber was lösen diese Verse heute in meinen Gedanken aus? Augen zu und durch, ist so ein Gedanke. Augen zu, sich an Gott halten, dann wird es schon irgendwie gehen. So wie Noah, der ein Schiff auf trockenem Land baute und sich sicher nicht vorstellen konnte, dass dieses Schiff irgendwann schwimmen würde. Oder auch Pastor Ludwig Harms, der ein Missionsseminar gründete und sich sicher nicht vorstellte, dass über 170 Jahre später ein evangelisch – lutherisches Missionswerk in Kontakt mit vielen selbstständigen Partnerkirchen von dieser Mission inspiriert immer wieder neu nach dem Auftrag Jesu in dieser Zeit fragt. Es geht also darum, gemeinsam auf Gott zu hören und sich darüber zu verständigen: was gebietet Gott uns, heute?

Ein Versuch, das zu formulieren, ist die Kurzformel „Partner in Mission“. Natürlich muss dieser Slogan im Einzelnen buchstabiert werden. Wer sind die Partner? Was heißt Mission? Wie bekommen wir diakonisches Handeln und evangelistisches Reden immer wieder als Einheit zusammen, weil Gott uns jeweils in ganz konkrete Situationen mit unterschiedlichen Herausforderungen sendet?

In der Geschichte der Kirche ist die Gemeinde daran immer wieder auseinander gebrochen, dass sie nicht gemeinsam formulieren, glauben und leben konnte, was Gott geboten hat. Stattdessen kam es dann zu gegenseitigen Verwerfungen. Alles nur, um deutlich zu machen: Ich habe Recht.

Da empfinde ich den Lehrtext aus dem Hebräerbrief, wie eine wohltuende Sicherheitsleine. Es geht eben nicht zuerst um das, was ich begreife und durchsetze, sondern um die Zuversicht, das Vertrauen, dass Gott in Christus mit der Kraft des heiligen Geistes uns hält. Mit dieser Sicherung können wir alle Diskussionen um die Details des Glaubens mit heiterer Gelassenheit angehen. So wie es Hanns Dieter Hüsch formuliert hat:

Ich bin vergnügt, erlöst, befreit.
Gott nahm in seine Hände meine Zeit,
mein Fühlen, Denken, Hören, Sagen,
mein Triumphieren und Verzagen,
das Elend und die Zärtlichkeit.

Was macht, dass ich so fröhlich bin
in meinem kleinen Reich?
Ich sing und tanze her und hin
vom Kindbett bis zur Leich.

Was macht, dass ich so furchtlos bin
an vielen dunklen Tagen?
Es kommt ein Geist in meinen Sinn,
will mich durchs Leben tragen.

Was macht, dass ich so unbeschwert
und mich kein Trübsinn hält?
Weil mich mein Gott das Lachen lehrt
wohl über alle Welt.

Ich bin vergnügt, erlöst, befreit.
Gott nahm in seine Hände meine Zeit,
mein Fühlen, Denken, Hören, Sagen,
mein Triumphieren und Verzagen,
das Elend und die Zärtlichkeit.

(ein Impuls von Michael Thiel, Direktor des ELM) 

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Stiller Protest - Geistlicher Impuls für den 17. Juni 2020

8 Minuten und 46 Sekunden Schweigen gegen jede Form der Fremdenfeindlichkeit. So erlebten wir es in den vergangenen Tagen. 8 Minuten und 46 Sekunden rang George Floyd um Atem. Politikerinnen, Demonstranten, Fußballer und Polizisten gehen auf die Knie. Eine beeindruckende Geste. So setzte Colin Kaepernick, der ehemalige Quarterback der San Francisco 49ers, 2016 ein Zeichen gegen Polizeigewalt gegen Schwarze. Schweigen, knien, Botschaften auf Trikots und Armbinden: Stiller Protest gegen Rassismus an vielen Orten.

Stiller Protest bestreitet nicht den Sinn von Demonstrationen. Er ist eine Demonstration. Er setzt auf die Kraft von gemeinsamen Zeichen und Gesten, über alle kulturellen Grenzen hinweg. Er lehnt jede Form von Gewalt ab. Er will nicht die üblichen Redewendungen wiederholen, die allzu bekannten, gewohnten Sätze. Stiller Protest wirkt nicht nur nach außen. Er befragt uns selbst: Wo schlummern meine eigenen Vorurteile, welche Gewohnheiten der Diskriminierung prägen mein Leben, warum reicht mein Mut zur Veränderung nicht? Stiller Protest steht auf, wenn im Bus Menschen wegen ihrer Hautfarbe verspottet werden. Er sucht das Gespräch, wenn Stammtischwitze rassistisch werden. Stiller Protest bleibt aufmerksam und stärkt den inneren Widerstand. Er schärft das soziale Gewissen.

Alle Menschen sind Gottes Kinder. Für diese uns verliehene Würde beten und kämpfen wir.

„Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen.“ (Matthäus 5,9)

Dieser stille Protest verwandelt die Welt.

(Ein Impuls von Ralf Meister, Landesbischof und Vorsitzender des ELM-Missionsausschusses)

 

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Wohin mit dem Warum? - Geistlicher Impuls für den 16. Juni 2020

Die Nachrichten aus aller Welt belasten.

In den USA herrscht der Ausnahmezustand. Wut und Trauer treiben die Menschen auf die Straßen. In Indien hungern Menschen, weil sie nicht ihrer Arbeit nachgehen können. Wanderarbeiter legen Hunderte von Kilometern zu Fuß zurück, um zu ihren Familien zu kommen.
In Brasilien stehen Krankenhäuser vor dem Kollaps. Menschen werden in Massengräbern beigesetzt. Angehörige können nicht Abschied nehmen. Und auch auf dem afrikanischen Kontinent ist COVID-19 allgegenwärtig.
Die Liste der menschlichen Katastrophen angesichts der Pandemie lässt sich, leider, endlos fortführen.

In vielen anderen Ländern geht es wieder bergauf. Das Leben draußen darf wieder stattfinden. Vorsichtige erste Schritte in eine neue Normalität.

Wie kann die menschliche Seele das alles nur verkraften? Wohin mit den Sorgen? Wohin mit den Klagen? Wohin mit dem Zweifel? Wohin mit dem Warum?

Es gibt leider keine einfache Antwort auf all die Fragen.

Ein Lied von Manfred Siebald tröstet mich, macht Mut, erfreut meine Seele und gibt – vielleicht – auch Antworten ...

Wo warst du, Gott? 

So viele Fragen hab ich Dir schon mal gestellt,
wenn ich verzweifelte an Dir und Deiner Welt ...
Ich hab geklagt und wollte wissen ob sogar,
ich dann und wann nicht ganz von Dir verlassen war ...

Wo warst Du Gott?
Hab ich mich dann bei Dir beschwert
weil es so schien als hättest Du mich nicht erhört.
Doch diese Frage fiel mir viel zu selten ein
wenn es genug an Grund gab, mich zu freun.

Wo warst Du Gott an meinem allerersten Tag
als ich gesund im Arme meiner Mutter lag?
Wo als ich einfach spielend diese Welt vergaß?
Wo als ich stolz auf meinem ersten Fahrrad saß?

Wo warst Du als ich meine Prüfungen bestand?
Wo als ich unerwartet meine Liebste fand?
Und als die Welt sich drehte nur noch um um uns zwei?
Wo warst Du Gott? Ich glaub Du warst dabei.

Wo warst Du Gott bei jenem Sonnenuntergang
als ich im Farbenmeer nur noch um Atem rang?
Wo warst Du als Musik die Sprache mir verschlug
und aus dem Trübsinn mich zurück ins Helle trug?

Wo warst Du Gott, wenn ich ein Fest gefeiert hab
und es um mich nur lachende Gesichter gab?
Und wenn wir fanden, dass das Essen köstlich war,
Du warst dabei, das wird mir langsam klar.

Wo warst Du als mein Arzt von glatter Heilung sprach?
Wo als ich mir beim Treppensturz das Bein nicht brach?
Wo als ich bremsend schon den Abgrund vor mir sah?
Wo warst Du Gott? Ich denke heute, Du warst da.

Noch eine Frage Gott, doch die geht mehr an mich:
Warum ich nicht mehr Acht gegeben hab auf Dich?
Warum ich Dir bisher so wenig dankbar bin?
Ich glaub ich schau jetzt öfter zu Dir hin.

(Ein Impuls von Ulrike Burmester, Teamassistentin im ELM-Direktorat)

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Gott an ungewohnten Orten finden - Geistlicher Impuls für den 15. Juni 2020

Gottesdienste in Kirchen, die für uns so selbstverständlich sind, oder besser gesagt, waren, gab es nicht immer. Auch das Volk Israel, das Volk Gottes, hatte nicht schon immer einen Tempel. Die Menschen beteten an Heiligen Orten, auf den Höhen der Berge. Auch der junge König Salomo musste sich seinen Ort, sein Heiligtum suchen, an dem er zu Gott beten konnte und wollte.

Davon berichtet auch die Bibellese für heute. Sie steht in 1. Könige 3, 1-15. (https://www.bibleserver.com/LUT/1.K%C3%B6nige3%2C1-15)

Es gab sie, diese Heiligtümer, die stillen und herausgehobenen Orte, an denen er das tun konnte. Aber es war immer erstmal ein Aufbruch nötig, um sie aufzusuchen. Er musste sich sehr bewusst auf den Weg machen, um Gott zu begegnen. Es war nicht einfach wöchentliche Routine. Die Bibellese berichtet davon, dass Salomo sich auf macht nach Gibeon, um Gott dort zu begegnen. Von anderen, die mit dort waren, wird nichts berichtet, aber von den vielen Opfern, die er Gott brachte. Sie waren Ausdruck seines Bemühens, Gott wirklich zu begegnen. Und Gott antwortet! Er sagt ihm: was immer es ist, ich will Dir helfen! Gott sagt das ohne Wenn und Aber, ohne irgendwelche Bedingungen oder Einschränkungen.

Salomo ist noch jung und in vielen Dingen unerfahren. Er hat viele Fragen an das Leben und wie er es bewältigen soll; wie er seiner Verantwortung gerecht werden soll. Er gesteht es sich und vor Gott ein. Er spricht es aus, bittet Gott um ein gehorsames Herz, damit er das Volk gerecht richten kann. Er will verstehen, was gut und böse ist. Und Gott schenkt ihm all das, wonach er gefragt hat – und noch viel mehr.

In den vergangenen Monaten hat Corona unsere Kirchen leer gemacht. Das Virus hat vielen Christen die gewohnte und wichtige Orientierung zu Beginn der Woche genommen. Wir merkten auf einmal, dass uns die Erfahrung des Wortes Gottes, die Begegnung mit Schwestern und Brüdern im Glauben fehlte. Auch der Institution Kirche stellte sich auf einmal die Frage: Was tun? Wie schaffen wir neue, andere Orte der Begegnung für die Menschen, die erreicht werden, die beten und hören wollen?

Wenn wir Gott begegnen wollten, mussten wir uns bewusst auf den Weg machen, uns einen Ort für diese Begegnung suchen. Wir haben uns unsere „Heiligen Orte“, unsere Orte der Besinnung und Begegnung mit Gott gesucht: in unseren Wohnungen, am Feldweg, im Wald, auf der Bank im Park – und wir haben sie vielfach auch gefunden.

Wir haben erfahren: Wir können Gott auch an ungewohnten Orten finden. Gott lässt uns nicht im Stich! Gott steht uns auch jetzt bei, wenn das Übliche nicht mehr üblich ist, wenn die Welt Kopf steht und ich selbst noch nicht weiß, was das für mich heißt. Wir sind in Bezug auf unsere gegenwärtige Situation, die Pandemie, weltweit unerfahren, so wie Salomo unerfahren war im Umgang mit der königlichen Macht. Wir sind in unserer Urteilsfähigkeit in Bezug auf das Virus und den Umgang damit „unreif“. Es fehlt uns an Kenntnis und Einsicht für den Umgang damit. Wir können wie Salomo Gott bitten um ein hörendes, ein ihm gehorsames Herz, um Aufmerksamkeit, Weitblick, ... Das hilft uns, die Lage angemessen zu beurteilen, sie einzuschätzen und zu wissen, was gut und angemessen ist und was gefährlich und schädlich ist.

Gott ist ansprechbar und schenkt mir auch jetzt die Orientierung, die ich suche und brauche, um im Leben zurechtzukommen. Auch wenn ich noch nicht wieder in die sich öffnenden Kirchen und damit in die alte Gewohnheit meines Glaubenslebens zurückkehren kann oder will. Gott hört mich und rät mir, wenn ich mich auf dem Weg zu ihm mache, gleich wo. Das macht mich ruhig und zuversichtlich!

AMEN

(ein Impuls von Michael Schultheiß, Referent für Globale Kulturelle Vielfalt; Ökumenische Zusammenarbeit mit Südafrika, Botsuana und Eswatini (Swasiland))

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Du stellst meine Füße auf weiten Raum. Psalm 31,9 - Geistlicher Impuls für den 12. Juni 2020

 „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“. Ein Vers den wir sicherlich schon in ganz unterschiedlichen Zusammenhängen gehört haben.

Im Moment möchte ich vielleicht eher sagen: „Weiter Raum, was für ein weiter Raum?“. Wir haben doch häufig eher das Gefühl, dass wir grade in der Enge leben, dass unsere Freiheit beschnitten wird. Wir dürfen nicht hinausgehen, wie wir wollen; müssen Abstand halten und müssen Masken tragen; das hat mit der Freiheit, wie wir sie kennen wenig zu tun und mit weitem Raum auch nicht.

Bei einem Kollegen habe ich zu dieser Erfahrung der Enge einmal gelesen: „Wenn es in mir eng wird, dann hilft es mir, wenn ich mich an Zeiten und Orte erinnere, von Zeiten und Orten träume, als ich glücklich war. Es gibt Länder, Orte und Räume, mit denen wir bestimmte Ereignisse verbinden. Wenn wir uns an diese erinnern, merken wir, wie unsere Gedanken dorthin entschwinden. Wir spüren, dass sich mit unseren Gedanken Sehnsucht verbindet und Düfte, Geräusche, Empfindungen von damals in unserer Erinnerung emporsteigen, gleichsam wieder lebendig werden.“  (Dennerlein, Dr. Norbert: Erinnerung an Zeiten und Orte des Glücks. In: Evangelischer Lebensbegleiter, 3. Auflage, Gütersloh, 2010, S. 304f.)

Sicherlich fallen auch uns diese Orte ein, an denen wir eine gute Zeit verbracht haben. Vielleicht mit Familie und Freunden. An einem Ort, hier ganz in der Nähe, in der Heide vielleicht, oder auch an Orten in der Ferne. Wir erinnern uns an die guten Gespräch mit den Partner*innen auf den Dienstreisen und die Erfahrungen, die wir von dort mitgebracht haben. Wir erinnern uns an den letzten Urlaub in den Bergen, am Strand mit Sonne, oder beim Skifahren, oder an ganz andere Dinge, die wir mit etwas Positivem und Befriedendem verbinden.

Und so möchte ich jede und jeden von euch bitten, in einem Moment der Stille, in sich hineinzuhören: Welche Länder, Orte und Räume verbindet ihr mit positiven Erinnerungen? Welche Menschen sind euch dabei wichtig? Welche Erinnerungen helfen uns die Enge zu überwinden und den Satz aus dem Psalm wieder zu spüren: „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“.

– Stille -

Gebet

Herr, unser Gott,
Du stellst unsere Füße auf weiten Raum.
Lass uns das immer wieder auch fühlen können.
Wenn wir enttäuscht und verletzt sind,
wenn wir uns beengt fühlen und unserer Freiheit beraubt,
dann, Herr, lass uns träumen von Zeiten und Orten, in und an denen wir das Gefühl hatten,
auf einem weiten Raum zu stehen.
Hilf uns zu atmen und uns frei zu fühlen.
Hilf uns Gott, darauf zu vertrauen,
dass diese Erinnerungen uns Kraft und Motivation geben,
um positiv in die Zukunft zu blicken,
um dem Gefühl der Enge etwas entgegenzusetzen
und aus vollem Herzen einstimmen zu können in den Satz:
Du Herr, stellst meine Füße auf weiten Raum; dafür danke ich dir aus vollem Herzen.

Amen

(ein Impuls von Indra Grasekamp ELM-Referentin Weltweite Spiritualität)

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Der Helfer in der Not - Geistlicher Impuls für den 11. Juni 2020

Der Helfer in der Not

Die Losung für heute kommt aus Psalm 124:

Von David, ein Wallfahrtslied.

Wäre der HERR nicht bei uns – so sage Israel –, wäre der HERR nicht bei uns, wenn Menschen wider uns aufstehen, so verschlängen sie uns lebendig, wenn ihr Zorn über uns entbrennt;so ersäufte uns Wasser, Ströme gingen über unsre Seele, es gingen Wasser allzu hoch über unsre Seele. 
Gelobt sei der HERR, dass er uns nicht gibt zum Raub in ihre Zähne! 
Unsre Seele ist entronnen wie ein Vogel / dem Netze des Vogelfängers; das Netz ist zerrissen, und wir sind frei. 
Unsre Hilfe steht im Namen des HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat.

Psalm 124 Vers 7 ist die Losung für heute. Es ist ein Jubelschrei, ein Schrei der Freiheit. – Cry Freedom – Schrei nach Freiheit, damals, 1987, im Südafrika der Apartheid. Manche mögen sich erinnern.

Aber es ist nicht nur dieser Jubelschrei der Seele, es ist der Weg bis dahin, der beschrieben wird. Das Volk Gottes, das der Schöpfer-Gott geschaffen hat, sieht sich getragen und als lebenswert geachtet von dem, zu dem es gehört. Die Seele des Volkes Gottes erhebt sich in die Freiheit des Lebens. – Mit Gottes Hilfe! Gott sei Dank! „Unsere Hilfe steht im Namen des HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat.“

Damals, zu Zeiten des biblischen Volkes Israel. Damals, zu Zeiten der Apartheid. Damals, … nein, nicht nur damals, auch heute! Gerade heute, in diesen Tagen des Todes des George Floyd, des offensichtlichen Rassismus in vielen Ländern, des verborgenen Rassismus in vielen Ländern, in unseren Partnerländern, in unserem Land.

Heute könnten es Gebre oder Fatima oder …  schreiben

Der Helfer in der Not

Von Gebre, Fatima und ... ein Migrantenlied.

Wäre der HERR nicht bei uns – so sage das Weltvolk Gottes -;
wäre der HERR nicht bei uns, wenn die anderen wider uns aufstehen,
so verschlänge uns Hass, 
wenn ihr Zorn über unsere Vielfalt entbrennt,
so ersäuften wir in den Tiefen der Vorurteile, 
Ströme rissen unsere Identität davon,
es gingen Fluten der Gewalt über uns hinweg, 
dass wir nicht Atmen könnten.

Gelobt sei Gott, 
dass er uns die Hand reicht in Schwestern und Brüdern!
In unserer Vielfalt werden wir sichtbar als Gottes-Geschöpf, der Vorhang wird zerreißen, in Gott sind wir frei.
Unsere Hilfe steht im Namen des HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat.
Sichtbar werden, werden können in Vielfalt, nicht einfältig, erkennbar sein dürfen in Buntheit, nicht einfarbig, hörbar werden in Klangpracht, nicht monoton, …

Gott ruft uns alle auf, gegen Hass und Abwendung, hin zu Liebe und Zuwendung, gegen Zorn, hin zu Achtung und Hinwendung. 
Er ruft uns weg von den Tiefen der Vorurteile hin zu den Bergen des Staunens, 
zum Erkennen der Einzigartigkeit jedes Menschen, 
weg vom Unterdrücken bis zum Atemstillstand, 
hin zum Hochhalten der Freiheit jeden Atemzugs.

Wir bilden das bunte Mosaik des Lebens als Teile der vielgestaltigen Schöpfung Gottes!

AMEN.

(ein Impuls von Michael Schultheiß, Referent für Globale Kulturelle Vielfalt; Ökumenische Zusammenarbeit mit Südafrika, Botsuana und Eswatini (Swasiland))

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Mein Gott, Du weißt es besser! - Geistlicher Impuls für den 10. Juni 2020

Mein Gott, was bin ich mutig! Wie selbstverliebt schaue ich auf meine Heldentat, nachdem ich mein Facebookprofil mit einem schwarzen Rahmen umkränzt habe, auf dem das Motto der Antirassismusbewegung steht: „Black lives matter!“ – „Schwarze Leben zählen!“ Ich werde nicht müde in symbolischen Akten meine Solidarität mit den Menschen einer anderen Hautfarbe zu bekunden, ich sonne mich in deren Gegenwart als Freund der Vielfalt und rede politisch korrekt von „People of Color“ statt von Schwarzen oder Farbigen. Und in meiner Arbeit geht es immer auch darum, diese Vielfalt Gottes zu feiern, die Einfalt rassistischen weißen Denkens zu verurteilen, sich für die Gleichberechtigung aller Hautfarben einzusetzen und sich bevollmächtigt zu fühlen, auf all die Rassisten dieser Welt mit dem Finger zu zeigen. Ich wähne mich in Sicherheit: „Ich bin kein Rassist!“

Mein Gott, Du weißt es besser! Wie oft habe ich feige das Maul gehalten, wenn an Kaffeetafeln, an der Kneipentheke oder beim geselligen Grillen der erfolgreiche Unternehmer als Jude identifiziert, hämisch grinsend, weil wissend um den Tabubruch, vom ach so gern "schnackselnden Schwatten", dem N****, schwadroniert und von den „wie die Raben klauenden Zigeunern“ berichtet wurde. Wie oft habe ich mich damit schweigend gemein gemacht mit den Stereotypen über bestimmte Menschengruppen. Wie oft bin ich einem Afrikaner misstrauisch gegenübergetreten, weil man ja weiß, dass sie es eben nicht so genau nehmen mit der Verbindlichkeit oder der Zeit? Wie oft habe ich es bewusst oder unbewusst vermieden, mich in der Bahn oder im Bus neben einen Menschen zu setzen, der so ganz anders aussah als ich – nämlich nicht weiß? Und auf meine Privilegien als Weißer in einer weißen Mehrheitsgesellschaft angesprochen, reagiere ich freundlich lächelnd, schweigend – dünnhäutig!    

Ach Gott, du kennst mich! Du weißt, wie widersprüchlich ich mich verhalte, sogar in meiner fast schon selbstgefälligen Selbstanklage, die mich doch wieder zu einem Guten macht! Wie ich mir selbst die Absolution erteile: Ich weiß doch, dass ich den Rassisten in mir nicht so schnell loswerde, die Klischees über das Fremde und die Ängste vor ihm. Wer, wenn nicht ich?

Und nun? „Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus“, heißt es im Galaterbrief 3, 28. Vielleicht sollte ich mich öfter an diesen Satz erinnern, wenn ich mich mit meiner eigenen Widersprüchlichkeit konfrontiert sehe. Dieses Ringen mit mir selbst wird in diesen Wochen des Protestes zu einer täglichen Übung und der Vers dabei zu einem Handlauf, der mir Haltung verschafft. Darum: „Black lives matter!“ Bei all meiner eigenen Widersprüchlichkeit, dieses Motto lässt keinen Widerspruch zu. Ach Gott, Du weißt das … und ich arbeite dran!     

Ach Gott, 
ich wäre oft gern so eindeutig in meinem Verhalten wie in meinem Reden.
Ich wäre gern frei von einem Denken voll Argwohn und Angst.  
Ich würde so gern hinter mir lassen, was ich als falsch erkannt habe
und immun sein gegen das Gift des Rassismus, der ausgrenzt, verfolgt und tötet.

Mein Gott,
verleihe meinen Worten Wahrhaftigkeit
meinem Denken Unvoreingenommenheit
meinem Mund den Mut zum Widerspruch
und ein gastfreundliches Herz.

AMEN. 

(Ein Impuls von Dirk Freudenthal, ELM, Chefredaktion Mitteilen) 

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Sehnsucht nach Gott - Geistlicher Impuls für den 9. Juni 2020

Lied Da wohnt ein Sehnen tief in uns (Link zu pdf)

In dem Lied wird die Sehnsucht nach Gott besungen. Wir können uns auf verschiedene Weise nach Gott sehnen. Wir können eine Sehnsucht nach Gott verspüren, weil wir uns freuen und Gott feiern möchten. Oder wir sehnen uns nach Gott, weil wir ihn nicht spüren und uns fragen, wo er ist. In Momenten, wo wir traurig und verzweifelt sind, sehnen wir uns vielleicht nach Gott, weil wir nach seinem Trost suchen. Diese Sehnsucht kann verschieden gestimmt sein. Der Beter und Sänger des Psalms 42 ist hin- und hergerissen von seinen Gefühlen der Not. Er scheint verzweifelt und allein. Seine bitteren Gefühle, seine Todesängste vertraut er Gott an und er erinnert sich an gute Zeiten, wo er voll Freude und Dank in das Haus Gottes einzog. Nicht allein, sondern in Gemeinschaft. Er erinnert den lebendigen Gott.

Psalm 42

1 Eine Unterweisung der Korachiter, vorzusingen.
2 Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu dir.
3 Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich dahin kommen, dass ich Gottes Angesicht schaue?
4 Meine Tränen sind meine Speise Tag und Nacht, weil man täglich zu mir sagt: Wo ist nun dein Gott?
5 Daran will ich denken und ausschütten mein Herz bei mir selbst: wie ich einherzog in großer Schar, mit ihnen zu wallen zum Hause Gottes mit Frohlocken und Danken in der Schar derer, die da feiern.
6 Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, dass er mir hilft mit seinem Angesicht.
7 Mein Gott, betrübt ist meine Seele in mir, / darum gedenke ich an dich im Lande am Jordan und Hermon, vom Berge Misar.
8 Deine Fluten rauschen daher, / und eine Tiefe ruft die andere; alle deine Wasserwogen und Wellen gehen über mich.
9 Am Tage sendet der HERR seine Güte, und des Nachts singe ich ihm und bete zu dem Gott meines Lebens.
10 Ich sage zu Gott, meinem Fels: Warum hast du mich vergessen? Warum muss ich so traurig gehen, wenn mein Feind mich drängt?
11 Es ist wie Mord in meinen Gebeinen, / wenn mich meine Feinde schmähen und täglich zu mir sagen: Wo ist nun dein Gott?
12 Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.
(Lutherbibel 2017)

Es tut gut, sich Gott anzuvertrauen und ihm seine Sorgen und Ängste zu nennen. Wenn wir Vertrauen fassen und uns öffnen, können wieder andere Türen aufgehen.

Es tut gut, sich an die fröhlichen Tage zu erinnern und die Spuren davon in meinem Herzen zu suchen.

Es tut gut, sich an den lebendigen Gott zu erinnern, der uns und die Schöpfung ins Leben gerufen hat.

Auf meinem Weg zur Arbeit ist mir diese Blume mit der wunderschönen weißen Dolde ins Auge gekommen. Eine Wildblume, die am Wegrand steht, und doch so schön.

Ich gebe die Blume herum und wir können sehen, welch kleines Wunderwerk sie ist. Sie ist ein Teil der Schöpfung so wie Jede und Jeder Einzelne von uns. Schön.

 

Lied Geh aus mein Herz (EG 503 (Link zu Liederdatenbank))

(ein Impuls von Gabriele de Bona ELM-Referentin Gender International, Ökumenische Zusammenarbeit Äthiopien) 

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Wer ist Gott? – Er ist, wie er will, aber immer für uns. - Geistlicher Impuls für den 8. Juni 2020

Mose hat keine Lust im Auftrag Gottes unterwegs zu sein und sein Volk aus Ägypten nach Israel zu führen. Er versucht Gott davon zu überzeugen, dass er nicht der Geeignete dafür ist. Schließlich kommt eine letzte Frage von ihm:

Mose sprach zu Gott: Siehe, wenn ich zu den Israeliten komme und spreche zu ihnen: Der Gott eurer Väter hat mich zu euch gesandt!, und sie mir sagen werden: Wie ist sein Name?, was soll ich ihnen sagen? 14 Gott sprach zu Mose: Ich werde sein, der ich sein werde. Und sprach: So sollst du zu den Israeliten sagen: »Ich werde sein«, der hat mich zu euch gesandt. 15 Und Gott sprach weiter zu Mose: So sollst du zu den Israeliten sagen: Der HERR, der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks, der Gott Jakobs, hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name auf ewig, mit dem man mich anrufen soll von Geschlecht zu Geschlecht. 16 Darum geh hin und versammle die Ältesten von Israel und sprich zu ihnen: Der HERR, der Gott eurer Väter, ist mir erschienen, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks, der Gott Jakobs, und hat gesagt: Ich habe mich euer angenommen und gesehen, was euch in Ägypten widerfahren ist, 17 und habe gesagt: Ich will euch aus dem Elend Ägyptens führen in das Land der Kanaaniter, Hetiter, Amoriter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter, in das Land, darin Milch und Honig fließt. 18 Und sie werden auf dich hören. Danach sollst du mit den Ältesten Israels hineingehen zum König von Ägypten und zu ihm sagen: Der HERR, der Gott der Hebräer, ist uns begegnet. Nun wollen wir gehen drei Tagereisen weit in die Wüste, dass wir opfern dem HERRN, unserm Gott. 19 Aber ich weiß, dass euch der König von Ägypten nicht wird ziehen lassen, er werde denn gezwungen durch eine starke Hand. 20 Daher werde ich meine Hand ausstrecken und Ägypten schlagen mit all den Wundern, die ich darin tun werde. Danach wird er euch ziehen lassen. (2. Mose 3, 13-20)

Ich werde sein, der ich sein werde. – Was ist das denn? Heute der und morgen ein anderer? Für diese so und für den anders? Was ist das für ein Gott?

Noch ahnt Mose nicht, welche Kraft in diesem Namen liegt. Gott sagt mit dem Namen, dass er bei seinen Menschen sein will. Er will mit ihnen sein. Und sie werden sagen: Das ist der Gott, der uns leitet – oder: das ist der Gott, der uns Wasser gibt- oder: Das ist der Gott, der uns satt macht – oder: das ist der Gott der uns eine Plage schickt.

Sie reden von Gott in den Bildern, die sie erleben. „Ich werde sein, der ich sein werde“ – wer will dann sagen: Du sprichst richtig von Gott. Nur der spricht richtig von Gott, durch dessen Rede Gott für Menschen erfahrbar wird. Gott ist dabei! So wie er in diesem Moment, in dieser Situation für mich sein will und sein muss, damit ich ihn erkenne.

Ich bin gespannt, wo und wie er mir heute begegnet. Gott ist da – so wie er will.

Gebet:

Gott, du bist, wie du bist.
Sei für uns, da wo wir sind.
Erfahrbar für die Kranken, die Hungrigen, die in Unfrieden leben,
die dich suchen, die sich nicht mehr suchen,
Gott, sei wie du bist,
Liebe für uns, Liebe für mich.
Damit ich sein kann,
wie du mich meinst.

Amen.

Lobe den Herrn, meine Seele, und seinen heiligen Namen.
Was er dir Gutes getan hat, Seele, vergiss es nicht, Amen.
Lobe, lobe den Herrn, loben den Herrn, meine Seele.
Lobe, lobe den Herrn, lobe den Herrn, meine Seele

1. Der meine Sünden vergeben hat,
der mich von Krankheit gesund gemacht,
den will ich preisen
mit Psalmen und Weisen,
von Herzen ihm ewiglich singen:

2. Der mich im Leiden getröstet hat,
der meinen Mund wieder fröhlich macht,
den will ich preisen
mit Psalmen und Weisen,
von Herzen ihm ewiglich singen:

3. Der mich vom Tode errettet hat,
der mich behütet bei Tag und Nacht,
den will ich preisen
mit Psalmen und Weisen,
von Herzen ihm ewiglich singen:

4. Der Erd und Himmel zusammenhält,
unter sein göttliches Jawort stellt,
den will ich preisen
mit Psalmen und Weisen,
von Herzen ihm ewiglich singen:

Text und Melodie: Norbert Kissel, Organist und Chorleiter an der Michaelskirche in Wieseck.

(ein Impuls von Michael Thiel, Direktor des ELM)

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Wie Manna vom Himmel - Geistlicher Impuls für den 5. Juni 2020

Die United Evangelical Lutheran Churches in India (UELCI) haben uns ein Video über die Situation der Wanderarbeiter geschickt, verbunden mit einem Gebetsaufruf. Die Kirchen in Indien kämpfen nicht nur gegen die Pandemie COVID-19, sondern auch gegen eine soziale und ökonomische Pandemie. In dieser Zeit der erzwungenen physischen Distanz, wollen sie Gott im Gebet folgen. Und sie teilen, was sie haben und geben so ein Beispiel für ein christliches Leben.  

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Ansteckung gewünscht - Geistlicher Impuls für den 4. Juni 2020

Die Angst vor Ansteckung ist spürbar. Beim Metzger, wenn eine Dame den gebotenen Hygieneabstand vergisst und mal eben den mühevoll sortierten Sicherheitsbereich zerstört. Nervöse Blicke. Oder wenn die Nachbarn auf der Terrasse niesen. Aerosole? OK, es scheint auch Menschen zu geben, die keine Angst haben. Dieser Eindruck kann entstehen, wenn man sieht was am Pfingstwochenende an deutschen Küsten los war. Mal abwarten. Vorsicht ist besser. Denn ob die unerträgliche Gesichtsmaske wirklich hilft? Und wenn ja, wem? Eine Menge offener Fragen halten die Angst vor einer Ansteckung wach. Die Angst vor Viren aus dem Mund anderer ist groß.

Es ist richtig, dass COVID-19 viele Menschen auf der Welt in große Not gestürzt hat und es leider auch weiter tun wird. Aber sehen wir doch mal einen Moment über diesen omnipräsenten Virus hinaus. Es gab doch schon immer Dinge aus dem Mund von Menschen, die ansteckend sind. Worte sind ansteckend und können Heilung sein und aufbauen (Sprüche 16,24) Dies sind Worte der Wertschätzung, der Ermutigung, des Dankes oder der konstruktiven Korrektur – wenn wir Glück haben. Wenn wir Pech haben, dann hören wir gemeine Worte, die herabsetzen, entwürdigen, beschuldigen, lügen, Verantwortung verschieben, verurteilen. Dies sind Worte, die schmerzende Wunden verursachen, vergiften und letztlich zerstören können (Sprüche 15,4) Es ist besorgniserregend mit welcher Geschwindigkeit hässliche Worte herausgeschleudert werden, vor allem, wenn die Nerven blank liegen. Da schützt definitiv keine Gesichtsmaske. Schon in den Psalmen steht, dass dies Verhalten nicht lebensfreundlich ist (Psalm 34,13-14)

Warum passiert das also immer wieder? Nicht nur anderen, sondern auch mir selbst? Ein Hinweis findet sich im Evangelium des Lukas (6,45): „Ein guter Mensch bringt aus einem guten Herzen gute Taten hervor, und ein böser Mensch bringt aus einem bösen Herzen böse Taten hervor. Was immer in deinem Herzen ist, das bestimmt auch dein Reden.“

Was immer in deinem Herzen ist …. Schön, wäre es, wenn dies Herz garantiert „virenfrei“ wäre. Dies ist jedoch selten der Fall, da Menschen im Verlauf des Lebens Schäden am Herzen nehmen. Diese „Viren“ entstehen oft schon als Kind durch fehlende Annahme, Liebe, Wertschätzung – und ähnliche lebenswichtige Grundlagen. Später im Leben setzen sich darauf andere schmerzvolle Erfahrungen auf und so entsteht ganz schnell ein explosiver Zustand im Herzen. Wenn dann noch die Nerven blank liegen, wie so manches Mal in den letzten Wochen, dann hören wir uns plötzlich Dinge sagen, von denen wir manchmal schon beim Selbst-Zuhören merken „Mist, das war jetzt keine reife Leistung…“

„Achte vor allem auf dein Herz, denn dein Herz beeinflusst dein ganzes Leben“ (Sprüche 4,23).

Wie großartig wäre es, wenn von Gott geliebte, angenommene und wertgeschätzte Menschen so ansteckend mit Liebe, Wertschätzung und Annahme wären, dass der R-Faktor deutlich über 2 liegen würde. Besser sogar größer als 50. „An eurer Liebe zueinander wird jeder erkennen, dass ihr meine Jünger seid“ (Johannes 13,35). Wir brauchen dafür keine App. Diese „Wertschätzungs-Test-App“ ist nicht digital, sondern der ganz praktisch gelebte Alltag im Umgang mit den nächsten Menschen, denen wir begegnen. Dann ist Ansteckung mehr als gewünscht!

(ein Impuls von H. Rose, ELM-Referentin Armut und Friedensarbeit international; Ökumenische Zusammenarbeit Zentralafrikanische Republik) 

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Sei meine Stärke - Geistlicher Impuls für den 3. Juni 2020

Wenn Sie mögen, können Sie sich heute mit einem Liedtext von Michael Gungor beschäftigen, den Verena Berndt für uns entdeckt hat. Hier finden Sie ein Youtube-Video, so dass man sich das Lied anhören kann:

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Please Be My Strength (Michael Gungor)

I've tried to stand my ground
I've tried to understand
But I can't seem to find my faith again

Like water on the sand
Or grasping at the wind
I keep on falling short

So, please be my strength
Please be my strength
'Cause I don't have anymore
I don't have anymore

I'm looking for a place
Where I can plant my faith
One thing I know for sure

And I cannot create it
And I cannot sustain it
It's your love that's keeping me

Please be my strength
Please be my strength
I don't have anymore
I don't have anymore

At my final breath
I hope that I can say
I've fought the good fight of faith

I pray your glory shine
In this doubting heart of mine
And all would know that you

You are my strength
You are my strength
You and you alone
You and you alone

You keep bringing me back home
You are my strength
You are my strength
You and you alone

Keep bringing me back home
It's you and you alone
Bringing me back home

Bitte sei meine Stärke (Michael Gungor)

Ich habe versucht, meine Erdung zu finden
Ich habe versucht zu verstehen
Aber ich scheine meinen Glauben nicht wiederzufinden

Wie Wasser auf dem Sand
Oder das Greifen nach dem Wind
Ich greife immer wieder zu kurz

Also, bitte sei meine Stärke
Bitte sei meine Stärke
Denn ich habe keine mehr
Ich habe keine mehr

Ich suche einen Platz
Wo ich meinen Glauben einpflanzen kann
Eines weiß ich mit Sicherheit

Und ich kann es nicht erschaffen
Und ich kann es nicht aufrechterhalten
Es ist deine Liebe, die mich hält

Bitte sei meine Stärke
Bitte sei meine Stärke
Ich habe keine mehr
Ich habe keine mehr

Bei meinem letzten Atemzug
hoffe ich, dass ich sagen kann
Ich habe den guten Kampf des Glaubens gekämpft

Ich bete Deine Herrlichkeit möge
in mein zweifelndes Herz Strahlen
Und alle würden wissen, dass Du

Du bist meine Stärke
Du bist meine Stärke
Du und nur Du allein
Du und nur Du allein

Du bringst mich immer wieder nach Hause
Du bist meine Stärke
Du bist meine Stärke
Du und nur Du allein

Bringt mich immer wieder nach Hause
Du bist es und du allein
der mich nach Hause bringt

(ein Impuls von Verena Berndt, ELM-Referentin Internationale Partnerschaften)

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Alles, was ist und wird, ist in Gottes Händen geborgen - Geistlicher Impuls für den 2. Juni 2020

„So geht´s noch diesen Tag ...“

In meinem Garten ist der Flieder schon fast verblüht. Ein Strauch, den ich neu gepflanzt hatte ist vertrocknet, andere Pflanzen beginnen gerade erst so richtig zu treiben. Ich schaue mich um und wundere mich, wie „normal“ die Natur, die Pflanzen und Tiere ihren Zyklus weiterleben. Gerade so, als gäbe es keine COVID-19 Bedrohung für sie. Aber dann höre ich die Bauern sagen: „Wir brauchen Regen, die paar Tropfen der letzten Tage reichen nicht,“  und mir fällt der alte Apfelbaum hinten im Garten ein, der den letzten trockenen Sommer nicht überlebt hat.

Matthias Claudius dichtet in dem bekannten Lied (EG 508), das wir zum Erntedankfest singen:

Wir pflügen, und wir streuen den Samen auf das Land,
doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand:
der tut mit leisem Wehen sich mild und heimlich auf
und träuft, wenn heim wir gehen, Wuchs und Gedeihen drauf.

und dann gibt es da noch eine erste Strophe, die ich bisher gar nicht kannte:

„Am Anfang war’s auf Erden noch finster, wüst und leer;
und sollt was sein und werden, mußt es woanders her.
So ist es zugegangen im Anfang, als Gott sprach;
und wie es angefangen, so geht’s noch diesen Tag.


Refrain:
Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn,
drum dankt ihm dankt, drum dankt ihm dankt
und hofft auf ihn.

Ja, das Lied hat eine andere Perspektive als mein Blick in den Garten. Aber es ist getragen von dem Gedanken: Alles, was ist und wird, ist in Gottes Händen geborgen. Das gilt auch für die Unsicherheit durch das Virus, es gilt für Leben und Sterben überhaupt. In diesem Sinn freue ich mich über jeden Tag der wird. Weil der, der mir das Leben schenkt es in seinen Händen hält, in Zeit und Ewigkeit. Oft begegnet mir dieses Vertrauen gerade in den Gemeinden unserer Partner in der weiten Welt. Nicht als letzter resignativer Rückzugsort, sondern als zukunftsöffnendes Vertrauen.

Gebet:

Ich danke dir Gott,
dass du allem das Leben schenkst
auch mir.
Ich befehle Dir die Bedrohung des Lebens
durch unseren maßlosen Verbrauch der Lebensgrundlagen
durch Krankheiten
durch Unfrieden und Krieg
durch Unfälle und Schicksalsschläge
und bitte Dich
halte deine schützende Hand über deine Menschen
in der weiten Welt und zu Hause
lass gelingen, was ich mir heute vornehme
und schenke mir und allen
dass wir deinen Segen spüren
auch diesen Tag.

Amen

(geistlicher Impuls von Michael Thiel, Direktor des ELM)

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Pfingstgottesdienst aus Hermannsburg mit ELM-Direktor Michael Thiel



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